Tschecheslowakei Bajonett VZ 24 .

Standard-Stück, alle Metallteile brüniert, getragen, Alters- und Gebrauchsspuren, der Tragehaken mit tschechischer Stempelung. Zustand 2-
518577
60,00

Tschecheslowakei Bajonett VZ 24 .

Das tschechoslowakische Bajonett VZ 24 (Vzor 24 / Modell 1924) stellt einen bedeutenden Meilenstein in der militärischen Geschichte der jungen Tschechoslowakei dar. Es war das erste Bajonett, das nach der Unabhängigkeit des Landes vom Österreichisch-Ungarischen Reich im Jahr 1918 adoptiert wurde. Die Einführung dieses Messerbajonetts im Jahr 1924 markierte den Beginn einer eigenständigen tschechoslowakischen Waffenproduktion und wurde zum charakteristischen Begleiter des VZ 24-Gewehrs, das für die 8-mm-Mauser-Patrone ausgelegt war.

Die Produktion begann 1924 in den staatlichen Rüstungsbetrieben, hauptsächlich in den Brno Arms Works unter der Bezeichnung Ceskoslovenska Zbrojovka (CSZ). Über die Jahre wurden mehrere hunderttausend dieser Bajonette hergestellt. Zwischen 1924 und 1938 produzierte die Tschechoslowakei mehr als 775.600 VZ 24-Gewehre, wobei die Bajonettproduktion parallel verlief. Das Bajonett war für die Verwendung mit den VZ 24- und VZ 23-Gewehren der tschechoslowakischen Armee konzipiert und wurde zur Standardausrüstung der Streitkräfte vor dem Zweiten Weltkrieg.

Eine besonders bemerkenswerte technische Eigenschaft dieses Bajonetts ist seine umgekehrte Klingenkonfiguration: Die Schneide befindet sich an der Oberseite der Klinge, was es unter allen Bajonetttypen einzigartig macht. Die Klinge hat eine Länge von 300 mm und besteht aus magnetischem Stahl. Die Gesamtlänge des in der Scheide steckenden Bajonetts beträgt 450 mm. Die Griffschalen sind aus Hartholz gefertigt und werden durch zwei Schrauben gehalten. Parierstange und Knauf sind brüniert, ebenso die Stahlscheide. Der Knauf ist lang und schnabelförmig mit sanft abgerundetem Ende und beherbergt einen T-O-förmigen Befestigungsschlitz. Ein Druckknopf auf der rechten Seite betätigt den Verriegelungsmechanismus über eine interne Spiralfeder.

Die ursprünglichen tschechischen Versionen behielten den Mündungsring am Parierstück bei. Auf der Vorderseite findet sich die CSZ-Stempelung, die auf die Herstellung durch die tschechoslowakische Staatsrüstung hinweist. Bajonette mit CSZ-Markierung wurden in der Periode 1923-39 und für kurze Zeit 1945-46 gefertigt. Zusätzlich trägt das Bajonett einen tschechischen Armeeabnahmestempel mit dem Datum der Indienststellung sowie einen Buchstaben unterhalb der CSZ-Markierung, der die Produktionsserie anzeigt.

Die Geschichte des VZ 24-Bajonetts nahm 1939 eine dramatische Wendung, als Deutschland die Tschechoslowakei besetzte. Die deutsche Wehrmacht übernahm die Kontrolle über die tschechischen Waffenfabriken und erbeutete hunderttausende VZ 24-Gewehre, die sie unter der Bezeichnung Gewehr 24(t) in Dienst stellte. Die Bajonettproduktion wurde während der Besatzung fortgesetzt, allerdings mit geänderten Markierungen: ausschließlich WaA-Stempel. Die ersten nach der Besetzung produzierten Klingen trugen einen WaA-Stempel auf dem einen Erl und das eingekreiste z auf dem anderen.

Die Deutschen nahmen bedeutende Modifikationen an den erbeuteten Bajonetten vor. Vor der Ausgabe ließen sie die Mündungsringe von den VZ 24-Bajonetten abschleifen, später änderten sie die Produktionslinien, um Bajonette ohne Mündungsringe herzustellen. Deutsche Militäreinheiten verwendeten die tschechischen Gewehre und Bajonette während des gesamten Zweiten Weltkriegs, wobei oft ganze Einheiten mit VZ 24-Gewehren und -Bajonetten anstelle der deutschen K98-Mauser ausgerüstet wurden. Die Produktion der Gewehre wurde bis 1942 fortgesetzt, als die Fabriken auf den deutschen Karabiner 98k umgestellt wurden.

Das VZ 24-System sah umfangreichen Einsatz während des Zweiten Weltkriegs in mehreren Kriegsschauplätzen, vorwiegend mit den deutschen und rumänischen Armeen an der Ostfront. Rumänien erhielt während der Kriegsjahre schätzungsweise bis zu 750.000 Gewehre. Vor dem Krieg war das System auch weitläufig exportiert worden: Die chinesischen Nationalstreitkräfte kauften über einen Zeitraum von zehn Jahren (1927-1937) etwa 195.000 Gewehre. Südamerikanische Länder wie Bolivien, Paraguay, Uruguay, Kolumbien, Venezuela, Guatemala, El Salvador, Brasilien, Peru, Nicaragua und Ecuador erhielten ebenfalls Lieferungen. Katalanische republikanische Streitkräfte verwendeten sie während des Spanischen Bürgerkriegs, und der Irak erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg Gewehre.

Nach Kriegsende wurde die Produktion echter tschechischer VZ 24-Bajonette 1946 wiederaufgenommen und setzte sich durch die kommunistische Machtübernahme 1948 fort, bis sie schließlich 1950 vor der Einführung des VZ 52-Gewehrs eingestellt wurde. Interessanterweise behielt die kommunistische Regierung das deutsche Fabrikbezeichnungssystem bei und übernahm tgf als Kennzeichnung für bei CZ hergestellte Bajonette. Die Tschechen produzierten bis 1950 Bajonette, als sie die Herstellung von VZ 24-Gewehren zugunsten modernerer halbautomatischer Waffen wie des russisch konstruierten SKS, später der AK47 und AKM, einstellten. Exportversionen wurden mit eingekreistem Z oder CSZ ohne Abnahmestempel markiert. Viele Exemplare überlebten als Militärüberschuss und wurden zu gängigen Sammlerstücken, und sogar der Vietcong verwendete in den 1960er Jahren während des Vietnamkriegs litauische VZ 24, die von den Sowjets erbeutet worden waren.