Wehrmacht: großer Nachlass des Ritterkreuzträgers Hauptmann Herbert Stenzel, Führer I./Panzer-Grenadier-Regiment 108, 14. Panzer-Division

Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz 1939, eine klassische Fertigung der Firma Klein & Quenzer. Geschwärzter Eisenkern an Silberzarge. Rückseitig gestempelt "800", der Bandring gestempelt "65 800". Leicht getragen, in gutem Zustand. Komplett mit einem original Halsbandabschnitt. Dazu das vorläufige Besitzzeugnis zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgestellt auf "Hauptmann Herbert Stenzel, Fhr. I./Pz.Gr. Rgt. 108 14. Pz. Div.", datiert " HQ u OKH, den 8.3.1945". Mit Original-Tintenunterschrift Oberkommando des Heeres i.A. "Maisel" Generalleutnant. Die Urkunde ist 2-fach gefaltet und befand sich im Soldbuch, Zustand 3, rückseitig vom Träger auf Papier aufgezogen. Der General der Panzertruppen: Glückwunschschreiben zur Verleihung des Ritterkreuz, datiert "H.Qu. OKH 8.3.45" mit original Unterschrift "Guderian". Dazu der Gefechtsbericht des I./Panz.-Gren. Rgt. 108 über die Tat von Hauptmann Stenzel während der Kämpfe vom 30.1.1945 und seinem Gegenangriff, für den er da Ritterkreuz erhielt. Datiert O.U., den 15.3.1945, mit Unterschrift Oberleutnant u. Btl. Adjutant. Dazu noch ein Zeitungsausschnitt aus der Zeitung der Kurland Armee "Im schwungvollen Gegenstoss" mit der Tat von Stenzel.
Nahkampfspange in Bronze, Feinzink bronziert, Hersteller: "FEC. W.E. Peekhaus Berlin - A.G.M.u.K. Gablonz", Plättchen und Haken magnetisch, Zustand 2. Dazu 2 Einlageblätter in des Soldbuch für die Nahkampftage mit 16 betätigten Nahkampftagen vom 15.4.44 bis zum 25.3.1945. Dazu die Bescheinigung der Verleihung der 1. Stufe der Nahkampfspange, ausgestellt vom Panzer-Grenadier-Regiment 109 IIa, datiert Rgt. Gef. Stand, 3.4.1945. 
Flakkampfabzeichen des Heeres, Hersteller Aurich Dresden Feinzink getönt, an magnetischer Nadel, mit Markierung des Herstellers, Zustand 2. Dazu der Antrag auf Verleihung des Heeres-Flak-Abzeichen als Oberleutnant und Kompaniechef 10.(Fla.)Pz.Gren Rgt. 108, mit 7 bestätigten Panzerabschüssen vom 10.5.44 bis zum 2.6.44, datiert 21.10.1944, mit original Unterschrift Oberst und Regiments Kommandeur, darunter Vermerk über de Verleihung und Aushändigung: Verliehen am 30.11.44.
Panzerkampfabzeichen in Bronze, Feinzink bronziert, rückseitig ist der Nadelhaken abgebrochen. Getragen, Zustand 2. Dazu der Antrag auf die Verleihung des Panzerkampfabzeichens in Bronze als Oberleutnant, Truppenteil 10.(Fla.)Pz.Gren Rgt. 108, mit 3 bestätigten Sturmangriffen vom 15.4.33 bis zum 13.5.44, datiert Rgt. Gef. Std., den 26.6.1944, mit original Unterschrift Oberst und Regiments Kommandeur, mit Vermerk "Verliehen am 13.7.44 v. Kdr.Pz.Gr. Rgt. 108. über de Verleihung und Aushändigung: Verliehen am 30.11.44.Eisernes Kreuz 1939 1. Klasse, auf der Innenseite der Nadel mit Hersteller "20", getragenes Stück, Zustand 2-.
Sonderabzeichen für das Niederkämpfen von Panzerkampfwagen durch Einzelkämpfer in Schwarz magnetischer Panzer brüniert, komplett auf Silbergespinst, mit magnetischer Rückenplatte, viel getragen, Zustand 2-. Verleihen laut Soldbuch am 14.11.44 .Verwundetenabzeichen 1939 in Schwarz, Buntmetall hohlgeprägt, viel getragen, Zustand 2-. Verliehen laut Soldbuch 20.10.41.  Ärmelband "Kurland", gedruckte Ausführung, eine der typischen Anfertigungen im Kurlandkessel, Getragen, Zustand 2. Kleine Feldspange mit KVK 2. Klasse und WH Dienstauszeichnung sowie das Band zum EK 2. Dazu von der Feldbluse ein Paar Kragenspiegel und Schulterstücke als Hauptmann der Panzergrenadiere mit Waffenfarbe wiesengrün. Deutlich getragen, Zustand 2-. 
Alle Auszeichnungen befinden sich in einem aufklappbaren Holzkästchen mi Glasdeckel, innen das Ordenskissen mit WH-feldgrauem Tuch bezogen, auf dem alle Auszeichnungen montiert sind. Dazu ein sehr schönes großes Portraitfoto, 15,5 x 22,5 cm, aufgenommen in den letzten Kriegstagen in Feldbluse, mit allen Auszeichnungen und den Rangabzeichen, die sich im Holzkästchen befinden !
Soldbuch, ausgestellt 26. Juni 1944 als Oberleutnant, randvoll mit allen Eintragungen, Beförderung zum Hauptmann am 1.11.1944, sehr schönes Portraitfoto als Hauptmann mit Ritterkreuz alle 11 Auszeichnungen eingetragen, letzter Eintrag in der Kriegsgefangenschaft vom 18.6.1945. Das Soldbuch ist stark gebraucht, auf dem Umschlag das Hakenkreuz geschwärzt, Zustand 3. Dazu der Wehrpaß als Zweitschrift, ausgestellt 8.8.1944, mit schönem Portraitfoto noch als Leutnant, komplett mit allen Eintragungen und Auszeichnungen inklusive Ärmelband Kurland, auf dem Umschlag das Hakenkreuz geschwärzt, Zustand 2.
Gefechtsbericht I./Panzergrenadier-Regiment 108, datiert 3.2.1945 mit den Gefechten vom 24.-31.1.45 mit Unterschrift Oberleutnant u. Btl. Adjutant.
Abschrift Schreiben der Dienststelle FP.Nr. 57499a (= I./Panzergrenadier-Regiment 108) an das Landeshuter Tageblatt, datiert 14.3.1945 mit einem langen Bericht über die Verleihung des Ritterkreuz an Stenzel mit den genauen Umständen, mit Unterschrift Oberleutnant u. Btl. Adjutant.
Abschrift des Divisions-Tagesbefehl, datiert 1. April 1945, mit der Versetzung zum Fla. Ers. u. Aus.Bt. 1. (mot.) 52 zur Teilnahme am nächsten Btl.-Fhr. Lehrgang. (So kam Hauptmann Stenzel in den letzten Kriegstagen noch rechtzeitig aus dem Kurlandkessel und geriet zu Kriegsende in englische Kriegsgefangenschaft).

