Wehrmacht : großer Ordens- und Urkundennachlass des Ritterkreuzträgers Oberstleutnant Albrecht von Boxberg, Kommandeur II./Panzer-Regiment 3

An Auszeichnungen:
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, klassische Fertigung der Fa. Steinhauer & Lück. Geschwärzter Eisenkern an Silberrahmen, rückseitig "800" Silber gestempelt, der Bandring ungestempelt, komplett am original getragenen Halsbandabschnitt. Gewicht 31,5 Gramm. Getragenes Stück in gutem Zustand.
Deutsches Kreuz in Gold. Frühe Fertigung von Deschler, München mit echter Silberplatte, rückseitig mit 6 Kugelnieten. Getragenes Stück, die frühe kurze Nadel wurde während des Krieges feldmäßig ersetzt. Getragenes Stück in gutem Zustand.
Eisernes Kreuz 1939 1. Klasse. Geschwärzter Eisenkern, leicht gewölbt, ohne Herstellerbezeichnung. Getragen, in gutem Zustand.
Eisernes Kreuz 1939 2. KLasse, am Band, ohne Herstellerbezeichnung, Zustand 2.
Panzerkampfabzeichen in Silber, Buntmetall hohlgeprägte Ausführung "cut out". Leicht getragen, die Nadel wurde während des Krieges ersetzt. In gutem Zustand.
Verwundetenabzeichen 1939 in Gold. 1. Modell "Legion Condor". Buntmetall feuervergoldet, hohlgeprägt und verbödet. Leicht getragen, in gutem Zustand.
Erinnerungsmedaille zum 13.3.1938 am Band, Zustand 2.
Erinnerungsmedaille zum 1. Oktober 1938, am Band mit Spange "Prager Burg", Zustand 2.
Wehrmacht Dienstauszeichnung 4. Klasse für 4 Dienstjahre am Band.
Medaille Winterschlachtmedaille im Osten, am Band.
Bulgarien Tapferkeitsorden IV. Klasse am Dreiecksband
Slowakei Erinnerungsmedaille 1939, am Band. Zustand 2.
Dazu die Feldspange mit 7 Auszeichnungen: EK 1939 2. Klasse. Winterschlachtmedaille im Osten. WH Dienstauszeichnung 4 Jahre. Erinnerungsmedaille 12.3.1938 und 1.10.1938 mit Spange "Prager Burg". Bulgarien Tapferkeitsorden IV. Klasse. Slowakei Erinnerungsmedaille 1939.
Persönliche Erkennungsmarke1/Pz.R. 3 - 181", Aluminium, Zustand 2.
Paar Kragenspiegel und Schulterstücke als Oberstleutnant Panzer-Regiment 3 , glänzende Ausführung für die geschönte Feldbluse bzw. den Parade-Waffenrock. Nur leicht getragen, Zustand 2+. Dazu ein weiterer Satz für die Feldbluse in matter Ausführung. Deutlich getragen, 1 Rangstern fehlt, Zustand 2.
Weiterhin 3 Ärmelpatten für den Parade-Waffenrock.
An Urkunden und Dokumenten:
Leistungsbuch Deutsches Reichsausschuss für Leibesübungen für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen, 1929 - 1931.
Leistungsabzeichen des DRA für das Reichsjugendabzeichen, 1929, mit der Nadel.
Urkunde Diensteintritt in den Stahlhelmbund 1930, ausgestellt 20.2.1934. Dazu das Ärmelabzeichen Stahlhelmbund Landesverband Sachsen.
Einstellung als Offiziers-Anwärter im 12 (Sächs.) Reiter-Regiment 1.3.1934.
Truppenausweis, ausgestellt vom Reiter-Regt. 12 für die Jahre 1934 - 1936, mit schönem frühen Uniformfoto als Reiter.
Freischwimmer-Ausweis vom 12. (Sächs.) Reiter-Regiment als Unteroffizier, datiert 1935.
Verpflichtungsschein für das Reichsheer vom 23.7.1934 und Wehrmacht vom 20.3.1936
Leistungsschein DLRG 5.10.1935 als Fähnrich, mit schönem Uniformfoto, mit der Tragenadel, Mitgliedskarte, Prüfungsausweis.
Deutsches Reich Reisepaß Albrecht Kurt Georg v. Boxberg, ausgestellt 1938.
Abgangszeugnis Kriegsschule München 29.10.31935
Beförderungsurkunde zum Oberfähnrich, Kriegsschule München, den 25.10.1936.
Zeugnis der Kriegsschule München zur bestandenen Offiziersprüfung 26.10.1935.
Große Ernennungsurkunde zum Leutnant, Berlin, den 20.4.1936, mit original Unterschrift " Der Reichskriegsminister v. Blomberg".
Wehrpaß, ausgestellt vom Panzer-Regiment 3, Bamberg, den 26.1.1938, mit Uniformfoto als Leutnant, randvoll mit allen Eintragungen: Beförderungen bis zum Oberstleutnant 20.4.1945, alle Auszeichnungen bis zum Deutschen Kreuz in Gold und Ritterkreuz etc. Letzte Eintragung 20.4.1945.
