Luftwaffe dunkelblaue Fliegerhose für Flugzeugbesatzungen

Ausführung in blauer Stoffausführung, alle Knöpfe vorhanden. Reißverschlüsse der Firma "Zipp" und "Ri-Ri". Innen mit blauen Seidenfutter und Herstelleretikett "Karl Heisler Berlin C2 Magazin Str. 14. Gr. II". Alle Kabel sind vorhanden, die Hose ist beheizbar und 4 Reißverschlüsse sind funktionsfähig. Maße: Hosen-Bundumfang ca. 90 cm, Gesamtlänge ca. 103 cm. Reisverschluss am Schritt nicht funktionsfähig, ein Stecker ist beschädigt, Hosenträger wurden entfernt, diverse Beschädigungen, Zustand 2-.
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1.400,00

Luftwaffe dunkelblaue Fliegerhose für Flugzeugbesatzungen

Die hier vorliegende elektrisch beheizbare Fliegerhose der Luftwaffe, auch als Kanalanzug oder Kanalhose bezeichnet, repräsentiert einen bedeutenden technischen Fortschritt in der Entwicklung der Schutzausrüstung für Flugzeugbesatzungen während des Zweiten Weltkriegs. Diese speziell für Flugzeugbesatzungen entwickelten Hosen gehörten zur standardisierten Flugausrüstung, die ab Ende der 1930er Jahre für das fliegende Personal der Luftwaffe eingeführt wurde.

Die Entwicklung schützender Fluguniformen begann bereits während des Ersten Weltkriegs und setzte sich im Zweiten Weltkrieg fort. Was sich dabei herausbildete, war ein einteiliger Fluganzug – zwei für den Winter und einer für den Sommer – der sich 1936 zu einem elektrisch beheizbaren Fluganzug weiterentwickelte. Im Juli 1940 bestimmten neue Vorschriften, dass ein zweiteiliger Fluganzug hergestellt werden sollte, der aus einer separaten Jacke und Hose bestand und allgemein als Kanaljacke bezeichnet wurde. Diese sogenannten Kanalhosen wurden von Flugzeugbesatzungen während der Luftschlacht um England getragen.

Das vorliegende Exemplar wurde von der Firma Karl Heisler mit Sitz in Berlin C2, Magazinstraße 14 hergestellt, einem Unternehmen, das hauptsächlich hochwertige Artikel für die Luftwaffe produzierte, insbesondere Fluganzüge. Die Produktion von Flugbekleidung unterlag strengen Heeresverwaltungsvorschriften und technischen Lieferbedingungen. Die Qualitätskontrolle war besonders streng bei Ausrüstung für fliegendes Personal, da die Sicherheit und Einsatzfähigkeit der Besatzungen davon abhing.

Die dunkelblaue Färbung war typisch für die Sommerversion der Flugbekleidung und unterschied sich deutlich von den schwereren, gefütterten Wintervarianten. Bekannte Farben dieser Hosen umfassen Weiß, Blaugrau und Braun. Die bekannten Hosenmaterialien umfassen Leder, Baumwolle und Wollmischungen. Die Sommerhosen können mit Seide oder Kunstseide gefüttert sein, während die Winterhosen mit einem warmen Material wie Kunstfell oder Fleece gefüttert sind. Die Winterhosen können über eine interne Verkabelung verfügen, die verwendet werden konnte, um die Hosen bei extremen Wetterbedingungen elektrisch zu beheizen.

Der vordere Reißverschluss besteht aus einem vertikalen Metall- oder Kunstraststoffreißverschluss ohne Abdeckung. Jedes Bein hat auch einen Schlitz vom Knie bis zum Beinende, der durch einen Reißverschluss geschlossen wird. Am oberen Ende des vorderen Reißverschlusses befindet sich ein Verschlussriegel mit zwei Knöpfen. Verschiedene Reißverschlusshersteller wie Zipp, Ri-Ri, Rapid und Elite wurden verwendet. Dieser Anzug bestand aus einer einteiligen Jacken-Hosen-Kombination mit separaten Handschuhen und Socken. Die Fluganzüge enthielten eingebaute isolierte Heizelemente, die direkt an die Stromversorgung des Flugzeugs angeschlossen wurden.

Fliegerhosen dieses Typs wurden von allen Besatzungsmitgliedern getragen – von Piloten und Bombenschützen bis zu Funkern und Schützen. In großen Höhen oder bei Wintereinsätzen wurden zusätzlich beheizte Anzüge oder Pelzkleidung darüber getragen. Bei Bedarf, beispielsweise für große Höhen oder kaltes Wetter, konnte sie elektrisch beheizt werden. Sie wurden hauptsächlich von Bomber- und mehrmotorigen Flugzeugbesatzungen verwendet, die in großen Höhen unter extremen Kältebedingungen operierten.

Während der Kriegsjahre, insbesondere ab 1942/43, als Materialmangel zunehmend zum Problem wurde, war die Reparatur von Ausrüstung üblich und sogar vorgeschrieben. Bemerkenswert am vorliegenden Exemplar ist, dass alle elektrischen Anschlüsse vorhanden sind, was selten ist, da diese normalerweise nach dem Krieg entfernt wurden. Die elektrisch beheizbare Version unterscheidet sich deutlich von nicht beheizbaren Versionen und stellt eine wichtige technologische Innovation dar, die den Besatzungen ermöglichte, auch unter extremsten Bedingungen operationsfähig zu bleiben.