Aus der Nachkriegszeit die Entlassungsurkunde aus der Kriegsgefangenschaft 1947 (Abschrift von 1952), Ausweis zur Benutzung der Abteile für Schwerkriegsbeschädigte von 1948, Auszug aus den Personalveränderungen OKH mit der Beförderung zum Leutnant, ausgestellt 1954,  Lehrschein DLRG von 1955 sowie 3 weitere Nachkriegsschreiben. 

Ein ganz fantastischer und kompletter Nachlaß eines tapferen Kompaniechefs und Ritterkreuzträgers aus den letzten Kriegsjahren. Wir konnten die Gruppe direkt aus der Familie erwerben.

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Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 1939 – Ein herausragender Nachlass aus den letzten Kriegstagen

Der vorliegende Nachlass dokumentiert auf eindrucksvolle Weise die militärische Laufbahn eines Kompaniechefs und späteren Bataillonsführers der 14. Panzer-Division in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs. Im Zentrum dieser Sammlung steht das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 1939, die wohl bekannteste deutsche Tapferkeitsauszeichnung des Zweiten Weltkriegs, verliehen an Hauptmann Herbert Stenzel, Führer des I. Bataillons/Panzer-Grenadier-Regiment 108.

Historischer Ursprung und Stiftung

Das Eiserne Kreuz wurde ursprünglich am 10. März 1813 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen während der Befreiungskriege gegen Napoleon gestiftet. Es wurde in den Jahren 1870 während des Deutsch-Französischen Krieges und 1914 zu Beginn des Ersten Weltkriegs erneuert. Am 1. September 1939 – dem Tag des deutschen Überfalls auf Polen – erneuerte Adolf Hitler das Eiserne Kreuz durch die „Verordnung über die Erneuerung des Eisernen Kreuzes“, veröffentlicht im Reichsgesetzblatt I S. 1573. Erstmals in seiner Geschichte war das Eiserne Kreuz damit eine Auszeichnung des gesamten deutschen Staates und nicht mehr eine rein preußische Ehrenbezeichnung.

Die Erneuerung von 1939 schuf mit dem Ritterkreuz eine völlig neue Stufe, die als Bindeglied zwischen dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem zuvor nahezu unerreichbaren Großkreuz diente. Das Ritterkreuz entwickelte sich zur ikonischsten deutschen Tapferkeitsauszeichnung des Zweiten Weltkriegs. Im Laufe des Krieges wurden höhere Stufen hinzugefügt: die Eichenblätter (gestiftet am 3. Juni 1940), die Schwerter (28. September 1941), die Brillanten (15. Juli 1941) und schließlich das Goldene Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten (29. Dezember 1944), das nur ein einziges Mal verliehen wurde.

