Kriegsmarine Ärmelabzeichen Dienstgrad Gefreiter

Obermatrose bis 31.1.1938, für das blaue Hemd, Metallfaden, Zustand 2.
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20,00

Kriegsmarine Ärmelabzeichen Dienstgrad Gefreiter

Das Kriegsmarine Ärmelabzeichen für den Dienstgrad Gefreiter (bis 31. Januar 1938 als Obermatrose bezeichnet) repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der deutschen Marineuniformkunde der Zwischenkriegszeit und der frühen Jahre des Dritten Reiches.

Die Kriegsmarine, als Nachfolgeorganisation der Reichsmarine, entstand offiziell am 1. Juni 1935 durch die Umbenennung im Zuge der deutschen Aufrüstung unter dem NS-Regime. Die Uniformbestimmungen und Rangabzeichen durchliefen jedoch kontinuierliche Entwicklungen und Anpassungen, die sowohl auf traditionellen kaiserlichen Vorgaben als auch auf neuen nationalsozialistischen Vorgaben basierten.

Das vorliegende Ärmelabzeichen wurde für das blaue Hemd (Arbeitsanzug) getragen und bestand aus Metallfaden, was auf eine hochwertige Ausführung hinweist. Die Verwendung von Metallfäden bei Rangabzeichen war in der deutschen Marine eine lange Tradition und unterschied sich deutlich von einfacheren Ausführungen aus Baumwolle oder Kunstseide, die für den alltäglichen Gebrauch oder spätere Kriegsjahre typisch waren.

Die Rangbezeichnung Obermatrose war bis zum 31. Januar 1938 gebräuchlich und bezeichnete einen Mannschaftsdienstgrad, der über dem einfachen Matrosen stand. Mit der Dienstgradreform vom 1. Februar 1938 wurde diese Bezeichnung durch Gefreiter ersetzt, um eine größere Vereinheitlichung mit den Dienstgradbezeichnungen der Wehrmacht zu erreichen. Diese Reform war Teil der umfassenderen Bestrebungen, die verschiedenen Wehrmachtsteile (Heer, Luftwaffe und Marine) in ihrer Struktur und Terminologie anzugleichen.

Die Ärmelabzeichen der Kriegsmarine waren auf dem linken Oberarm zu tragen und bestanden typischerweise aus einem oder mehreren Winkeln, die je nach Anzahl und Ausführung den jeweiligen Dienstgrad anzeigten. Der Obermatrose bzw. spätere Gefreite trug einen einzelnen Winkel. Diese Abzeichen wurden auf der blauen Arbeitsuniform befestigt, die für den täglichen Dienst an Bord und an Land vorgesehen war, im Gegensatz zur weißen Sommeruniform oder der dunkelblauen Ausgehuniform.

Die Herstellung solcher Abzeichen erfolgte durch verschiedene autorisierte Hersteller im gesamten Deutschen Reich. Die Qualität und Ausführung variierten je nach Hersteller und Zeitpunkt der Produktion. Metallfaden-Ausführungen, wie das beschriebene Exemplar, waren besonders in den frühen Jahren der Kriegsmarine verbreitet, als noch ausreichend Material und Zeit für die sorgfältige Herstellung zur Verfügung standen.

Die Dienstgradstruktur der Kriegsmarine folgte einem hierarchischen System, das von den einfachen Mannschaftsdienstgraden über Unteroffiziere und Offiziere bis zu den höchsten Admiralsrängen reichte. Der Obermatrose/Gefreite befand sich auf der untersten Stufe der Beförderungsmöglichkeiten innerhalb der Mannschaftsdienstgrade und konnte bei entsprechender Bewährung zum Obergefreiten (früher Hauptgefreiter) aufsteigen.

Die Uniformvorschriften der Kriegsmarine waren in den Anzugbestimmungen für die Kriegsmarine (A.B.K.) detailliert festgelegt. Diese Vorschriften regelten nicht nur die Art und Weise der Anbringung von Rangabzeichen, sondern auch Material, Größe und Ausführung jedes einzelnen Elements der Uniform. Die Einhaltung dieser Vorschriften war streng überwacht, und Abweichungen wurden als Verstöße gegen die Disziplin geahndet.

Solche Ärmelabzeichen sind heute begehrte Sammlerobjekte, die Einblick in die Uniformkunde und Organisationsstruktur der deutschen Kriegsmarine geben. Der Erhaltungszustand wird üblicherweise auf einer Skala von 1 (neuwertig) bis 5 (stark beschädigt) bewertet. Ein Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Stück mit minimalen Gebrauchsspuren hin, was für ein über 80 Jahre altes Objekt bemerkenswert ist.

Die historische Bedeutung solcher Abzeichen liegt nicht nur in ihrer militärischen Funktion, sondern auch in ihrem Zeugniswert für die Organisationsgeschichte der Kriegsmarine und die allgemeine Entwicklung der deutschen Streitkräfte in der Zeit zwischen 1935 und 1945.

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