Von dem Soldbuch ist nur noch die Seite 21/22 erhalten mit allen Auszeichnungen, der Rest des Soldbuches wurde von Boxberg bei der Gefangenschaft abgenommen. Auf der Seite handschriftliche Bemerkung v. Boxberg " Rest.d. Soldbuchs,  bevor es mir abgenommen wurde...".
Verleihungsurkunde zur Medaille zur Erinnerung an den 13.3.1938, Berlin, den 8.11.1938.
Urkunde zur Dienstauszeichnung 4. Klasse als Leutnant im Stab Pz.-Regt. 3, ausgestellt Würzburg, den 10.7.1938 mit original Unterschrift des Regimentkommandeurs Oberst.
Truppenausweis, ausgestellt vom Panzer-Regiment 3 für das Jahr 1939, mit schönem Uniformfoto als Leutnant. 
Besitzzeugnis Medaille zur Erinnerung an den 1.10.1938 mit Spange (Prager Burg) als Oberleutnant I./Panzer-Regiment 3, ausgestellt Wien 25.10.1939.
Große Beförderungsurkunde zum Oberleutnant, ausgestellt Berlin, den 28.2.1939, mit original Unterschrift "Der Oberbefehlshaber des Heeres v. Brauchitsch.". Gefaltet, Zustand 2-..
Führerprüfung der Werkstatt-Kompanie I./Panzer-Regiment für die Klassen, 1, 2, 3 und Gleisketten unter 10 t., Wien-Mödling, 20.9.1940.
Schein für Wehrmacht-Hilfs-Kraftfahrsachverständige as Oberleutnant, ausgestellt vom Panzer Regt 3, datiert Wien, 5.10.940.
Besitzzeugnis zum Panzerkampfabzeichen in Silber, 18.5.1940, mit Originalunterschrift Generalleutnant Veiel, Divisionskommandeur 2. Panzer-Division.
Verleihungsurkunde zum Verwundetenabzeichen in Schwarz, 25.6.1940.
Verleihungsurkunde zur Slowakischen Erinnerungsmedaille 1939,, ausgestellt Bratislava 1.9.1940. Dazu die deutsche deutsche Übersetzung und die Genehmigungsurkunde zur Annahme, datiert Berlin, den 28.1.1941.
Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 2. Klasse als Oberleutnant, ausgestellt Wien, 3.11.1939, mit Originalunterschrift Generalleutnant Veiel, Divisionskommandeur 2. Panzer-Division.
Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 1. Klasse, als Oberleutnant 1./Panzer-Regiment 3, ausgestellt Selles, den 31.5.1940, mit Originalunterschrift Generalleutnant  Veiel, Divisionskommandeur 2. Panzer-Division. Rückseitig mit handschriftlichem Vermerk von Boxberg: "bitte sorgfältig aufbewahren. Wenn möglich mir ein E.K. I gebogen schicken um das verl. EK I zur Erinnerung aufheben zu können, das leider ganz gerade ist woran man dauernd hängen bleibt.". 
Vorläufiges Besitzzeugnis zum Deutschen Kreuz in Gold als Oberleutnant und Kompaniechef 1./Pz.-Regt. 3, ausgestellt Hauptquartier OKH, 15.12.1941, Originalunterschrift "Der Oberbefehlshaber des Heeres Generalfeldmarschall v. Brauchitsch".
Besitzzeugnis zum Bulgarischen Tapferkeitsorden IV. Klasse 2. Stufe, ausgestellt Hqu. OKH, den 25.8.1942.
Urkunde zur Winterschlachtmedaille im Osten als Major, verliehen am 18.9.1942.
Prüfbescheid zur Führung eines Kfz., ausgestellt von Pz.-Rgt. 3 Werkstatt-Kompanie 19.6.1943.
Verleihungsurkunde zum Verwundetenabzeichen in Gold als Major im Pz.-Regt. 3, datiert 10.7.1943, Originalunterschrift Generalleutnant Vollrath Lübbe, Divisionskommandeur 2. Panzer-Division.
Inländer-Jahresjagdschein, ausgestellt Wien, den 23.3.1944, mit Uniformfoto.
Vorläufiges Besitzzeugnis zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 1939 als Major und Kommandeur II./Pz.-Regt.3, ausgestellt Hauptquartier OKH 12.2.1944, mit Originalunterschrift Generalleutnant Burgdorf.
Diverse Gratulationsschreiben zur Verleihung des Ritterkreuzes, dabei auch Gratulation des Ortsgruppenleiters und des stellvertretenden Bürgermeisters  der Heimatgemeinde Kleinwelcke (Kreis Bautzen) 27.4.1944.
Abkommandierung zum Oberkommando des Heeres 3.5.1944.
Truppenausweis, ausgestellt vom OKH/HPA (Heerespersonalamt) vom 19.5.1944 mit schönem Uniformfoto als Major mit Ritterkreuz.
Großes gerahmtes Portrait als Major mit frisch verliehenem Ritterkreuz, Kohlezeichnung, gezeichnet in Rußland, signiert 1944. Maße 44,5 x 56,5 cm.