Verleihungskriterien und Genehmigungsverfahren

Das Ritterkreuz wurde für außergewöhnliche Tapferkeit im Gefecht oder herausragende militärische Führung verliehen, die über die Anforderungen für das Eiserne Kreuz 1. Klasse hinausgingen. Es konnte für ein breites Spektrum von Verdiensten und über alle Dienstgrade hinweg verliehen werden – vom ranghohen Kommandeur für geschickte Truppenführung bis zum einfachen Soldaten für eine einzelne Tat extremer Tapferkeit. Voraussetzung war in der Regel der vorherige Besitz des Eisernen Kreuzes 1. Klasse. Das Genehmigungsverfahren durchlief die gesamte Befehlskette bis zum Oberkommando des jeweiligen Wehrmachtteils – im Falle des Heeres das OKH – mit der endgültigen Zustimmung durch Adolf Hitler bis zum 30. April 1945. Verleihungen mussten rechtlich vor 23:01 Uhr MEZ am 8. Mai 1945 erfolgen.

Physische Beschaffenheit

Das vorliegende Exemplar stammt aus der Fertigung der Firma Klein & Quenzer A.G. aus Idar-Oberstein, identifiziert durch den PKZ-Code (Prüfzeichennummer) „65“. Es handelt sich um ein Tatzenkreuz (Kreuz mit schmalen Armen in der Mitte und breiter werdend zum Rand) in dreiteiliger Konstruktion: Ein geschwärzter Eisenkern ist in eine zweiteilige Silberzarge mit Perlrand eingesetzt. Die Vorderseite zeigt auf dem unteren Arm die Jahreszahl „1939“ und auf dem oberen Arm ein Hakenkreuz im Relief. Die Rückseite trägt auf dem unteren Arm die Jahreszahl „1813“ als Verweis auf das Gründungsjahr der Auszeichnung. Die Stempelung „800“ bestätigt einen Silberfeingehalt von 800/1000, während der Bandring die Stempelung „65 800“ trägt. Das Kreuz wurde am Hals an dem charakteristischen schwarz-weiß-roten Band getragen und ist hier komplett mit einem originalen Halsbandabschnitt erhalten.

Der Träger und seine Tat

Hauptmann Herbert Stenzel erhielt das Ritterkreuz am 8. März 1945 als Führer des I. Bataillons/Panzer-Grenadier-Regiment 108 der 14. Panzer-Division für einen Gegenangriff während der Kämpfe am 30. Januar 1945 im Kurlandkessel. Das vorläufige Besitzzeugnis wurde von Generalleutnant Maisel im Auftrag des OKH unterschrieben. Zusätzlich erhielt Stenzel ein Glückwunschschreiben mit der Originalunterschrift von Generaloberst Guderian. Der beigefügte Gefechtsbericht des Bataillonsadjutanten dokumentiert die genauen Umstände der Tat, die zur Verleihung führte.

Bemerkenswert ist, dass ein früherer Führer desselben Bataillons – Oberleutnant Joachim Domaschk – bereits am 12. Oktober 1943 das Ritterkreuz als Führer des I./Panzergrenadier-Regiment 108 erhalten hatte, was die Kampfleistung dieser Einheit unterstreicht.

Der Gesamtnachlass im Kontext

Die Vollständigkeit dieses Nachlasses ist bemerkenswert. Neben dem Ritterkreuz umfasst er zahlreiche weitere Auszeichnungen – darunter die Nahkampfspange in Bronze, das Flakkampfabzeichen des Heeres, das Panzerkampfabzeichen in Bronze, das Eiserne Kreuz 1. Klasse, das Sonderabzeichen für das Niederkämpfen von Panzerkampfwagen durch Einzelkämpfer, das Verwundetenabzeichen in Schwarz und das Ärmelband „Kurland“ – jeweils mit zugehörigen Dokumenten. Das randvoll eingetragene Soldbuch und der Wehrpass dokumentieren die gesamte militärische Laufbahn lückenlos.

Nachkriegsgeschichte

Nach dem 8. Mai 1945 endete die rechtliche Verleihung des Ritterkreuzes mit der deutschen Kapitulation. Die Bundesrepublik Deutschland verbot das Tragen von Auszeichnungen mit nationalsozialistischen Emblemen. Im Jahr 1957 genehmigte die Bundesregierung eine entnazifizierte Ersatzversion des Ritterkreuzes, bei der das Hakenkreuz durch ein Eichenlaubcluster ersetzt wurde und die von ehemaligen Trägern legal getragen werden durfte. Die Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger des Eisernen Kreuzes (AKCR) wurde 1955 als Interessenvertretung der Ordensträger gegründet. 1999 untersagte Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping offizielle Bundeswehr-Kontakte zur AKCR unter Verweis auf neonazistische und revanchistische Tendenzen unter einigen Mitgliedern.

Originale Ritterkreuze des Zweiten Weltkriegs sind heute begehrte Sammlerstücke. Authentische Exemplare erzielen Preise ab 3.000 bis 4.000 US-Dollar aufwärts, wobei namentlich zuordnbare Stücke mit vollständiger Dokumentation – wie im vorliegenden Fall – erhebliche Aufpreise erzielen. Dieser Nachlass, direkt aus der Familie des Trägers erworben, stellt ein außergewöhnliches Zeitdokument der letzten Kriegsmonate im Kurlandkessel dar.

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