XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - Dienstplakette als Ausweismarke für die Angehörigen des Betriebsdienstes

68 mm, aus blauem Bakelit, mit Matrikelnummer " 2051 " aufgeklammert, rückseitig mit Hersteller : Walgo, Kierspe-Bhf. Westf., an Tragenadel, Zustand 2.
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300,00

XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - Dienstplakette als Ausweismarke für die Angehörigen des Betriebsdienstes

Die Dienstplakette für die XI. Olympischen Spiele 1936 in Berlin stellt ein bedeutendes Zeugnis der organisatorischen Infrastruktur dar, die für die Durchführung dieses monumentalen sportlichen Großereignisses erforderlich war. Diese spezielle Ausweismarke aus blauem Bakelit mit einem Durchmesser von 68 mm wurde den Angehörigen des Betriebsdienstes zur Identifikation und Zugangskontrolle ausgestellt.

Die Olympischen Spiele 1936, die vom 1. bis 16. August in Berlin stattfanden, waren die ersten Spiele, die in beispiellosem Umfang von einem totalitären Regime für propagandistische Zwecke instrumentalisiert wurden. Das nationalsozialistische Deutschland unter Adolf Hitler nutzte die Veranstaltung, um der Weltöffentlichkeit ein modernes, friedliebendes und organisiertes Deutschland zu präsentieren. Die Organisation unter der Leitung des Reichssportführers Hans von Tschammer und Osten und des Organisationskomitees unter Theodor Lewald und Carl Diem erforderte ein komplexes System von Sicherheits- und Betriebspersonal.

Das verwendete Material Bakelit, ein frühes synthetisches Polymer, das 1907 von Leo Baekeland erfunden wurde, war in den 1930er Jahren ein modernes und praktisches Material für solche Zwecke. Es war widerstandsfähig, kostengünstig in der Massenproduktion und ließ sich in verschiedenen Farben herstellen. Die blaue Färbung diente der schnellen visuellen Identifikation der Zugangsberechtigung des Trägers.

Die aufgeklammerte Matrikelnummer ermöglichte eine präzise Identifizierung und Registrierung jedes einzelnen Betriebsdienstmitarbeiters. Dieses System war Teil der umfassenden Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen, die für die Olympischen Spiele 1936 entwickelt wurden. Der Betriebsdienst umfasste technisches Personal, Wartungskräfte, Reinigungspersonal und andere Mitarbeiter, die für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltungen in den verschiedenen Sportstätten verantwortlich waren.

Der Hersteller Walgo aus Kierspe-Bahnhof in Westfalen war eines von mehreren Unternehmen, die mit der Produktion verschiedener Ausweismarken und Plaketten für die Olympischen Spiele beauftragt wurden. Die Kennzeichnung des Herstellers auf der Rückseite entspricht den damaligen Standards der Qualitätssicherung und Nachverfolgbarkeit.

Die Verwendung solcher Dienstplaketten war Teil eines umfassenden Zugangskontrollsystems, das verschiedene Kategorien von Berechtigungen umfasste. Neben dem Betriebsdienst gab es separate Ausweissysteme für Athleten, Offizielle, Presse, medizinisches Personal und Sicherheitskräfte. Jede Kategorie hatte ihre eigene Farbe und Gestaltung, um eine schnelle visuelle Identifikation zu ermöglichen.

Die Olympischen Spiele 1936 waren geprägt von einem beispiellosen organisatorischen Aufwand. Das neue Reichssportfeld mit dem Olympiastadion für 100.000 Zuschauer, die Schwimmhalle, die Deutschlandhalle und zahlreiche weitere Sportstätten erforderten Tausende von Mitarbeitern. Die logistische Herausforderung, diese Einrichtungen über die gesamte Dauer der Spiele funktionsfähig zu halten, war enorm.

Aus historischer Perspektive sind solche Objekte wichtige Zeugnisse der Alltagsgeschichte großer Ereignisse. Während offizielle Dokumente und Medaillen oft im Fokus stehen, geben gerade die Arbeitsutensilien des Hilfspersonals Einblick in die praktische Durchführung solcher Veranstaltungen. Sie dokumentieren die soziale Hierarchie und die organisatorischen Strukturen hinter den öffentlichen Spektakeln.

Die Erhaltung im Zustand 2 deutet auf eine gute Bewahrung des Objekts hin, wobei leichte Gebrauchsspuren vorhanden sein können. Die Tragenadel auf der Rückseite ermöglichte das Anbringen an der Kleidung, sodass die Plakette während der Arbeitszeit sichtbar getragen werden musste. Dies war eine Standardanforderung für alle Personen mit Zugang zu den gesicherten Bereichen der olympischen Anlagen.

Heute sind solche Dienstplaketten gesuchte Sammlerobjekte, die nicht nur wegen ihrer Verbindung zu den Olympischen Spielen, sondern auch als Beispiele für Design und Materialkultur der 1930er Jahre geschätzt werden. Sie erinnern an ein komplexes historisches Ereignis, das sowohl sportliche Höchstleistungen als auch die dunklen Aspekte der nationalsozialistischen Propaganda vereinte.