Preussen Eisernes Kreuz 1. Klasse 1914 - Otto Schickle

einteilig, nicht magnetisch
492077
250,00

Preussen Eisernes Kreuz 1. Klasse 1914 - Otto Schickle

Das Preußische Eiserne Kreuz 1. Klasse 1914 von Otto Schickle repräsentiert eine bedeutende Phase in der Geschichte preußischer und deutscher Militärauszeichnungen während des Ersten Weltkriegs. Diese Auszeichnung steht in einer langen Tradition, die bis zur Stiftung des Eisernen Kreuzes durch König Friedrich Wilhelm III. am 10. März 1813 zurückreicht.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs erneuerte Kaiser Wilhelm II. am 5. August 1914 das Eiserne Kreuz durch kaiserliche Stiftungsurkunde. Diese Erneuerung erfolgte in bewusster Anlehnung an die preußischen Befreiungskriege gegen Napoleon und sollte die nationale Einheit im Angesicht des Krieges symbolisieren. Das Eiserne Kreuz wurde in drei Stufen verliehen: das Eiserne Kreuz 2. Klasse, das Eiserne Kreuz 1. Klasse und das äußerst seltene Großkreuz des Eisernen Kreuzes.

Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde direkt auf der linken Brustseite der Uniform getragen, ohne Band, was es von der 2. Klasse unterschied, die an einem Band am Knopfloch befestigt wurde. Die Verleihung der 1. Klasse setzte in der Regel den vorherigen Besitz der 2. Klasse voraus und würdigte außergewöhnliche Tapferkeit und militärische Leistungen. Während des Ersten Weltkriegs wurden etwa 218.000 Eiserne Kreuze 1. Klasse verliehen, verglichen mit über fünf Millionen der 2. Klasse.

Otto Schickle war einer der bedeutenden Hersteller militärischer Auszeichnungen in Pforzheim, dem Zentrum der deutschen Schmuck- und Ordensindustrie. Die Firma Schickle produzierte während des Ersten Weltkriegs verschiedene Orden und Ehrenzeichen für die deutschen Streitkräfte. Pforzheim hatte sich seit dem 19. Jahrhundert als Hauptproduktionsort für militärische Auszeichnungen etabliert, wo spezialisierte Handwerker und moderne Fertigungstechniken zusammenkamen.

Das vorliegende Exemplar zeigt charakteristische Merkmale der Schickle-Produktion: Es ist einteilig gefertigt und nicht magnetisch. Diese technischen Eigenschaften sind für Sammler und Experten von erheblicher Bedeutung. Die einteilige Konstruktion bedeutet, dass das Kreuz aus einem Stück gefertigt wurde, im Gegensatz zu mehrteiligen Ausführungen, bei denen der Kern separat gefasst wurde. Die nicht-magnetische Eigenschaft deutet auf die Verwendung von Silber oder einer Zinklegierung hin, während viele andere Hersteller eiserne Kerne verwendeten, die magnetisch waren.

Die Gestaltung folgte den offiziellen Vorgaben: Ein schwarzer Kern (ursprünglich geschwärzt oder lackiert) mit silberner Einfassung, die die charakteristische Form des Malteserkreuzes bildete. Im Zentrum der Vorderseite befand sich traditionell die Krone und das königliche Monogramm “W” für Wilhelm II., darunter die Jahreszahl “1914”. Auf der Rückseite war das Stiftungsdatum “1813” sowie drei Eichenblätter zu sehen, die die drei Stiftungen (1813, 1870, 1914) symbolisierten.

Die Qualität der Ausführung variierte zwischen den verschiedenen Herstellern erheblich. Schickle-Stücke werden allgemein für ihre solide Handwerkskunst geschätzt, obwohl sie nicht immer die feinsten Details der Spitzenhersteller wie Wagner & Sohn oder Godet & Sohn erreichten. Die Kriegsproduktion führte zu verschiedenen Material- und Qualitätsvarianten, da kriegsbedingte Materialknappheit die Hersteller zu Anpassungen zwang.

Nach dem Krieg behielt das Eiserne Kreuz seinen hohen Stellenwert in der deutschen Gesellschaft. Die Weimarer Republik gestattete das Tragen der Auszeichnung, und viele Veteranen trugen sie mit Stolz. Die symbolische Bedeutung des Eisernen Kreuzes überdauerte das Kaiserreich und wurde später auch im Zweiten Weltkrieg erneut gestiftet.

Für heutige Sammler und Historiker bieten authentische Stücke wie dieses Schickle-Kreuz wichtige Einblicke in die Militärgeschichte, Herstellungstechniken und die soziale Bedeutung militärischer Auszeichnungen. Die Identifizierung des Herstellers erfolgt häufig durch Herstellermarken, Punzierungen oder charakteristische Konstruktionsmerkmale. Die nicht-magnetische, einteilige Bauweise ist ein wichtiges Authentizitätsmerkmal, das bei der Bewertung solcher historischer Objekte berücksichtigt werden muss.