Verleihungsliste für das Deutsche Kreuz in Gold - Juni 1944

DinA4 Doppelblatt im gebrauchten Zustand.
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100,00

Verleihungsliste für das Deutsche Kreuz in Gold - Juni 1944

Die Verleihungsliste für das Deutsche Kreuz in Gold aus dem Juni 1944 stellt ein bedeutendes Zeitdokument aus der Endphase des Zweiten Weltkriegs dar. Solche Listen dokumentierten die Verleihung einer der wichtigsten Auszeichnungen der Wehrmacht und bilden heute wesentliche Quellen für die militärhistorische Forschung.

Das Deutsche Kreuz wurde am 28. September 1941 durch Adolf Hitler gestiftet und sollte eine Lücke im deutschen Ordenssystem schließen. Es rangierte in der Wertigkeit zwischen dem Eisernes Kreuz I. Klasse und dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Die Auszeichnung existierte in zwei Stufen: in Gold für besondere Tapferkeit im Kampf und in Silber für hervorragende Verdienste in der Truppenführung. Das Deutsche Kreuz in Gold war dabei die weitaus häufiger verliehene Variante.

Die rechtlichen Grundlagen für die Verleihung waren in der Stiftungsurkunde vom 28. September 1941 sowie in ergänzenden Bestimmungen festgelegt. Voraussetzung für die Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold war der vorherige Besitz des Eisernen Kreuzes II. und I. Klasse sowie mehrfache herausragende Einzelleistungen, die für sich genommen noch nicht die Verleihung des Ritterkreuzes rechtfertigten.

Die Verleihungspraxis war streng geregelt und bürokratisch dokumentiert. Jede Verleihung musste durch detaillierte Begründungen untermauert werden, die den Dienstweg durchliefen. Die entsprechenden Listen wurden in mehrfacher Ausfertigung erstellt und an verschiedene militärische und administrative Stellen versandt. Diese Listen enthielten üblicherweise Namen, Dienstgrade, Einheiten und oft auch Datum sowie Grund der Verleihung.

Der Juni 1944 markiert einen besonders kritischen Zeitpunkt im Kriegsverlauf. Am 6. Juni 1944 erfolgte die alliierte Landung in der Normandie, die die Eröffnung der lange erwarteten Westfront bedeutete. An der Ostfront befand sich die Wehrmacht bereits seit Monaten im strategischen Rückzug, und Ende Juni begann mit der Operation Bagration die verheerende sowjetische Sommeroffensive, die zur Zerschlagung der Heeresgruppe Mitte führte. In dieser Phase intensivster Kampfhandlungen wurden zahlreiche Auszeichnungen für Tapferkeit verliehen.

Das vorliegende Dokument, ein DIN A4 Doppelblatt, entspricht dem typischen Format solcher Verwaltungsdokumente der Wehrmacht. Diese Listen wurden auf Schreibmaschine erstellt, häufig mit Durchschlägen für verschiedene Dienststellen. Der “gebrauchte Zustand” des Dokuments ist charakteristisch für Feldpostunterlagen und Verwaltungsdokumente aus den Kriegsjahren, die unter oft schwierigen Bedingungen erstellt, transportiert und archiviert wurden.

Die historische Bedeutung solcher Verleihungslisten ist vielschichtig. Für die Forschung dienen sie als Primärquellen zur Rekonstruktion von Einheitengeschichten, Kampfhandlungen und individuellen militärischen Karrieren. Sie ermöglichen die Verifizierung von Auszeichnungen und liefern Informationen über die Zusammensetzung militärischer Verbände. Gleichzeitig dokumentieren sie die systematische Anerkennungspraxis der Wehrmacht und die Bedeutung, die dem Ordenswesen auch in der Endphase des Krieges noch beigemessen wurde.

Bis zum Kriegsende 1945 wurden insgesamt etwa 24.204 Verleihungen des Deutschen Kreuzes in Gold vorgenommen. Die höchste Verleihungsfrequenz lag in den Jahren 1942 bis 1944, als an allen Fronten intensive Kampfhandlungen stattfanden. Die Auszeichnung wurde an Angehörige aller Wehrmachtsteile – Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine – sowie an Mitglieder der Waffen-SS verliehen.

In sammlungshistorischer Perspektive gehören Verleihungslisten zu den wichtigen Dokumenten der Militaria-Forschung. Sie sind deutlich seltener erhalten als die Auszeichnungen selbst, da viele Archive am Kriegsende zerstört oder zerstreut wurden. Originale Listen aus der Zeit bieten einen unmittelbaren Einblick in die militärische Verwaltungspraxis und sind daher von besonderem dokumentarischen Wert.

Die Authentifizierung solcher Dokumente erfolgt durch Analyse des Papiers, der Schreibmaschinenschrift, der verwendeten Dienstformulare sowie durch Abgleich mit bekannten Verleihungsdaten aus erhaltenen Archivbeständen, insbesondere den Unterlagen des Bundesarchivs in Freiburg, wo große Teile der Wehrmacht-Dokumentation aufbewahrt werden.