Karriere nach 1045 bei der Bundeswehr:
Lagebericht aus dem Kriegsgefangenen Lager Pullach bei München 1.6.1945 "Nur für Offiziere !" Hochinteressantes Rundschreiben verfasst von Generaloberst Friessner an die gefangenen Offiziere im Lager mit der Darstellung der aktuellen politischen Lage nach der Kapitulation und Verhaltensregeln für die Soldaten.
Abschrift aus dem Wehrpaß von 1938 mit Angabe der Verwundungen 1940 - 1943, Bonn 1955.
Wehrpaß der Bundeswehr, ausgestellt 21.5.1958 mit Foto und Eintragen aller Auszeichnungen des 2. Weltkriegs.
Miniatur des Ritterkreuz des EK Ausführung 1957.
Miniatur des Johanniter Rechtsritterordens.
Miniaturkettchen Ausführung 1957 mit 10 Auszeichnungen: Deutsches Kreuz in Gold. Ritterkreuz des Eisernen Kreuz. Eisernes Kreuz 1. und 2. Klasse 1939 Verwundetenabzeichen in Gold. Panzerkampfabzeichen in Silber. Medaille Winterschlacht im Osten. Wehrmacht Dienstauszeichnung 4 Jahre. DLRG Abzeichen. Sportabzeichen BRD. Bulgarien Tapferkeitsorden. Dazu Stoffabzeichen der DLRG, des Sportabzeichens.
Große Mappe mit der Verleihungsurkunde der Eigenschaft eines Berufssoldaten, Bonn 9.6.1956, mit Originalunterschrift Der Bundespräsident Theodor Heuss, gegengezeichnet Blank.
Ernennungsurkunde zum Oberstleutnant der Bundeswehr, Bonn, 9.12.1955, Originalunterschrift Der Bundespräsident Theodor Heuss, gegengezeichnet Blank.
Ernennungsurkunde zum Oberst, datiert 23.2.1961, mit Originalunterschrift F.J. Strauß.
Urkunde zum Ehrenritter des Johanniter Ordens, Original Unterschrift Oskar Prinz von Preußen Bad Pyrmont, 20.7.1961.
, dazu die Ernennung zum Rechtsritter, ausgestellt 28.10.1961, original Unterschrift Wilhelm Karl Prinz von Preußen.
Ruhestandsurkunde als Oberst 30.9.1971.
Hausausweis Bundeskanzleramt Bonn 1954.
Urkunde Deutsches Sportabzeichen in Gold 1959.
Jahresjagdschein 1968.
Silberne und Goldene Ehrennadel für Verdienste um die Kameradschaft der Wiener Panzerdivision 12.12.1969 und 9.5.1975.
Urkunde für 25jährige Mitgliedschaft Dr. Bundeswehrverband 1.2.1982. Dazu noch diverse Schriftstücke aus der Zeit der Bundeswehr.

Ein großer umfangreicher Nachlass eines tapferen Panzeroffiziers, in dieser Vollständigkeit nur ganz selten zu finden.
Der Nachlass ist 100% zusammengehörig und in allen Teilen original und befand über viele Jahre in einer bekannten Privatsammlung, direkt aus Familienbesitz. Es wurde nach 1945 nichts hinzugefügt. Hierfür geben wir unsere lebenslange Echtheits-Garantie.
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Wehrmacht : großer Ordens- und Urkundennachlass des Ritterkreuzträgers Oberstleutnant Albrecht von Boxberg, Kommandeur II./Panzer-Regiment 3

Der vorliegende Nachlass des Oberstleutnant Albrecht von Boxberg, Ritterkreuzträger und Kommandeur des II. Bataillons des Panzer-Regiments 3, repräsentiert eine außergewöhnlich vollständige Sammlung militärischer Auszeichnungen und Dokumente, die sowohl die Zeit der Wehrmacht als auch die spätere Bundeswehrkarriere umfasst.

