Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Silberne Ehrennadel für 25 jährige Mitgliedschaft

2. Form, an langer Nadel, rückseitig : GES.GESCH., Zustand 2.
481677
€ 35,00

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Silberne Ehrennadel für 25 jährige Mitgliedschaft

Die Silberne Ehrennadel für 25-jährige Mitgliedschaft des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser (DRKB) repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der deutschen Veteranenorganisationen zwischen den Weltkriegen. Diese Auszeichnung wurde an Mitglieder verliehen, die ein Vierteljahrhundert lang dem größten deutschen Veteranenverband der Weimarer Republik und des Dritten Reiches die Treue hielten.

Der Kyffhäuserbund, dessen vollständiger Name Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser lautete, entstand 1900 durch den Zusammenschluss verschiedener deutscher Kriegervereine. Die Organisation benannte sich nach dem Kyffhäuser-Denkmal in Thüringen, einem monumentalen Nationaldenkmal, das Kaiser Wilhelm I. gewidmet war. Der Bund entwickelte sich zur größten Veteranenorganisation im Deutschen Reich und zählte in den 1930er Jahren über vier Millionen Mitglieder in mehr als 37.000 Ortsvereinen.

Das vorliegende Stück zeigt die zweite Form der Ehrennadel, die sich von der ersten durch bestimmte gestalterische Merkmale unterschied. Die Rückseite trägt die Aufschrift GES.GESCH., eine Abkürzung für “gesetzlich geschützt”, was darauf hinweist, dass das Design rechtlich geschützt war. Diese Kennzeichnung war typisch für offizielle Auszeichnungen der Weimarer Republik und des Dritten Reiches.

Die lange Nadel auf der Rückseite unterscheidet diese Ehrennadel von Ordensspangen oder Anstecknadeln mit kürzeren Befestigungen. Die Verleihung erfolgte gemäß den Satzungen des DRKB für 25-jährige ununterbrochene Mitgliedschaft. Dies bedeutete, dass der Träger von etwa 1910 bis 1935 oder in einem ähnlichen Zeitraum dem Bund angehört haben musste.

Der Kyffhäuserbund verstand sich als überparteiliche Organisation, die die Erinnerung an die gefallenen Kameraden pflegen und die Kameradschaft unter den Veteranen fördern sollte. Nach dem Ersten Weltkrieg spielte der Bund eine wichtige Rolle bei der Wiedereingliederung der Frontsoldaten in die Gesellschaft. Die Organisation unterstützte Kriegsversehrte, Witwen und Waisen und pflegte die Kriegsgräber.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde der Kyffhäuserbund, wie viele andere Organisationen, gleichgeschaltet. Der Bund wurde in die NS-Organisationsstruktur eingegliedert und verlor seine Unabhängigkeit. Trotz dieser Vereinnahmung behielt die Organisation ihre traditionellen Strukturen und Auszeichnungssysteme zunächst bei. Die Verleihung von Ehrennadeln für langjährige Mitgliedschaft wurde fortgesetzt, wobei die Auszeichnungen weiterhin die Kontinuität der Organisation symbolisierten.

Die silberne Ausführung dieser Ehrennadel spiegelt die Bedeutung wider, die einer 25-jährigen Mitgliedschaft beigemessen wurde. Im Gegensatz zu einfacheren Mitgliedsabzeichen waren diese Ehrennadeln oft in höherer Qualität gefertigt und bestanden aus echtem Silber oder versilbertem Material. Die Herstellung erfolgte durch spezialisierte Ordensfabriken, die auch andere militärische und zivile Auszeichnungen produzierten.

Das Tragen solcher Ehrennadeln war für die Mitglieder eine Frage des Stolzes und der Ehre. Sie dokumentierten nicht nur die lange Vereinstreue, sondern auch die Verbundenheit mit den Idealen des Veteranenwesens: Kameradschaft, Pflichterfüllung und Vaterlandsliebe. Bei offiziellen Anlässen, Gedenkfeiern und Vereinstreffen wurden diese Auszeichnungen an der Uniform oder der Zivilkleidung getragen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden der Kyffhäuserbund und alle seine Gliederungen durch die Alliierten aufgelöst. Das Tragen seiner Auszeichnungen wurde zunächst verboten. Erst 1952 erfolgte in der Bundesrepublik Deutschland die Neugründung als Kyffhäuserbund der Reservisten, Soldaten, Kameradschaften und Vereine, der jedoch nur noch eine begrenzte Bedeutung hatte.

Heute sind solche Ehrennadeln des DRKB gesuchte Sammlerstücke, die als historische Dokumente einer komplexen Epoche deutscher Geschichte gelten. Sie erinnern an eine Zeit, in der Veteranenorganisationen eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Leben spielten und die Erinnerung an vergangene Kriege aktiv pflegten. Der Zustand 2 der vorliegenden Nadel deutet auf eine gute Erhaltung mit geringen Gebrauchsspuren hin, was bei einem über 80 Jahre alten Objekt bemerkenswert ist.