Wehrmacht - Großes Ölgemälde des Ritterkreuzträgers Oberstleutnant Karl Winzen, Kommandeur Grenadier-Regiment 289

Großes Ölportrait, um 1944. Eindrucksvolle Darstellung des Offiziers mit Ritterkreuz, Nahkampfspange und Deutschem Kreuz in Gold. Unsigniert. Maße 6 x 67 cm. Im neuzeitlichen Rahmen. Zustand 2. Anbei die Fotokopie seines Vorläufigen Besitzzeugnis zum Ritterkreuz.

Karl Winzen, geboren 2.4.1912 in Solingen, gestorben 21.12.1977 in Solingen. Winzen erhielt nach den Verleihungen des EK 1. und 2. Klasse am 3. Juni 1942 als Hauptmann und Chef III. Bataillon, Infanterie-Regiment 421, 125. Infanterie-Division, das Deutsche Kreuz in Gold. Die Verleihung des Ritterkreuzes erfolgte als Oberstleutnant und  Kommandeur des Grenadier-Regiment 289, 98. Infanterie-Division, am 20. Oktober 1944. Als weitere Auszeichnungen erhielt er die Nahkampfspange in Bronze, das Verwundetenabzeichen in Schwarz, Silber und Gold, Infanteriesturmabzeichen in Silber, Ärmelschild Kuban, Medaille Winterschlacht im Osten sowie die Wehrmacht Dienstauszeichnung für 4 Jahre. Letzter Dienstgrad Oberst.
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Wehrmacht - Großes Ölgemälde des Ritterkreuzträgers Oberstleutnant Karl Winzen, Kommandeur Grenadier-Regiment 289

Dieses Ölgemälde von Oberstleutnant Karl Winzen stellt ein bemerkenswertes Beispiel der militärischen Porträtmalerei des Zweiten Weltkriegs dar. Um 1944 entstanden, zeigt es den hochdekorierten Offizier in seiner Uniform mit den wichtigsten Auszeichnungen seiner militärischen Laufbahn: dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, der Nahkampfspange und dem Deutschen Kreuz in Gold.

Karl Winzen wurde am 2. April 1912 in Solingen geboren und verstarb dort am 21. Dezember 1977. Seine militärische Karriere verlief während einer der konfliktreichsten Perioden der deutschen Geschichte. Die auf dem Gemälde dargestellten Auszeichnungen dokumentieren seinen Einsatz an verschiedenen Frontabschnitten, insbesondere an der Ostfront.

Das Ritterkreuz des Eisenen Kreuzes wurde Winzen am 20. Oktober 1944 verliehen, als er als Oberstleutnant das Grenadier-Regiment 289 der 98. Infanterie-Division kommandierte. Diese Auszeichnung, 1939 von Adolf Hitler als höchste Stufe des Eisernen Kreuzes gestiftet, wurde für außergewöhnliche Tapferkeit und militärische Führungsleistungen verliehen. Bis Kriegsende erhielten etwa 7.300 Angehörige der Wehrmacht diese prestigeträchtige Auszeichnung.

Bereits am 3. Juni 1942 war Winzen das Deutsche Kreuz in Gold verliehen worden, als er als Hauptmann das III. Bataillon des Infanterie-Regiments 421 in der 125. Infanterie-Division führte. Diese am 28. September 1941 gestiftete Auszeichnung schloss die Lücke zwischen dem Eisernen Kreuz I. Klasse und dem Ritterkreuz und wurde für wiederholte Bewährung im Kampf verliehen.

Die Nahkampfspange, die deutlich auf dem Porträt erkennbar ist, wurde ab November 1942 für unbewaffneten Nahkampf oder Kampf mit Handwaffen eingeführt. Sie existierte in drei Stufen: Bronze, Silber und Gold, abhängig von der Anzahl der Nahkampftage. Das Tragen dieser Auszeichnung zeugte von besonders gefährlichen Kampfeinsätzen unter extremsten Bedingungen.

Weitere Auszeichnungen Winzens umfassten das Verwundetenabzeichen in Schwarz, Silber und Gold, was auf mindestens fünf Verwundungen hindeutet, sowie das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber und den Ärmelschild Kuban. Letzterer wurde für die Teilnahme an den Kämpfen am Kuban-Brückenkopf 1943 verliehen und dokumentiert Winzens Einsatz in diesem strategisch wichtigen Abschnitt der Ostfront.

Die Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42, umgangssprachlich auch “Gefrierfleischorden” genannt, wurde an alle Soldaten verliehen, die während des ersten katastrophalen Winters an der Ostfront im Einsatz waren. Diese Auszeichnung symbolisiert das Überleben unter extremsten klimatischen Bedingungen.

Militärische Porträts wie dieses dienten mehreren Zwecken. Sie dokumentierten nicht nur die erreichten Ränge und Auszeichnungen eines Offiziers, sondern erfüllten auch repräsentative Funktionen für die Familie und die militärische Institution. Die Darstellung in Öl auf Leinwand im Format 60 x 67 cm entspricht den üblichen Dimensionen von Offiziersporträts jener Zeit. Solche Gemälde wurden häufig von professionellen Kriegsmalern oder lokalen Künstlern angefertigt, die sich auf militärische Porträts spezialisiert hatten.

Die Tatsache, dass das Gemälde unsigniert ist, war nicht ungewöhnlich. Viele dieser Porträts wurden in relativer Eile angefertigt, insbesondere in den späteren Kriegsjahren, als die militärische Lage zunehmend prekär wurde. Das Jahr 1944, in dem dieses Porträt wahrscheinlich entstand, war geprägt von der sich verschlechternden Situation an allen Fronten.

Nach dem Krieg erreichte Winzen noch den Dienstgrad eines Obersts. Das vorliegende Vorläufige Besitzzeugnis zum Ritterkreuz, das dem Gemälde beiliegt, ist ein wichtiges historisches Dokument. Solche Besitzzeugnisse wurden ausgegeben, wenn die eigentliche Verleihungsurkunde noch nicht ausgehändigt werden konnte, was in den letzten Kriegsmonaten häufig vorkam.

Dieses Porträt und die zugehörigen Dokumente aus dem Familiennachlass bieten einen authentischen Einblick in die militärische Kultur des Dritten Reiches und die persönliche Geschichte eines hochdekorierten Offiziers. Sie sind wichtige Zeugnisse für die historische Forschung und das Verständnis dieser Epoche, wobei eine kritische und kontextualisierende Betrachtung unerlässlich bleibt.

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