Kriegsmarine Verleihungsurkunde für einen Abschußwinkel eines feindlichen Flugzeugs

für die 2. Marinebordflakabteilung des Bordflakkommandos auf dem Dampfer " Vale " am 6.5.1944, ausgestellt in Wilhelmshaven am 22.8.1944 durch Admiral Erich Förste - Oberbefehlshaber des Marinekommandos Nordsee ( Deutsches Kreuz in Gold am 25.5.1943 ). Die alte Bezeichnung des Admirals wurde im Krieg geändert durch überkleben der alten Textzeile mit dem aktuellen Titel "Der Oberbefehlshaber des Marineoberkommandos Nordsee", Zustand 2.

Sehr selten.
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Kriegsmarine Verleihungsurkunde für einen Abschußwinkel eines feindlichen Flugzeugs

Die vorliegende Verleihungsurkunde der Kriegsmarine dokumentiert die Auszeichnung eines Abschusswinkels für die Vernichtung eines feindlichen Flugzeugs während des Zweiten Weltkriegs. Dieses Dokument wurde am 22. August 1944 in Wilhelmshaven ausgestellt und betrifft einen Luftabschuss, der am 6. Mai 1944 durch die 2. Marinebordflakabteilung des Bordflakkommandos auf dem Dampfer “Vale” erzielt wurde.

Die Auszeichnung wurde von Admiral Erich Förste unterzeichnet, der zu diesem Zeitpunkt als Oberbefehlshaber des Marineoberkommandos Nordsee diente. Admiral Förste war ein erfahrener Marineoffizier, der am 25. Mai 1943 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet worden war, einer bedeutenden militärischen Anerkennung, die zwischen dem Eisernen Kreuz I. Klasse und dem Ritterkreuz angesiedelt war.

Das Dokument selbst zeigt eine interessante historische Besonderheit: Die ursprüngliche Amtsbezeichnung des Admirals wurde während des Krieges durch Überkleben der alten Textzeile mit dem aktuellen Titel “Der Oberbefehlshaber des Marineoberkommandos Nordsee” geändert. Diese Praxis war während des Krieges nicht unüblich, da sich Kommandostrukturen und Organisationsbezeichnungen häufig änderten und es wirtschaftlicher war, vorhandene Formulare anzupassen, als neue drucken zu lassen.

Abschusswinkel und Flakauszeichnungen

Während des Zweiten Weltkriegs entwickelte die deutsche Kriegsmarine ein System zur Anerkennung von Luftabschüssen durch Marineflakabteilungen. Die Abschusswinkel waren kleine metallene Abzeichen, die auf dem Ärmel der Uniform getragen wurden und die erfolgreiche Beteiligung an der Vernichtung feindlicher Flugzeuge anzeigten. Jeder Winkel repräsentierte einen Anteil an einem Abschuss, wobei mehrere Schützen, die an der Vernichtung eines Flugzeugs beteiligt waren, jeweils einen Winkel erhielten.

Diese Verleihungsurkunden waren offizielle Dokumente, die die Berechtigung zum Tragen des Abschusswinkels bestätigten. Sie wurden in der Regel vom zuständigen Befehlshaber unterzeichnet und enthielten spezifische Angaben über Datum, Ort und die beteiligte Einheit.

Marinebordflakabteilungen

Die Marinebordflakabteilungen waren spezialisierte Flugabwehreinheiten der Kriegsmarine, die auf Handelsschiffen, Hilfskriegsschiffen und anderen Marinefahrzeugen eingesetzt wurden. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, die Schiffe vor Angriffen durch feindliche Flugzeuge zu schützen, die besonders in den späteren Kriegsjahren eine zunehmende Bedrohung für die deutsche Schifffahrt darstellten.

Der Dampfer “Vale”, auf dem die ausgezeichnete Abteilung stationiert war, war wahrscheinlich ein für militärische Zwecke requiriertes Handelsschiff. Solche Schiffe wurden häufig für Transportaufgaben, als Versorgungsschiffe oder in anderen unterstützenden Rollen eingesetzt und mit Flakgeschützen zur Selbstverteidigung ausgerüstet.

Historischer Kontext 1944

Der 6. Mai 1944, das Datum des dokumentierten Abschusses, fällt in eine Phase des Krieges, in der die alliierten Luftstreitkräfte eine zunehmende Dominanz über die deutschen Seegebiete erlangten. Die Vorbereitungen für die alliierte Invasion in der Normandie (6. Juni 1944) waren in vollem Gange, und die Luftaufklärung sowie Angriffe auf deutsche Schifffahrtswege in der Nordsee intensivierten sich erheblich.

Das Marinekommando Nordsee mit Sitz in Wilhelmshaven war für die Koordinierung aller Marineoperationen in diesem strategisch wichtigen Seegebiet verantwortlich. Wilhelmshaven selbst war einer der wichtigsten deutschen Marinestützpunkte und erlitt während des Krieges zahlreiche alliierte Bombenangriffe.

Seltenheit und historischer Wert

Solche Verleihungsurkunden sind heute als “sehr selten” einzustufen. Viele dieser Dokumente gingen während der Kriegswirren oder in der unmittelbaren Nachkriegszeit verloren. Die Überlebensrate solcher Papierdokumente ist deutlich geringer als die von Metallauszeichnungen, da sie anfälliger für Zerstörung durch Feuer, Wasser und andere Umwelteinflüsse waren.

Die Kombination aus der Signatur eines hochrangigen Admirals, der dokumentierten Titeländerung während des Krieges und der spezifischen Nennung von Einheit, Schiff und Datum macht dieses Dokument zu einem wertvollen zeithistorischen Zeugnis. Es bietet Einblicke in die administrative Praxis der Kriegsmarine, das System militärischer Auszeichnungen und die täglichen Herausforderungen der Marineflakverbände während des Zweiten Weltkriegs.

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