Dr. Fritz Todt Preis in Silber - Miniatur

Buntmetall versilbert, Höhe 25 mm, rückseitig mit Hersteller "L/21", an langer Nadel, Zustand 2. Sehr selten.
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750,00

Der Dr. Fritz Todt Preis in Silber – Miniatur

Unter den Auszeichnungen des Dritten Reiches nimmt der Dr. Fritz Todt Preis eine besondere Stellung ein. Er wurde nicht für militärische Tapferkeit verliehen, sondern zeichnete herausragende erfinderische Leistungen aus, die für die Volksgemeinschaft von besonderer Bedeutung waren – insbesondere Verbesserungen an Waffen, Munition und Kriegsgerät oder Einsparungen bei Rohstoffen, Arbeitskräften und Energie. Das hier vorgestellte Objekt ist eine äußerst seltene Miniaturausführung des Preises in der Klasse Silber, gefertigt als Anstecknadel für den diskreten Tragegebrauch.

Historischer Hintergrund: Dr. Fritz Todt

Dr. Fritz Todt (1891–1942) war eine Schlüsselfigur der nationalsozialistischen Infrastruktur- und Rüstungspolitik. Ab 1933 fungierte er als Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen und leitete den Bau der Autobahnen, eines der prestigeträchtigsten Projekte des Regimes. Im Jahr 1938 gründete er die Organisation Todt, eine militärisch-technische Bauorganisation, die unter anderem Zwangsarbeit einsetzte. Ab 1940 übernahm er zusätzlich das Amt des Reichsministers für Bewaffnung und Munition und leitete damit wesentliche Teile der deutschen Kriegswirtschaft. Am 8. Februar 1942 kam Dr. Todt bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Rastenburg ums Leben.

Stiftung und Verleihung des Preises

Der Dr. Fritz Todt Preis wurde durch einen Führererlass vom 12. November 1943 von Adolf Hitler gestiftet – also posthum, um das Andenken Todts zu ehren und gleichzeitig die technische Innovation in einer Phase zunehmender Materialknappheit zu mobilisieren. Die erste Verleihung fand am 8. Februar 1944 statt, dem zweiten Jahrestag von Todts Tod. Von da an wurden die Auszeichnungen an zwei festen Terminen vergeben: dem 4. September (Todts Geburtstag) und dem 8. Februar (seinem Todestag).

Der Preis existierte in drei Klassen: I. Klasse (Gold), II. Klasse (Silber) und III. Klasse (Stahl). Die goldene Klasse wurde von Hitler persönlich auf Empfehlung von Dr. Robert Ley, dem Leiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF), und Albert Speer, dem Chef des Hauptamtes für Technik der NSDAP, verliehen. Die silberne und die stählerne Klasse wurden auf Ebene der Gauleiter vergeben, auf Empfehlung der Gau-Leiter der DAF und des NSDAP-Amtes für Technik.

Gestaltungsversionen

Jede Klasse des Preises durchlief drei Gestaltungsversionen. Die erste Version trug auf der Vorderseite die Inschrift „DR.-ING. FRITZ TODT PREIS“, während die Rückseite das Verleihungsdatum (8.2.44 bei den ersten Auszeichnungen) und eine Nummerierung aufwies. Die zweite Version behielt die Vorderseitengestaltung bei, verzichtete aber auf Datum und Nummer auf der Rückseite. Die dritte Version vereinfachte die Vorderseiteninschrift zu „DR. FRITZ TODT“ und trug weder Datum noch Nummer auf der Rückseite.

Das vorliegende Objekt

Die hier beschriebene Miniatur besteht aus versilbertem Buntmetall und misst 25 mm in der Höhe. Sie ist rückseitig mit der Herstellerkennung „L/21“ versehen, dem Präsidialkanzlei-Code für die Firma Fa. Gebrüder Godet & Co., Berlin, einen der renommiertesten Ordensfabrikanten der Epoche. Die Miniatur ist an einer langen Nadel befestigt und diente als Anstecknadel (Stickpin) für den alltäglichen Tragegebrauch. Sie reproduziert die Gestaltung des Vollformatexemplars mit einem stilisierten Adler mit angelegten Schwingen, der nach links blickt und auf einem Schriftband mit der Aufschrift „Dr. Fritz Todt“ steht. Darunter befindet sich das Zahnrad der Deutschen Arbeitsfront mit dem beweglichen Hakenkreuz.

Bekannte Preisträger

Zu den dokumentierten Preisträgern gehört Dr. Ing. Franz Pölzguter, der bei der ersten Verleihungszeremonie am 8. Februar 1944 die Goldklasse erhielt – für seine Fortschritte in der Stahlaufbereitungstechnologie bei der Hochfrequenz-Tiegelstahl GmbH, insbesondere die Entwicklung von Hochfrequenzöfen und Schleudergussmaschinen für Stahlrohre und Geschützrohre. Karl Zimmermann wurde mit der Silberklasse (Nummer 382) im August/September 1944 ausgezeichnet – für 27 Jahre Arbeit bei der Bergbau-A.G.

Nachgeschichte und Sammlerbedeutung

Die Verleihung des Dr. Fritz Todt Preises endete mit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches im Mai 1945. Die Fabrik der Gebrüder Godet & Co. wurde 1944 durch Bombenangriffe getroffen. Der Firmengründer Eugen Godet verstarb 1947; das Unternehmen wurde von seiner Witwe weitergeführt, bis es 1964 verkauft wurde.

Heute zählt der Dr. Fritz Todt Preis zu den äußerst seltenen Sammlerstücken der Militaria des Dritten Reiches. Miniaturversionen wie das vorliegende Exemplar sind besonders rar und werden in der Fachliteratur als „sehr selten“ bis „extrem selten“ eingestuft. Die Kombination aus der begrenzten Verleihungsdauer von weniger als anderthalb Jahren, der Zerstörung der Herstellerfabrik und der ohnehin geringen Stückzahlen macht jedes erhaltene Exemplar – insbesondere in Miniaturform – zu einem bemerkenswerten Zeugnis der spätkriegszeitlichen Auszeichnungspolitik des nationalsozialistischen Deutschlands.