Kriegsmarine große Borduhr 

Schweres Messinggehäuse mit 3 Laschen zum Befestigen an der Schiffswand, auf der Brücke bzw. in der Kommandantenkammer. Durchmesser 17 cm, das Zifferblatt aus Zink mit Hoheitsadler über "M" sowie Matrikelnummer 7313 N, funktionstüchtig, mit dem originalen Schlüssel.


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1.750,00

Kriegsmarine große Borduhr 

Die vorliegende Kriegsmarine-Borduhr repräsentiert einen wichtigen Aspekt der maritimen Zeitmessung während des Zweiten Weltkriegs. Solche Schiffsuhren waren unverzichtbare Navigationsinstrumente an Bord deutscher Kriegsschiffe zwischen 1935 und 1945 und spielten eine zentrale Rolle in der Schiffsführung und taktischen Koordination.

Das schwere Messinggehäuse mit seinen drei Befestigungslaschen wurde speziell für den Einsatz unter maritimen Bedingungen konstruiert. Die robuste Bauweise sollte die Uhr gegen Erschütterungen durch Geschützfeuer, Wellengang und die allgemeinen Belastungen des Seekriegs schützen. Mit einem Durchmesser von 17 Zentimetern gehört dieses Exemplar zu den größeren Borduhren, die typischerweise auf der Brücke, in der Kommandantenkammer oder in anderen wichtigen Bereichen des Schiffes installiert wurden.

Das Zifferblatt aus Zink trägt die charakteristischen Kennzeichen der Kriegsmarine: den Hoheitsadler über dem Buchstaben “M” für Marine. Diese Kennzeichnung wurde nach den Bestimmungen der Oberkommando der Marine (OKM) für alle offiziellen Marinegeräte vorgeschrieben. Der Reichsadler mit gespreizten Schwingen und dem Hakenkreuz in den Fängen war ab 1935 das offizielle Hoheitszeichen der Wehrmacht und kennzeichnete Staatseigentum.

Die eingestempelte Matrikelnummer diente der Inventarisierung und Zuordnung zu spezifischen Schiffen oder Dienststellen. Das Nummernsystem ermöglichte der Marineleitung eine genaue Kontrolle über die Verteilung und den Verbleib wertvoller Ausrüstungsgegenstände. Der Buchstabe “N” in der Nummerierung könnte auf einen bestimmten Hersteller oder ein Beschaffungsjahr hinweisen.

Die Zeitmessung war für die Navigation und Taktik von höchster Bedeutung. Präzise Uhren waren notwendig für die astronomische Navigation, die Berechnung der geografischen Position mittels Sextant und Chronometer sowie für die Koordination von Flottenmanövern. Bei koordinierten Angriffen mehrerer Einheiten oder bei der Planung von U-Boot-Operationen war eine exakte Zeitabstimmung zwischen verschiedenen Schiffen lebenswichtig.

Auf der Brücke eines Kriegsschiffes dienten solche Uhren dem Wachoffizier und dem Navigator als ständige Zeitreferenz. In der Kommandantenkammer ermöglichte die Uhr dem Kommandanten die präzise Planung und Überwachung von Operationen. Die mechanische Konstruktion mit Aufzugsmechanismus (erkennbar am Vorhandensein des Originalschlüssels) war der damaligen Technologie entsprechend und erwies sich als zuverlässiger als frühe elektrische Alternativen.

Die Kriegsmarine legte großen Wert auf standardisierte und qualitativ hochwertige Ausrüstung. Borduhren wurden von spezialisierten deutschen Uhrenherstellern gefertigt, die strenge Qualitätskontrollen erfüllen mussten. Die Uhren mussten extremen Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit, Salzwasser und mechanischen Belastungen standhalten können.

Nach dem Kriegsende 1945 wurde ein Großteil der deutschen Marineausrüstung von den Alliierten beschlagnahmt, zerstört oder als Kriegsbeute verteilt. Viele Schiffe wurden versenkt oder verschrottet, wodurch Bordausrüstung verloren ging. Uhren mit Hoheitszeichen wurden häufig als Souvenirs mitgenommen oder aufgrund der politischen Symbolik vernichtet. Das Überleben solcher Objekte bis heute ist daher relativ selten und macht sie zu wichtigen Zeugnissen der Marinegeschichte.

Die Funktionsfähigkeit dieser Uhr nach über 75 Jahren spricht für die hervorragende Handwerkskunst der deutschen Uhrmacherindustrie jener Zeit. Das Vorhandensein des Originalschlüssels ist besonders bemerkenswert, da diese oft verloren gingen.

Aus historischer Perspektive sind solche Objekte wichtige Sachzeugen der maritimen Kriegsführung des 20. Jahrhunderts. Sie dokumentieren den technischen Stand der Zeitmessung, die organisatorischen Strukturen der Kriegsmarine und die alltägliche Praxis an Bord deutscher Kriegsschiffe. Für Museen, Sammler und Historiker stellen sie wertvolle Studienobjekte dar, die helfen, das Leben und die Bedingungen auf See während dieser Epoche zu verstehen.

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