Das Panzer-Regiment 3 war eine der traditionsreichsten Panzereinheiten der Wehrmacht und gehörte zur 2. Panzer-Division unter Generalleutnant Rudolf Veiel. Diese Division spielte eine entscheidende Rolle in den frühen Erfolgen der deutschen Panzerwaffe, insbesondere während des Frankreichfeldzugs 1940 und der Anfangsphase des Unternehmens Barbarossa 1941.

Die Auszeichnungen in diesem Nachlass spiegeln die typische Laufbahn eines erfolgreichen Panzeroffiziers wider. Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, gefertigt von der renommierten Firma Steinhauer & Lück, war die höchste Tapferkeitsauszeichnung der Wehrmacht und wurde nur an etwa 7.300 Personen verliehen. Die klassische Fertigung mit geschwärztem Eisenkern und Silberrahmen entspricht den Qualitätsstandards der frühen bis mittleren Kriegszeit.

Das Deutsche Kreuz in Gold von Deschler München war eine weitere hochrangige Auszeichnung, die 1941 als Zwischenstufe zwischen dem Eisernen Kreuz I. Klasse und dem Ritterkreuz eingeführt wurde. Die frühe Fertigung mit echter Silberplatte und sechs Kugelnieten kennzeichnet ein hochwertiges Stück aus der Anfangszeit der Verleihung.

Besonders bemerkenswert ist das Verwundetenabzeichen in Gold im ersten Modell “Legion Condor”. Diese Auszeichnung wurde für Soldaten verliehen, die fünfmal oder mehr verwundet wurden oder eine schwere Kriegsversehrung erlitten hatten. Die Bezeichnung “Legion Condor” bezieht sich auf das erste Modell, das bereits während des Spanischen Bürgerkriegs verwendet wurde.

Die Dokumentation der militärischen Laufbahn beginnt bereits in der Weimarer Zeit mit dem Eintritt in den Stahlhelmbund 1930, einer paramilitärischen Veteranenorganisation. Der Übergang zur Wehrmacht erfolgte über das 12. (Sächsische) Reiter-Regiment, bevor die Versetzung zum Panzer-Regiment 3 in Bamberg stattfand.

Der Wehrpass dokumentiert eine beeindruckende Karriere von der Einstellung als Offiziers-Anwärter 1934 bis zur Beförderung zum Oberstleutnant am 20. April 1945, dem letzten Tag, an dem Hitler Geburtstag feierte. Die Verleihung des Ritterkreuzes am 12. Februar 1944 durch das Oberkommando des Heeres unter Generalleutnant Burgdorf markiert den Höhepunkt der Wehrmacht-Laufbahn.

Nach 1945 dokumentiert der Nachlass die erfolgreiche Integration in die Bundeswehr. Die Ernennung zum Berufssoldaten 1956 durch Bundespräsident Theodor Heuss und die spätere Beförderung zum Oberst durch Verteidigungsminister Franz Josef Strauß 1961 zeigen die Kontinuität der militärischen Laufbahn. Die Aufnahme in den Johanniterorden als Rechtsritter 1961 unterstreicht das gesellschaftliche Ansehen des Offiziers in der Nachkriegszeit.

Die Miniaturkette der Ausführung 1957 entspricht den Bestimmungen des Ordensgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, welches das Tragen von Wehrmacht-Auszeichnungen in “entnazifizierter” Form gestattete. Diese Regelung ermöglichte es Veteranen, ihre militärischen Verdienste weiterhin zu dokumentieren, ohne die politischen Symbole des NS-Regimes zur Schau zu stellen.

Dieser Nachlass ist nicht nur wegen seiner Vollständigkeit bemerkenswert, sondern auch als Zeugnis der deutschen Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts. Er dokumentiert den Übergang von der Wehrmacht zur Bundeswehr und die Integration ehemaliger Wehrmacht-Offiziere in die demokratischen Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland. Die sorgfältige Aufbewahrung aller Dokumente und Auszeichnungen über Jahrzehnte hinweg macht diesen Nachlass zu einem außergewöhnlichen historischen Dokument der deutschen Militärgeschichte.