Deutsches Kaiserreich Schutzgebiet ( Kolonie ) - Postkarte " Offizier-Kasino in Windhuk Deutsch-Süd-West-Afrika "

Gelaufen, beschädigt, Zustand 2.
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€ 30,00

Deutsches Kaiserreich Schutzgebiet ( Kolonie ) - Postkarte " Offizier-Kasino in Windhuk Deutsch-Süd-West-Afrika "

Diese Ansichtskarte zeigt das Offizier-Kasino in Windhuk, einem wichtigen gesellschaftlichen und administrativen Gebäude im Zentrum der deutschen Kolonialherrschaft in Deutsch-Südwestafrika. Die Postkarte wurde von der Swakopmunder Buchhandlung G.m.b.H. herausgegeben, einem der bedeutendsten Verlage für koloniale Ansichtskarten aus dieser Periode.

Die Swakopmunder Buchhandlung wurde 1896 vom Rechtsanwalt Georg Eugen Wasserfall als Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft gegründet und am 31. Januar 1900 als GmbH registriert. Der Verlag produzierte zwischen circa 1900 und 1915 zahlreiche Serien mit Dutzenden verschiedener Motive aus der deutschen Kolonie. Die vorliegende Postkarte des Offizier-Kasinos erschien als Nummer 7 in mindestens einer dokumentierten Serie des Verlags.

Das dargestellte Offizier-Kasino diente als soziale Einrichtung für deutsche Militäroffiziere der Kaiserlichen Schutztruppe sowie für Beamte der Kolonialverwaltung. Windhuk, heute Windhoek, wurde 1891 zur Kolonialhauptstadt ernannt und löste damit Otjimbingwe ab. Die Stadt fungierte als Hauptquartier des Kommandos von Deutsch-Südwestafrika, das aus Verwaltung, Justiz, Sanitätsdienst sowie Vermessungs- und Kartierungseinheiten bestand.

Das deutsche Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika entstand, nachdem Adolf Lüderitz' Besitzungen am 24. April 1884 unter deutschen Schutz gestellt wurden. Die Kolonialzeit war von gewaltsamen Konflikten geprägt, insbesondere durch den Herero- und Nama-Aufstand von 1904 bis 1908 und den darauf folgenden Völkermord.

Koloniale Ansichtskarten wie diese erfüllten mehrere Funktionen: Sie dienten der persönlichen Korrespondenz durch das deutsche koloniale Postsystem (Kolonialpost), als Souvenirs für deutsches Militärpersonal und Siedler, als Propagandamaterial zur Förderung deutscher Kolonialleistungen und als Sammelobjekte. Die Produktion solcher Postkarten nahm besonders nach 1900 zu, als sich die Verkehrsverbindungen verbesserten – die Eisenbahnlinie zwischen Windhoek und Swakopmund wurde 1902 eröffnet.

Die vorliegende Karte wurde postalisch verwendet, wie die Beschreibung “gelaufen” angibt, und weist Beschädigungen auf. Der Zustand wird als “Zustand 2” klassifiziert, was auf einen guten bis befriedigenden Erhaltungszustand mit gewissen Mängeln hinweist. Ein dokumentiertes Exemplar trägt einen Poststempel vom 18. November 1906 aus Windhuk.

Das Ende der deutschen Kolonialherrschaft kam während des Ersten Weltkriegs. Südafrikanische Truppen eroberten Deutsch-Südwestafrika am 12. Mai 1915. Das Territorium wurde anschließend als Völkerbundmandat von der Südafrikanischen Union verwaltet, bis Namibia am 21. März 1990 die Unabhängigkeit erlangte. Windhuk wurde in Windhoek umbenannt.

Historische deutsche Kolonialpostkarten wie diese sind heute begehrte Sammlerstücke, die die deutsche Kolonialgeschichte dokumentieren. Sie werden in Museen aufbewahrt, darunter die Stiftung Deutsches Historisches Museum und die Namibian National Archives, sowie in Privatsammlungen. Die deutsche Kolonialarchitektur, einschließlich des Offizier-Kasinos und anderer auf solchen Postkarten abgebildeter Gebäude, bleibt Teil des umstrittenen kolonialen Erbes Namibias, mit anhaltenden Debatten über die Bewahrung oder Entfernung kolonialer Denkmäler.