Kriegsmarine Kokarde für die Tellermütze für Mannschaften

um 1943/44. Fertigung aus Glas (!), farbig lackiert, rückseitig mit 2 Befestigungssplinten. Ungetragen, das Zentrum beschädigt, Zustand 2. 
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20,00

Kriegsmarine Kokarde für die Tellermütze für Mannschaften

Die Kriegsmarine-Kokarde für die Tellermütze war ein essentielles Abzeichen der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkriegs. Diese spezielle Kokarde für Mannschaften verkörpert die Uniformvorschriften und Materialknappheit der späten Kriegsjahre 1943/44.

Die Tellermütze (auch Schirmmütze genannt) war Bestandteil der Dienstuniform aller Marineeinheiten. Die Kokarde wurde zentral auf der Vorderseite der Mütze angebracht und diente als nationales Hoheitszeichen. Sie zeigte die Reichskriegsflaggenfarben: Schwarz-Weiß-Rot in konzentrischen Kreisen, mit einem goldenen oder gelben Hakenkreuz im Zentrum auf weißem Grund.

Besonders bemerkenswert an diesem Exemplar ist die Fertigung aus Glas. Dies ist ein außergewöhnlicher Nachweis für die fortschreitende Materialknappheit im Deutschen Reich gegen Ende des Krieges. Ab 1943 wurden zunehmend Ersatzmaterialien für militärische Ausrüstungsgegenstände verwendet, da strategisch wichtige Metalle wie Aluminium, Kupfer und Messing für die Rüstungsproduktion benötigt wurden.

Während der frühen Kriegsjahre wurden Kokarden üblicherweise aus Metall gefertigt, häufig aus vernickeltem Messing oder Aluminium. Mit zunehmender Kriegsdauer und der Verschärfung der Rohstoffsituation experimentierten deutsche Hersteller mit alternativen Materialien. Glaskokarden sind äußerst selten und dokumentieren die verzweifelten Versuche der deutschen Industrie, die Uniformproduktion trotz Materialmangels aufrechtzuerhalten.

Die technische Herstellung solcher Glaskokarden erforderte spezialisiertes Wissen. Das Glas wurde geformt und anschließend farbig lackiert, um die entsprechenden Reichsfarben darzustellen. Die rückseitige Befestigung erfolgte mittels zweier Metallsplinte, die durch die Mütze gesteckt und umgebogen wurden. Diese Befestigungsmethode war Standard bei Kriegsmarine-Kokarden und gewährleistete einen sicheren Halt.

Die Uniformvorschriften der Kriegsmarine waren streng geregelt. Die “Anzugordnung für die Kriegsmarine” (M.Dv. Nr. 53) legte genau fest, wie und wo Abzeichen zu tragen waren. Mannschaften trugen im Gegensatz zu Offizieren und Unteroffizieren einfachere Versionen der Kokarden, häufig ohne die aufwendigen Eichenlaubkränze, die höhere Ränge kennzeichneten.

Der Zeitraum 1943/44 war für die Kriegsmarine eine Phase intensiver Kampfhandlungen, besonders im U-Boot-Krieg im Atlantik. Gleichzeitig nahmen die alliierten Bombardements auf deutsche Produktionsstätten zu, was die Herstellung von Uniformteilen zusätzlich erschwerte. Die Verwendung von Glas als Material spiegelt diese desperate Situation wider.

Die Beschädigung des Zentrums dieser Kokarde ist typisch für das spröde Material Glas. Anders als Metall, das sich verbiegen konnte, zersplitterte Glas bei mechanischer Belastung. Dies erklärt möglicherweise auch, warum dieses Stück ungetragen blieb – die Fragilität machte Glaskokarden für den täglichen Dienst unpraktisch.

Aus sammlerischer und historischer Perspektive sind Glaskokarden der Kriegsmarine äußerst seltene Zeugnisse der deutschen Kriegswirtschaft. Sie dokumentieren nicht nur die Uniformgeschichte, sondern auch die wirtschaftlichen und industriellen Herausforderungen des Dritten Reiches in seiner Endphase. Solche Objekte sind wichtige Studienobjekte für Militärhistoriker, die die Auswirkungen des totalen Krieges auf alle Bereiche der Gesellschaft erforschen.

Die Erhaltung solcher Artefakte, selbst in beschädigtem Zustand, ist von großer historischer Bedeutung. Sie ermöglichen es nachfolgenden Generationen, die materiellen Realitäten des Zweiten Weltkriegs zu verstehen und die menschlichen Kosten totaler Mobilmachung zu erfassen.

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