Hamburg nicht tragbare Medaille "Zur Erinnerung an die Einweihung des Kaihauses 26. 10. 1897 - Freie und Hansestadt Hamburg 1917"

Eisen, Durchmesser 42 mm, Zustand 2 .
287480
25,00

Hamburg nicht tragbare Medaille "Zur Erinnerung an die Einweihung des Kaihauses 26. 10. 1897 - Freie und Hansestadt Hamburg 1917"

Die Hamburger nicht tragbare Medaille zur Erinnerung an die Einweihung des Kaispeicherhauses vom 26. Oktober 1897 repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der maritimen und wirtschaftlichen Geschichte der Freien und Hansestadt Hamburg. Diese aus Eisen gefertigte Medaille mit einem Durchmesser von 42 mm verbindet die Erinnerung an ein bedeutendes infrastrukturelles Ereignis mit der historischen Entwicklung Hamburgs als einer der wichtigsten Hafenstädte Europas.

Das Jahr 1897 markierte einen Wendepunkt in der Hamburger Hafenarchitektur. Die Einweihung des Kaispeicherhauses war Teil der umfassenden Modernisierung des Hamburger Hafens, die in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts vorangetrieben wurde. Nach der Eingliederung Hamburgs in den deutschen Zollverband im Jahr 1888 entstand die Speicherstadt, ein monumentaler Lagerhausdistrikt, der heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Speicherhäuser dienten der Lagerung von Waren wie Kaffee, Tee, Gewürzen, Teppichen und anderen Handelsgütern, die über den Hafen umgeschlagen wurden.

Die Prägung dieser Medaille erfolgte jedoch erst im Jahr 1917, wie die Inschrift deutlich macht. Dies war ein Jahr tiefgreifender Belastungen für Deutschland und Hamburg. Der Erste Weltkrieg tobte seit drei Jahren, und die britische Seeblockade hatte den Hamburger Hafen nahezu lahmgelegt. Die Wahl von Eisen als Material für diese Medaille ist in diesem Kontext besonders aussagekräftig. Während des Ersten Weltkriegs wurden Edelmetalle wie Gold und Silber für die Kriegsfinanzierung und Rüstungsproduktion benötigt. Die Verwendung von Eisen für Medaillen und andere zivile Objekte war eine direkte Folge der Materialknappheit und entsprach der allgemeinen Ressourcenpolitik des Deutschen Reiches.

Die Klassifizierung als nicht tragbare Medaille ist ein wichtiger technischer Aspekt. Im Gegensatz zu tragbaren Orden und Ehrenzeichen, die mit Bändern und Ösen versehen waren und an der Uniform getragen wurden, dienten nicht tragbare Medaillen ausschließlich repräsentativen und erinnerungstechnischen Zwecken. Sie wurden als Tischmedaillen aufbewahrt oder in Sammlungen präsentiert. Solche Stücke wurden häufig bei bedeutenden staatlichen, städtischen oder wirtschaftlichen Anlässen ausgegeben und an Teilnehmer, Würdenträger oder verdiente Personen verteilt.

Die zweifache Datierung dieser Medaille – 1897 für das erinnerte Ereignis und 1917 für die Prägung – wirft interessante Fragen auf. Es war nicht ungewöhnlich, dass Jubiläumsmedaillen mit zeitlicher Verzögerung ausgegeben wurden, besonders wenn runde Jahrestage gefeiert wurden. Das Jahr 1917 markierte den 20. Jahrestag der Einweihung des Kaispeicherhauses. Die Ausgabe solcher Erinnerungsmedaillen während des Krieges könnte auch als Versuch interpretiert werden, bürgerlichen Stolz und lokale Identität in einer Zeit nationaler Krise zu stärken.

Die Freie und Hansestadt Hamburg pflegte eine lange Tradition der Selbstverwaltung und bewahrte auch nach der Reichsgründung 1871 ihren Sonderstatus. Die Stadt gab regelmäßig eigene Medaillen und Ehrenzeichen aus, die ihre Unabhängigkeit und ihre bedeutende Rolle im deutschen Handelswesen unterstrichen. Hamburger Medaillen zeichneten sich oft durch hohe handwerkliche Qualität und historisch-symbolische Gestaltung aus.

Die Speicherstadt und ihre einzelnen Gebäude wie das Kaispeicherhaus waren architektonische Meisterwerke der Neogotik und des Historismus. Entworfen von Architekten wie Franz Andreas Meyer und seinen Nachfolgern, entstanden zwischen 1883 und 1927 diese monumentalen Backsteinbauten auf Eichenpfählen in der ehemaligen Brookinsel. Sie symbolisierten Hamburgs Aufstieg zur führenden deutschen Hafenstadt und seine zentrale Rolle im Welthandel.

Medaillen wie diese sind heute wichtige historische Dokumente. Sie dokumentieren nicht nur spezifische Ereignisse, sondern auch die materielle Kultur, die wirtschaftlichen Bedingungen und die kollektive Erinnerungspolitik ihrer Entstehungszeit. Der Erhaltungszustand, hier mit Zustand 2 angegeben, deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar mit geringen Gebrauchsspuren hin, was bei Eisenmedaillen aufgrund der Korrosionsanfälligkeit des Materials besonders bemerkenswert ist.

Für Sammler und Historiker bieten solche Stücke Einblicke in die lokale Geschichte, die Entwicklung der Hafeninfrastruktur und die wirtschaftliche Bedeutung Hamburgs. Sie sind materielle Zeugnisse einer Epoche, die von wirtschaftlichem Aufschwung, technologischem Fortschritt und schließlich von den Katastrophen des Ersten Weltkriegs geprägt war.