Kriegsmarine Dolch für Offiziere .

Es handelt sich herbei um eine Fertigung der Fa. Eickhorn Solingen. Sehr gut erhaltene Klinge mit beidseitiger Ätzung, Weißer Griff mit intakter Drahtwicklung, der Griff weist Spannungsrisse unter dem Knauf auf, vergoldete Messingbeschläge, Blitzscheide ist Beulen-und Beschädigungfrei, die Vergoldung schon etwas ermattet, mit Portepee, dieses mit deutlichen Alters-Tragespuren. 
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1.600,00

Kriegsmarine Dolch für Offiziere .

Der Kriegsmarine-Offiziersdolch stellt eines der charakteristischsten Ausrüstungsstücke der deutschen Marineofficiere während der Zeit des Dritten Reiches dar. Diese zeremoniellen Blankwaffen wurden gemäß der Heeres-Verordnungs-Blatt vom 1. Juli 1938 als obligatorischer Bestandteil der Paradeuniform für Offiziere der Kriegsmarine eingeführt.

Die Firma Eickhorn Solingen gehörte zu den renommiertesten Herstellern militärischer Blankwaffen in Deutschland. Das Unternehmen, gegründet 1865, hatte sich bereits im Kaiserreich einen Namen als Lieferant hochwertiger Säbel und Degen gemacht. Während der 1930er und 1940er Jahre produzierte Eickhorn Dolche für alle Wehrmachtsteile, wobei die Qualität ihrer Erzeugnisse als außerordentlich hoch geschätzt wurde.

Der Kriegsmarine-Dolch folgte einem standardisierten Design, das maritime Traditionen mit nationalsozialistischer Symbolik verband. Die zweischneidige Klinge war typischerweise etwa 24-25 cm lang und wies auf beiden Seiten Ätzungen auf. Diese zeigten üblicherweise maritime Motive wie Anker, verschlungene Taue und in vielen Fällen das Hoheitszeichen der Wehrmacht. Die Ätzungen wurden in einem aufwendigen chemischen Verfahren aufgebracht und mit Gold oder Silber ausgelegt.

Der weiße Griff bestand aus Zelluloid oder Bein und war mit vergoldetem Draht umwickelt. Diese Wicklung diente nicht nur dekorativen Zwecken, sondern sollte auch einen sicheren Halt gewährleisten. Der obere Abschluss bildete der Knauf mit dem Reichsadler und Hakenkreuz, während der untere Teil als Parierstange gestaltet war, die ebenfalls maritime Elemente aufwies. Die Problematik von Spannungsrissen im Griffmaterial ist bei vielen erhaltenen Exemplaren zu beobachten und resultiert aus der natürlichen Alterung des Materials sowie klimatischen Einflüssen.

Die Scheide wurde aus Blech gefertigt und mit marineblauem Lack überzogen. Die Metallbeschläge – Mundblech, Ortband und die charakteristischen Scheidenbänder – waren vergoldet. Die Scheide verfügte über zwei Hängeringe zur Befestigung der Tragevorrichtung. Der Begriff “Blitzscheide” bezieht sich auf die schnelle Montage- und Demontagemöglichkeit dieser Aufhängung.

Das Portepee war ein wesentlicher Bestandteil des Offiziersdolches und diente als Rangabzeichen. Die Ausführung variierte je nach Dienstgrad: Leutnante und Oberleutnante trugen ein Portepee mit Silberfäden, während höhere Offiziersränge goldene Portepees verwendeten. Die Troddel und die Schlaufe waren kunstvoll geflochten und zeigten die Zugehörigkeit zur Kriegsmarine durch die Farbgebung in Gold und Blau.

Die Trageweise des Dolches war streng reglementiert. Er wurde ausschließlich zur Paradeuniform und bei besonderen Anlässen getragen, nicht jedoch im Gefecht oder bei alltäglichen Dienstverrichtungen. Die Befestigung erfolgte auf der linken Seite am Koppel mittels der Portepeeunterlage und der Scheidenaufhängung.

Aus historischer Perspektive dokumentieren diese Dolche nicht nur die Handwerkskunst der Solinger Klingenschmieden, sondern auch die militärischen Traditionen und die Uniformregelungen der Kriegsmarine. Nach Kriegsende 1945 wurden viele dieser Dolche von alliierten Soldaten als Souvenirs mitgenommen, was ihre weltweite Verbreitung in Sammlungen erklärt.

Der Erhaltungszustand solcher Objekte variiert erheblich. Exemplare mit intakter Ätzung, vollständiger Drahwicklung und originaler Vergoldung sind besonders bemerkenswert. Die erwähnten Altersspuren wie ermattete Vergoldung oder Spannungsrisse sind authentische Zeichen der Verwendung und des Alters und mindern bei Sammlern und Historikern nicht den dokumentarischen Wert dieser militärhistorischen Zeugnisse.

Heute dienen diese Objekte primär der historischen Forschung und Dokumentation. Sie ermöglichen Einblicke in die Uniformkunde, Rangabzeichen und zeremonielle Praktiken der deutschen Kriegsmarine. Museen und private Sammlungen bewahren sie als Zeugnisse einer spezifischen Epoche der deutschen Militärgeschichte.