Kriegsmarine Schiffswappen des leichten Kreuzer "Emden"

Schweres Wappen farbig lackiert, original montiert auf einer Bakelitplatte, Höhe ca. 22 cm, Zustand 2.
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200,00

Kriegsmarine Schiffswappen des leichten Kreuzers Emden

Das vorliegende Objekt ist ein schweres, farbig lackiertes Schiffswappen des leichten Kreuzers Emden, original montiert auf einer Bakelitplatte mit einer Höhe von ca. 22 cm im Zustand 2. Es handelt sich um ein repräsentatives Exemplar jener Tradition, die in der Kaiserlichen Marine ihren Ursprung nahm, in der Reichsmarine fortgeführt und unter Großadmiral Erich Raeder nach 1935 in der Kriegsmarine systematisch umgesetzt wurde.

Das Wappen und seine Symbolik

Das Wappen zeigt das Stadtwappen der Stadt Emden, bekannt als „Engelke up de Muer“ (Der kleine Engel auf der Mauer). Es zeigt eine Harpyie bzw. Engelsfigur auf einer befestigten Mauer über Wellen. Dieses Stadtwappen wurde der Stadt Emden im Jahre 1495 von Kaiser Maximilian I. verliehen und stellt somit ein heraldisches Element von bedeutendem historischem Alter dar.

Material und Fertigung

Schiffswappen dieser Art wurden aus widerstandsfähigen Metalllegierungen gefertigt – typischerweise Bronze, Messing oder andere korrosionsbeständige Legierungen, die den harschen maritimen Bedingungen standhalten mussten. Die farbige Lackierung verlieh dem Wappen seine repräsentative Wirkung. Die Montage auf einer Bakelitplatte ist charakteristisch für die Ära der 1930er- und 1940er-Jahre; Bakelit bot Hitzebeständigkeit, elektrische Isolation und mechanische Stabilität. Die Fertigung solcher Wappen erfolgte durch verschiedene Firmen, wobei Gustav Becker aus Wilhelmshaven der bekannteste Hersteller war, dessen Stempel sich typischerweise auf der Rückseite der Wappen befand.

Verwendung und Funktion

Schiffswappen waren keine Auszeichnungen im eigentlichen Sinne, sondern repräsentative Embleme, die käuflich erworben oder als Geschenke überreicht wurden. Sie erfüllten mehrere Funktionen: In schwerer Ausführung wie beim vorliegenden Exemplar waren sie für die dauerhafte Anbringung an Bord vorgesehen – in Offiziersmessen, Kommandantenquartieren und repräsentativen Bereichen des Schiffes. Bei offiziellen Anlässen und Zeremonien symbolisierten sie die Ehre und Tradition des Schiffes. Kleinere, leichtere Varianten dienten als tragbare Andenken, Abschiedsgeschenke oder Tauschstücke bei offiziellen Besuchen. Der Wappentausch zwischen befreundeten Schiffen war dabei weit verbreitet. Die Wappen konnten in den Bordkantinen und -läden erworben oder verdienten Besatzungsmitgliedern sowie abreisenden Offizieren und Würdenträgern als Geschenke überreicht werden.

Der leichte Kreuzer Emden – Historischer Kontext

Der leichte Kreuzer Emden wurde auf der Reichsmarinewerft Wilhelmshaven für die deutsche Reichsmarine gebaut. Die Kiellegung erfolgte im Dezember 1921, der Stapellauf am 7. Januar 1925 und die Indienststellung am 15. Oktober 1925. Sie war das erste große Kriegsschiff, das nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland gebaut wurde, entworfen unter den Beschränkungen des Versailler Vertrages, der eine Obergrenze von 6.000 Tonnen vorsah. Das Schiff war das dritte deutsche Kriegsschiff, das nach der Stadt Emden benannt wurde, und ehrte damit den berühmten Ersten-Weltkrieg-Kreuzer SMS Emden (1909).

Von 1925 bis 1939 diente die Emden vorwiegend als Schulschiff (Ausbildungsschiff) für Marinekadetten und unternahm ausgedehnte weltweite Ausbildungsfahrten. Unter den Kommandanten des Schiffes befand sich Karl Dönitz, der das Schiff von September 1934 bis September 1935 führte und später zum Befehlshaber der U-Boote und Großadmiral aufstieg. Die Emden diente zwischen 1925 und 1945 als Ausbildungsschiff für zahlreiche künftige Offiziere und Kadetten der Kriegsmarine.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges nahm die Emden an der Invasion Norwegens teil (Operation Weserübung, April 1940) und diente als Kommunikationszentrale in Oslo. Anschließend kehrte sie zu Ausbildungsaufgaben in der Ostsee zurück. Im Januar 1945 beteiligte sich die Emden an der Evakuierung Ostpreußens und transportierte die sterblichen Überreste von Paul von Hindenburg. Durch britische Bombenangriffe auf Kiel im März und April 1945 schwer beschädigt, wurde sie am 13. April 1945 auf Grund gesetzt und schließlich durch Sprengung zerstört, um eine Erbeutung zu verhindern. Das Wrack wurde bis 1950 abgebrochen.

Sammlungshistorische Bedeutung

Nach der Zerstörung des Kreuzers Emden im April/Mai 1945 und dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden authentische Kriegsmarine-Schiffswappen zu begehrten Sammlerstücken und historischen Zeugnissen. Ihr Wert wird durch Zustand, Seltenheit des Schiffes, historische Bedeutung, Fertigungsqualität und Provenienz bestimmt. Die Tatsache, dass Gustav Becker auch nach dem Zweiten Weltkrieg weiterhin Schiffswappen produzierte, macht die Authentifizierung zeitgenössischer Stücke zu einer komplexeren Aufgabe für Sammler und Historiker. Das vorliegende Exemplar mit seinem Zustand 2 stellt ein gut erhaltenes Stück mit geringen Gebrauchsspuren dar und ist ein eindrucksvolles Zeugnis der maritimen Tradition eines der bedeutendsten deutschen Kriegsschiffe der Zwischenkriegs- und Weltkriegszeit.

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