Dr. Fritz Todt Preis in Silber – Miniatur
Die hier vorgestellte Miniaturnadel des Dr. Fritz Todt Preises in Silber gehört zu den seltensten Sammlerstücken aus der Spätphase des Dritten Reiches. Mit einer Höhe von lediglich 9 mm stellt sie eine verkleinerte Wiedergabe des vollformatigen Abzeichens dar und wurde als Anstecknadel mit rückseitiger langer Nadel gefertigt. Das Stück besteht aus Buntmetall versilbert mit aufpolierten Kanten und befindet sich in einem Zustand, der als 2+ bewertet wird. Ihre außerordentliche Seltenheit macht sie zu einem begehrten Objekt für spezialisierte Sammler.
Die Person Fritz Todt
Fritz Todt (4. September 1891 – 8. Februar 1942) war ein deutscher Bauingenieur und hochrangiger Funktionär der NSDAP. Nach der Machtübernahme Hitlers wurde Todt zum Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen ernannt und war in dieser Funktion für den Bau der deutschen Autobahnen verantwortlich. Im Jahr 1938 gründete er die Organisation Todt (OT), die zu einem zentralen Instrument der Bau- und Infrastrukturprojekte des Regimes wurde. Als Reichsminister für Bewaffnung und Munition leitete Todt die gesamte deutsche Kriegswirtschaft. Sein Leben fand ein jähes Ende am 8. Februar 1942 nahe Wilhelmsdorf, als sein Flugzeug auf dem Weg von Rastenburg nach Berlin-Tempelhof abstürzte.
Stiftung und Verleihung des Preises
Der Dr. Fritz Todt Preis wurde durch Erlass Adolf Hitlers am 12. November 1943 gestiftet. Die erste Verleihung fand am 8. Februar 1944 statt – dem zweiten Jahrestag von Todts Tod. Der Preis diente dazu, das Andenken an Fritz Todt zu ehren und herausragende erfinderische Leistungen von besonderer Bedeutung für die Volksgemeinschaft zu würdigen. Ausgezeichnet wurden insbesondere Verbesserungen an Waffen, Munition und Kriegsgerät sowie Einsparungen von Rohstoffen, Arbeitskräften oder Energie.
Der Preis wurde in drei Stufen verliehen: Gold, Silber und Stahl. Die Verleihung der Goldstufe erfolgte durch Adolf Hitler persönlich, auf Empfehlung von Dr. Robert Ley, dem Führer der Deutschen Arbeitsfront, und Reichsminister Albert Speer, dem Leiter des Hauptamtes für Technik der NSDAP. Die Verleihung der Silber- und Stahlstufe oblag den Gauleitern, auf Empfehlung des Gauobmanns der Deutschen Arbeitsfront und des Gauamtsleiters für Technik der NSDAP.
Verbundene Geld- und Sachpreise
Neben dem Abzeichen und einer Verleihungsurkunde war mit dem Preis auch eine finanzielle Zuwendung verbunden. Ursprünglich betrugen die Prämien 50.000 Reichsmark für die Goldstufe, 30.000 Reichsmark für die Silberstufe und 10.000 Reichsmark für die Stahlstufe. Ab April 1944 wurden die Prämien für alle Stufen auf einheitlich 2.000 Reichsmark reduziert – ein deutliches Zeichen der zunehmend angespannten wirtschaftlichen Lage des Reiches im letzten Kriegsjahr. Die Verleihungstermine waren der 4. September (Todts Geburtstag) und der 8. Februar (sein Todestag).
Erste Verleihung und dokumentierte Empfänger
Die erste Verleihung der Goldstufe erfolgte am 8. Februar 1944. Dr. Ing. Franz Pölzguter aus Holzheim erhielt die höchste Stufe aus den Händen von Reichsminister Speer und Reichsleiter Dr. Ley für die erfolgreiche Einführung neuer Stahlaufbereitungsverfahren. Eine umfassende Liste aller Preisträger ist in den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert. Anhand von Verleihungsnummern und Produktionsnummern lässt sich eine fortlaufende Nummerierung belegen, doch Gesamtzahlen der Verleihungen sind nicht bekannt.
Gestaltung des Abzeichens
Das vollformatige Abzeichen zeigt einen Adler mit halb angelegten Schwingen, der nach links blickt und auf einer Schriftrolle mit der Inschrift “DR. FRITZ TODT” steht. Unterhalb der Schriftrolle befindet sich ein Hakenkreuz im Zahnradmotiv. Die Miniaturversion repliziert dieses Design im verkleinerten Maßstab von 9 mm Höhe. Die Standardproduktion der Vollversionen erfolgte unter anderem durch die Firmen Gebrüder Godet & Co, Berlin und C.F. Zimmermann in Pforzheim. Luxusversionen in 900er Silber wurden von Rudolf Stübiger Wien gefertigt. Für die Vollversion existierten drei unterschiedliche Varianten, die sich in der Beschriftung der Vorderseite sowie dem Vorhandensein oder Fehlen von Rückseitenmarkierungen unterschieden.
Historische Einordnung und Sammlerbedeutung
Die Stiftung des Preises im November 1943 und seine Erstverleihung im Februar 1944 fällt in eine Phase, in der das nationalsozialistische Regime verstärkt versuchte, durch Anreize die kriegswirtschaftliche Produktion zu steigern. Die Verleihung ging mit dem Ende des Dritten Reiches im Mai 1945 unter. Heute befinden sich Exemplare des Preises in internationalen Museumssammlungen, darunter den Imperial War Museums in London und dem Australian War Memorial.
Die vorliegende 9-mm-Miniaturnadel ist als sehr selten einzustufen. Spezifische Produktionsdetails, Hersteller und Stückzahlen der Miniaturversion sind in den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert. Gerade diese Seltenheit und die geringe Dokumentationslage machen das Stück zu einem außergewöhnlich interessanten Objekt für fortgeschrittene Sammler von Auszeichnungen des Dritten Reiches.