Fallschirmschützenabzeichen 

Feinzink, rückseitig mit Herstellerbezeichnung "G.H.Osang Dresden", runde magnetische Nadel. Der Adler nicht mehr vergoldet. Leicht getragen, Zustand 2.
454679
1.100,00

Fallschirmschützenabzeichen 

Das Fallschirmschützenabzeichen der deutschen Wehrmacht gehört zu den bekanntesten und begehrtesten militärischen Auszeichnungen des Zweiten Weltkriegs. Dieses spezielle Exemplar wurde von der Firma G.H. Osang aus Dresden hergestellt, einem der bedeutendsten Hersteller militärischer Auszeichnungen während des Dritten Reiches.

Das Fallschirmschützenabzeichen wurde am 5. November 1936 durch den Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Hermann Göring, gestiftet. Die ursprüngliche Verleihungsbestimmung sah vor, dass das Abzeichen an Soldaten der Fallschirmtruppe verliehen wurde, die ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hatten und mindestens sechs Absprünge absolviert hatten. Im Verlauf des Krieges wurden die Verleihungsbedingungen mehrfach modifiziert und erweitert.

Das Design des Abzeichens zeigt einen nach unten stoßenden Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der einen Eichenlaubkranz mit einem Hakenkreuz in den Fängen hält. Über dem Kranz ist eine geöffnete Fallschirmkappe dargestellt, die das charakteristische Element dieser Auszeichnung bildet. Die symbolische Gestaltung sollte die Verbindung von Luftwaffe und Bodenkampf sowie den Mut und die besondere Stellung der Fallschirmjäger zum Ausdruck bringen.

Die Herstellung aus Feinzink entspricht der späteren Produktionsphase während des Krieges. Während frühe Exemplare oft aus Buntmetall oder versilbertem Metall gefertigt wurden, ging man aus Ressourcenknappheit zunehmend zur Verwendung von Zink über. Die Firma G.H. Osang war einer der offiziell autorisierten Hersteller und verwendete verschiedene Herstellungsverfahren und Materialien je nach Kriegsphase und Verfügbarkeit von Rohstoffen.

Die rückseitige Markierung "G.H. Osang Dresden" ist ein wichtiges Authentizitätsmerkmal. Die Firma Osang war seit den 1920er Jahren im Bereich der Herstellung von militärischen Auszeichnungen tätig und belieferte während des Dritten Reiches verschiedene Wehrmachtsteile. Die präzise Herstellermarkierung ermöglicht heute eine genaue Zuordnung und Datierung der Stücke.

Die runde magnetische Nadel ist ein weiteres charakteristisches Merkmal dieser Auszeichnung. Die Nadelbefestigung variierte je nach Hersteller und Produktionszeit. Magnetische Eigenschaften deuten auf die Verwendung von Eisenlegierungen in der Nadelkonstruktion hin, was ebenfalls typisch für die Kriegsproduktion war, als hochwertige nichtmagnetische Metalle zunehmend knapp wurden.

Die deutschen Fallschirmjäger, auch als "Grüne Teufel" von ihren Gegnern genannt, waren eine Elite-Einheit der Luftwaffe. Sie wurden in bedeutenden Operationen wie der Eroberung des belgischen Forts Eben-Emael im Mai 1940, der Schlacht um Kreta im Mai 1941 und später in der Schlacht um Monte Cassino in Italien eingesetzt. Nach den hohen Verlusten bei Kreta wurden Fallschirmtruppen zunehmend als Bodentruppen eingesetzt.

Das Fallschirmschützenabzeichen wurde grundsätzlich auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb von Eisernen Kreuzen oder anderen höheren Auszeichnungen. Die Trageweise war in den Uniformvorschriften der Luftwaffe genau festgelegt.

Für Sammler und Historiker sind solche Abzeichen mit identifizierbaren Herstellermarkierungen von besonderem Interesse, da sie die Dokumentation der Produktionsgeschichte und der wirtschaftlichen Organisation des Dritten Reiches ermöglichen. Die Firma Osang stellte neben Fallschirmschützenabzeichen auch andere militärische Auszeichnungen her, was sie zu einem bedeutenden Zulieferer der Wehrmacht machte.

Nach Kriegsende wurde die Produktion solcher Auszeichnungen eingestellt, und die Firma Osang, wie viele andere Dresdner Unternehmen, wurde durch die Bombardierung der Stadt im Februar 1945 schwer in Mitleidenschaft gezogen. Heute sind Originalstücke mit klarer Herstellerprovenienz wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Produktions- und Verleihungspraxis des Dritten Reiches geben.