Foto Deutsch Südwest Afrika

24 x 9 cm, rückseitig beschriftet, Zustand 2
150778
18,00

Foto Deutsch Südwest Afrika

Das vorliegende Fotodokument aus Deutsch-Südwestafrika repräsentiert ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Kolonialgeschichte in Afrika zwischen 1884 und 1915. Mit seinen Maßen von 24 x 9 cm handelt es sich vermutlich um ein Panoramaformat, das typisch für Landschafts- und Truppenaufnahmen der damaligen Zeit war.

Historischer Kontext

Deutsch-Südwestafrika, das heutige Namibia, war von 1884 bis 1915 eine deutsche Kolonie und stellte die einzige deutsche Besitzung in Afrika dar, in der sich eine nennenswerte Anzahl deutscher Siedler niederließ. Das Gebiet umfasste etwa 835.000 Quadratkilometer und wurde nach der Berliner Kongokonferenz 1884/85 unter deutschen Schutz gestellt. Der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz hatte bereits 1883 erste Landerwerbungen getätigt, die den Grundstein für die spätere Kolonie legten.

Militärische Bedeutung

Die militärische Präsenz in Deutsch-Südwestafrika war beträchtlich, insbesondere nach dem Herero-Aufstand (1904-1908) und dem gleichzeitigen Nama-Aufstand. Die Kaiserliche Schutztruppe, die ursprünglich nur wenige hundert Mann umfasste, wurde während dieser Konflikte auf über 15.000 Soldaten aufgestockt. Unter dem Kommando von Generalleutnant Lothar von Trotha führte die deutsche Kolonialmacht einen brutalen Vernichtungsfeldzug, der heute als Völkermord anerkannt wird.

Fotografische Dokumentation

Fotografien aus dieser Epoche hatten mehrere Funktionen: Sie dienten der militärischen Dokumentation, der Propaganda im Deutschen Reich und als persönliche Erinnerungsstücke der Soldaten und Siedler. Das Panoramaformat war besonders beliebt für die Darstellung von Truppenparaden, Lagerszenen und der weiten afrikanischen Landschaft. Die rückseitige Beschriftung solcher Fotografien enthielt häufig Angaben zu Ort, Datum, abgebildeten Personen oder Einheiten.

Technische Aspekte

Die Fotografie in den deutschen Kolonien um 1900-1915 erfolgte überwiegend mit Plattenkameras und dem Gelatine-Silber-Verfahren. Das ungewöhnliche Format von 24 x 9 cm deutet auf eine speziell angefertigte Aufnahme oder einen Ausschnitt aus einem größeren Negativ hin. Professionelle Fotografen wie Arthur Vollrath oder Ernst Vollbehr dokumentierten das koloniale Leben und militärische Ereignisse.

Sammlerwert und historische Bedeutung

Fotografien aus Deutsch-Südwestafrika sind heute wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Kolonialzeit geben. Der angegebene Zustand 2 (auf einer Skala, bei der 1 exzellent bedeutet) weist auf gut erhaltenes Material mit möglicherweise leichten Gebrauchsspuren hin. Solche Fotografien werden von Museen, Archiven und Sammlern gesucht, da sie authentische Zeugnisse einer kontroversen Epoche der deutschen Geschichte darstellen.

Ende der deutschen Kolonialherrschaft

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 wurde Deutsch-Südwestafrika zum Kriegsschauplatz. Die südafrikanischen Truppen unter Louis Botha eroberten die Kolonie 1915, und die deutsche Schutztruppe kapitulierte am 9. Juli 1915 in Khorab. Im Versailler Vertrag 1919 musste Deutschland alle Kolonien abtreten. Südwestafrika wurde Mandatsgebiet des Völkerbundes unter südafrikanischer Verwaltung.

Fotografien wie das vorliegende Dokument sind heute unersetzliche Quellen für die Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte und dienen der historischen Forschung sowie der Erinnerungskultur.