SA Schaftmütze für Mannschaften der SA Gruppe Niederrhein

leichte Ausführung aus leichtem parteibraunen Tuch, komplett mit Hoheitsadler 2. Modell in Feinzink und vernickelten Knopf, brauner Ledersturmriemen, schwarze Besatzfarbe für Gruppe "Niederrhein". Innen mit braunem beschädigtem Schweißband und RZM Stoffetikett "Dienstmütze", braunes Wachstuchfutter, Größe ca. 57. Mottenschäden an der rechten Schläfe, Zustand 3.
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1.600,00

SA Schaftmütze für Mannschaften der SA Gruppe Niederrhein

Die SA-Schirmmütze (auch Schaffmütze genannt) für Mannschaften der SA-Gruppe Niederrhein repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der paramilitärischen Organisation der Sturmabteilung (SA) während der nationalsozialistischen Ära in Deutschland. Diese Kopfbedeckung war nicht nur ein funktionales Kleidungsstück, sondern auch ein wichtiges Symbol der politischen Bewegung zwischen 1933 und 1945.

Die SA wurde bereits 1920/21 als Ordnertruppe der NSDAP gegründet und entwickelte sich schnell zu einer paramilitärischen Massenorganisation. Nach der Machtübernahme 1933 erreichte die SA ihre größte Ausdehnung mit mehreren Millionen Mitgliedern. Die Organisation war in verschiedene Gruppen unterteilt, die geografischen Regionen entsprachen. Die SA-Gruppe Niederrhein war eine dieser territorialen Einheiten und umfasste das Gebiet am unteren Rhein, mit Zentren wie Düsseldorf, Duisburg und Krefeld.

Die Uniformierung der SA folgte strengen Vorschriften, die im Laufe der Jahre mehrfach präzisiert wurden. Die Schirmmütze für Mannschaften unterschied sich deutlich von den Ausführungen für Führer. Das parteibraune Tuch war das charakteristische Erkennungsmerkmal aller SA-Uniformteile und symbolisierte die Verbindung zur NSDAP. Die Farbgebung sollte Einheitlichkeit und Disziplin demonstrieren.

Ein besonderes Kennzeichen dieser Mütze ist die schwarze Besatzfarbe, die spezifisch für die SA-Gruppe Niederrhein vorgeschrieben war. Jede SA-Gruppe hatte ihre eigene Besatzfarbe zur Identifikation: Diese Farbcodierung ermöglichte eine schnelle Zuordnung der Träger zu ihrer jeweiligen regionalen Einheit. Die schwarze Paspelierung am Mützenkranz diente somit als wichtiges Erkennungsmerkmal.

Der Hoheitsadler auf der Mütze erschien in verschiedenen Ausführungen. Das hier erwähnte zweite Modell aus Feinzink mit vernickelter Oberfläche wurde ab Mitte der 1930er Jahre verwendet und ersetzte frühere Varianten. Der Adler mit Hakenkreuz im Eichenkranz war das zentrale Hoheitszeichen und musste nach den Uniformvorschriften auf der Vorderseite der Mütze angebracht werden. Der vernickelte Knopf an der Oberseite der Mütze vervollständigte die Metallbeschläge.

Der braune Ledersturmriemen war ein praktisches wie symbolisches Element. Er sollte die Mütze bei Bewegung sichern und verwies gleichzeitig auf den militärischen Charakter der Organisation. Das Leder wurde im Laufe der Tragezeit durch Schweiß und Witterungseinflüsse beansprucht.

Die Innenkonstruktion folgte standardisierten Vorgaben: Das Schweißband aus Leder sollte Tragekomfort gewährleisten und die Mütze vor Verschmutzung schützen. Das RZM-Stoffetikett mit der Bezeichnung "Dienstmütze" ist von besonderer historischer Bedeutung. Die Reichszeugmeisterei (RZM) wurde 1929 gegründet und kontrollierte ab 1933 die Herstellung und den Vertrieb aller Partei-Uniformen und Ausrüstungsgegenstände. Jeder zugelassene Hersteller erhielt eine RZM-Nummer, die auf den Etiketten vermerkt wurde. Dies sollte Qualitätsstandards sichern und wilde Herstellungen unterbinden.

Das braune Wachstuchfutter war typisch für die einfachere Ausführung der Mannschaftsmützen. Führerausführungen hatten oft hochwertigere Futterstoffe. Die Größe von etwa 57 entspricht einem mittleren Kopfumfang und war eine gängige Konfektionsgröße.

Die beschriebenen Schäden – Mottenlöcher an der rechten Schläfe und ein beschädigtes Schweißband – sind typische Alterungs- und Lagerungserscheinungen bei Textilien aus dieser Epoche. Motten befallen bevorzugt Naturfasern wie Wolle, besonders in Bereichen, die mit Hautfetten in Kontakt kamen. Der Zustand 3 deutet auf ein Sammlerstück mit sichtbaren Gebrauchsspuren hin.

Nach den Ereignissen der Röhm-Affäre im Juni 1934, bei der die SA-Führung ausgeschaltet wurde, verlor die SA erheblich an politischer Bedeutung. Die Organisation bestand zwar bis 1945 fort, spielte aber nach 1934 eine untergeordnete Rolle gegenüber der SS. Die SA-Gruppen wie die Niederrhein blieben organisatorisch bestehen, hatten aber zunehmend repräsentative und zeremonielle Funktionen.

Heute sind solche Uniformteile wichtige zeithistorische Dokumente, die Einblick in die Organisation, Hierarchie und Symbolik des NS-Regimes geben. Sie werden in Museen und Sammlungen verwahrt und dienen der historischen Forschung und Bildung. Der Umgang mit solchen Objekten erfordert historische Sensibilität und die Einordnung in den Kontext einer verbrecherischen Diktatur.