Nationalsozialistischer Reichskriegerbund ( NSRKB ) Schirmmützenadler
Der Nationalsozialistischer Reichskriegerbund (NSRKB) war eine bedeutende Organisation im nationalsozialistischen Deutschland, die eine zentrale Rolle in der Veteranenpolitik des Dritten Reiches spielte. Der hier beschriebene Schirmmützenadler aus Aluminium mit der Herstellermarkierung “1 ges.gesch.” (gesetzlich geschützt) stellt ein charakteristisches Abzeichen dar, das auf den Schirmmützen der NSRKB-Mitglieder getragen wurde.
Der NSRKB wurde am 4. März 1938 durch die Zusammenlegung des Kyffhäuserbundes und des Stahlhelm-Bundes der Frontsoldaten gegründet. Diese Zwangsvereinigung war Teil der nationalsozialistischen Gleichschaltungspolitik, die darauf abzielte, alle Veteranenorganisationen unter zentrale Kontrolle zu bringen. Der Kyffhäuserbund, gegründet 1900, war ursprünglich eine konservative Veteranenvereinigung mit monarchistischen Tendenzen, während der Stahlhelm eine paramilitärische Organisation der Weimarer Republik war.
Die Führung des NSRKB übernahm Wilhelm Reinhard, ein ehemaliger Generalleutnant der Reichswehr. Die Organisation gliederte sich in verschiedene Ränge und Strukturen, die der militärischen Hierarchie nachempfunden waren. Mitglieder waren ehemalige Soldaten des Ersten Weltkrieges und späterer Konflikte, die im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie organisiert und mobilisiert wurden.
Der Adler auf den Schirmmützen war ein wesentliches Kennzeichen der Uniform. Diese Adler wurden in verschiedenen Materialien hergestellt, wobei Aluminium aufgrund seiner Leichtigkeit und Verfügbarkeit häufig verwendet wurde. Die Herstellermarkierung “1 ges.gesch.” deutet auf einen der zahlreichen lizenzierten Hersteller hin, die diese Abzeichen nach standardisierten Vorgaben produzierten. Die Nummer “1” war ein Herstellercode, wobei verschiedene Firmen unterschiedliche Nummern zugewiesen bekamen.
Die Gestaltung des Adlers folgte den nationalsozialistischen Uniformvorschriften. Der Adler war typischerweise nach rechts blickend dargestellt, mit ausgebreiteten Schwingen und hielt ein Hakenkreuz in seinen Fängen. Diese Ikonographie war charakteristisch für alle NS-Organisationen und symbolisierte die Macht und den Herrschaftsanspruch des Regimes.
Die Schirmmützen des NSRKB unterschieden sich in Details von denen anderer NS-Organisationen. Sie waren Teil einer genau definierten Uniformordnung, die Rang, Funktion und Zugehörigkeit anzeigte. Die Mützen wurden zu verschiedenen Anlässen getragen, darunter Gedenkveranstaltungen, Paraden und offizielle Versammlungen.
Der NSRKB hatte mehrere Hauptaufgaben: die Pflege des “Frontsoldatengeistes”, die Unterstützung ehemaliger Soldaten und ihrer Familien, sowie die Verbreitung nationalsozialistischer Propaganda unter Veteranen. Die Organisation spielte auch eine Rolle bei der Vorbereitung auf den Zweiten Weltkrieg, indem sie eine militaristische Kultur förderte und die Bevölkerung auf kommende Konflikte einstimmte.
Während des Zweiten Weltkrieges erweiterte sich die Rolle des NSRKB. Die Organisation half bei der Mobilisierung, der Heimatfront-Propaganda und der Betreuung von Kriegsversehrten. Mit fortschreitendem Krieg und zunehmenden Verlusten wuchs die Mitgliederzahl erheblich an.
Nach der Kapitulation Deutschlands 1945 wurde der NSRKB zusammen mit allen anderen NS-Organisationen von den Alliierten verboten und aufgelöst. Die Uniformteile und Abzeichen wurden beschlagnahmt oder vernichtet, obwohl viele Stücke als Kriegstrophäen oder später als Sammlerstücke erhalten blieben.
Heute sind solche Objekte wie der beschriebene Schirmmützenadler historische Artefakte, die in Museen und Sammlungen aufbewahrt werden. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer dunklen Epoche der deutschen Geschichte und sind wichtig für die historische Forschung und Bildung. Der Umgang mit solchen Objekten ist in Deutschland durch das Strafgesetzbuch geregelt, das die Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen verbietet, während ihre Nutzung zu Bildungs- und Forschungszwecken erlaubt ist.