XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - Offizielles Besucherabzeichen " Brandenburger Tor "

an Nadel, emailliertes Steckabzeichen, Emaille minimal beschädigt, Hersteller : Aurich Dresden GES.GESCH., Zustand 2.
523379
65,00

XI. Olympischen Spiele 1936 Berlin - Offizielles Besucherabzeichen " Brandenburger Tor "

Das Offizielle Besucherabzeichen der XI. Olympischen Spiele Berlin 1936 stellt ein faszinierendes Zeugnis eines der politisch aufgeladensten Sportereignisse der Geschichte dar. Dieses emaillierte Steckabzeichen wurde speziell für den Verkauf an die Besucher der Olympischen Sommerspiele geschaffen, die vom 1. bis 16. August 1936 in Berlin stattfanden. Mit 49 teilnehmenden Nationen und 3.961 Athleten stellten diese Spiele neue Rekorde in Bezug auf Teilnahme und Besucherzahlen auf.

Das Design des Besucherabzeichens stammte von Professor Waldemar Raemisch aus Berlin, einem deutsch-amerikanischen Bildhauer, der von 1919 bis 1939 an den Berliner Schulen für Freie und Angewandte Künste lehrte. Raemisch war auch für die offiziellen Abzeichen der Olympischen Spiele verantwortlich und schuf eine wirkungsvolle Verbindung zwischen Berlins berühmtestem Wahrzeichen und den olympischen Ringen. Das Besucherabzeichen zeigt das Brandenburger Tor über den fünf ineinander verschlungenen olympischen Ringen mit der Inschrift “XI. OLYMPIADE BERLIN 1936” oder einfach “1936”. Interessanterweise kehrte dieses Design die Symbole im Vergleich zu den offiziellen Abzeichen um – das Brandenburger Tor erschien hier über den olympischen Ringen, während die offiziellen Abzeichen die Ringe über dem Tor zeigten.

Das Organisationskomitee beschloss nach der Eröffnung des Festivals, dieses spezielle Besucherabzeichen zu produzieren. Es wurde aus Eisen gefertigt, mit Tombak (einer Messinglegierung) plattiert und mit elfenbeinfarbenem (weißem) Email versehen. Die Größe betrug ungefähr 30-33 Millimeter in Breite und Höhe. Auf der Rückseite befand sich eine horizontale Nadel mit Verschluss sowie die Herstellermarkierung. Alle Abzeichen trugen die Kennzeichnung “GES.GESCH.” (Gesetzlich Geschützt).

Mehrere Hersteller produzierten diese Abzeichen, darunter Aurich Dresden (wie im vorliegenden Exemplar), Deschler München, Paulmann & Crone Lüdenscheid und andere. Obwohl die Herstellermarkierungen variierten, blieb das Design konsistent. Die beeindruckende Produktionszahl von 675.000 verkauften Besucherabzeichen zeugt von der enormen Popularität dieser Souvenirs. Bereits 1935 hatte ein einfacheres Abzeichen, das nur die fünf olympischen Ringe zeigte, über 400.000 Exemplare verkauft, bevor dieses offizielle Besucherabzeichen eingeführt wurde.

Das Abzeichen war nicht als Auszeichnung konzipiert, sondern wurde kommerziell an Besucher verkauft, die die Olympischen Spiele in Berlin besuchten. Jeder Zuschauer oder Besucher konnte dieses Souvenirabzeichen erwerben, das sowohl als Erkennungszeichen für Besucher als auch als Erinnerungsstück diente.

Die Olympischen Spiele 1936 wurden von Adolf Hitler und der nationalsozialistischen Partei stark für Propagandazwecke instrumentalisiert, um der internationalen Gemeinschaft ein positives Bild des Dritten Reiches zu präsentieren. Die Spiele sind berüchtigt für diese politische Vereinnahmung. Das Brandenburger Tor, das auf diesem Abzeichen prominent dargestellt ist, war eines der berühmtesten Wahrzeichen Berlins und erschien durchgängig in der olympischen Bildsprache der damaligen Zeit.

Nach dem Ende der Spiele wurden diese Abzeichen zu begehrten Sammlerstücken. Sie bleiben heute gesuchte Objekte in Sammlungskreisen für Olympisches Memorabilia und Militaria aus der Zeit des Dritten Reiches. Der kontroverse politische Kontext der Olympischen Spiele 1936 hat diese Gegenstände sowohl historisch bedeutsam als auch umstritten gemacht. Viele Exemplare haben in Privatsammlungen überlebt und werden regelmäßig über Auktionshäuser und Militaria-Händler zum Verkauf angeboten. Die Abzeichen dienen als greifbare Erinnerungen an eines der politisch aufgeladensten Olympischen Spiele der Geschichte.