17. Armee Oberbefehlshaber General der Infanterie Friedrich Schulz - Kuban 1945 Kalender

Kleinformat zum Aufklappen, mit Durchhalteparolen für 1945; gebrauchter Zustand.
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250,00

17. Armee Oberbefehlshaber General der Infanterie Friedrich Schulz - Kuban 1945 Kalender

Der vorliegende Taschenkalender aus dem Jahr 1945 stammt aus dem Stab der 17. Armee unter dem Oberbefehlshaber General der Infanterie Friedrich Schulz und steht im direkten Zusammenhang mit den dramatischen Endkämpfen am Kuban-Brückenkopf und in der späteren Kesselschlacht im Raum Kurland.

General Friedrich Schulz (1897-1976) war eine bedeutende Führungspersönlichkeit der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Er übernahm im Juli 1943 das Kommando über die 17. Armee, die zu diesem Zeitpunkt am Kuban-Brückenkopf im Nordkaukasus eingesetzt war. Die 17. Armee hatte unter seinem Vorgänger General Richard Ruoff an der gescheiterten Offensive im Kaukasus teilgenommen und musste sich nach der Niederlage von Stalingrad schrittweise zurückziehen.

Der Kuban-Brückenkopf (auch “Gotenkopf” genannt) war eine deutsche Verteidigungsstellung auf der Taman-Halbinsel zwischen dem Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer. Von Februar bis Oktober 1943 hielt die 17. Armee diese Position gegen massive sowjetische Angriffe. Die Räumung des Brückenkopfes erfolgte im September/Oktober 1943 im Rahmen der Operation “Brunhild”, wobei die 17. Armee auf die Krim verlegt wurde.

Solche Taschenkalender mit Durchhalteparolen waren typische Propagandamittel der späten Kriegsphase. Sie sollten die Moral der Truppe stärken und den Kampfeswillen aufrechterhalten, als die militärische Lage längst aussichtslos geworden war. Die Kalender enthielten in der Regel neben dem Kalendarium Zitate von NS-Führern, Durchhalteparolen, militärische Merksprüche und manchmal auch taktische Hinweise.

Das Jahr 1945 markierte die finale Phase des Zweiten Weltkriegs in Europa. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die 17. Armee unter Schulz im sogenannten Kurland-Kessel, nachdem sie im Oktober 1944 von der Hauptfront abgeschnitten worden war. Die Heeresgruppe Kurland, zu der die 17. Armee gehörte, führte bis zur Kapitulation im Mai 1945 einen aussichtslosen Verteidigungskampf.

Die Verwendung des Begriffs “Kuban 1945” im Titel ist historisch interessant, da die deutschen Truppen den Kuban bereits 1943 verlassen hatten. Dies könnte auf die Herkunft oder Tradition der Einheit verweisen oder auf eine nostalgische Bezugnahme auf frühere Kampfhandlungen. Möglicherweise wurde der Kalender für Veteranen der Kuban-Kämpfe produziert, die 1945 in anderen Frontabschnitten eingesetzt waren.

Die Propagandastrategie des Jahres 1945 war geprägt von verzweifelten Appellen an den Durchhaltewillen. Die NS-Führung versuchte, die Truppen mit Versprechungen von “Wunderwaffen” und der Beschwörung eines angeblich bevorstehenden Zerwürfnisses zwischen den Alliierten bei der Stange zu halten. Solche Kalender waren Teil dieser psychologischen Kriegsführung nach innen.

General Schulz führte die 17. Armee bis zur Kapitulation im Mai 1945. Er geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft und wurde erst 1955 entlassen. Seine Führung galt als kompetent, wobei er mehrfach versuchte, sinnlose Opfer zu vermeiden, was ihn gelegentlich in Konflikt mit der NS-Führung brachte.

Solche militärischen Ephemera wie Taschenkalender sind heute wichtige zeithistorische Dokumente. Sie geben Einblick in die Alltagswelt der Wehrmacht-Soldaten und dokumentieren die Propaganda- und Motivationsstrategien der letzten Kriegsphase. Der gebrauchte Zustand dieses Exemplars deutet darauf hin, dass es tatsächlich von einem Soldaten oder Offizier mitgeführt wurde, was seinen dokumentarischen Wert erhöht.

Die Erforschung solcher Objekte trägt zum Verständnis der militärischen Kultur, der Kommandostrukturen und der psychologischen Aspekte der Kriegsführung bei. Sie zeigen auch, wie selbst in aussichtsloser Lage versucht wurde, durch ideologische Indoktrination und Appelle an Pflichtbewusstsein und Kameradschaft den militärischen Zusammenhalt aufrechtzuerhalten.