NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Brandenburgische Geländefahrt 1939 "
Die NSKK-Brandenburgische Geländefahrt 1939 war eine bedeutende motorsportliche Veranstaltung des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK), die im Rahmen der umfassenden Kraftfahrzeug- und Wehrertüchtigungsprogramme des nationalsozialistischen Deutschlands stattfand. Die hier beschriebene nichttragbare Teilnehmerplakette aus vergoldetem Zink mit einer Größe von 103 mm dokumentiert die Teilnahme an diesem wichtigen Ereignis.
Das NSKK wurde am 1. April 1930 als Unterorganisation der SA gegründet und entwickelte sich zu einer eigenständigen Formation der NSDAP. Nach der Machtübernahme 1933 erhielt das NSKK unter der Führung von Adolf Hühnlein die Aufgabe, die vormilitärische Kraftfahrzeugausbildung der deutschen Bevölkerung zu organisieren. Die Organisation umfasste in ihrer Blütezeit über 500.000 Mitglieder und spielte eine zentrale Rolle in der Motorisierung und militärischen Vorbereitung des Deutschen Reiches.
Geländefahrten waren ein wesentlicher Bestandteil des NSKK-Programms. Diese Veranstaltungen dienten nicht nur der sportlichen Betätigung, sondern hatten vor allem wehrpolitische und propagandistische Zwecke. Die Teilnehmer sollten Fahrfähigkeiten unter schwierigen Bedingungen erwerben, die im militärischen Einsatz von Bedeutung sein würden. Die Brandenburgische Geländefahrt von 1939 fand in einem Jahr statt, das für Deutschland und die Weltgeschichte von entscheidender Bedeutung sein sollte – dem Jahr des Beginns des Zweiten Weltkriegs.
Die Plakette selbst ist aus vergoldetem Zink gefertigt, einem für die damalige Zeit typischen Material für derartige Auszeichnungen und Erinnerungsstücke. Die Verwendung von Zink anstelle von Bronze oder anderen wertvolleren Metallen entsprach sowohl wirtschaftlichen Überlegungen als auch der zunehmenden Rohstoffknappheit, die bereits vor Kriegsbeginn spürbar wurde. Die Vergoldung verlieh dem Objekt dennoch ein repräsentatives Aussehen. Mit ihren 103 mm Durchmesser handelt es sich um eine beachtliche Plakette, die als Wandschmuck oder zur Ausstellung konzipiert war, nicht als tragbare Auszeichnung.
Die zwei Bohrungen an der Plakette dienten der Befestigung, vermutlich zur Anbringung an einer Wand oder in einem Rahmen. Solche nichttragbaren Plaketten waren beliebte Erinnerungsstücke an sportliche oder organisatorische Ereignisse und wurden oft in den Räumlichkeiten der NSKK-Einheiten oder in privaten Sammlungen aufbewahrt.
Das Jahr 1939 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des NSKK und des gesamten Deutschen Reiches. Die Organisation hatte zu diesem Zeitpunkt ihre Aufbauphase längst abgeschlossen und war fest in das System der nationalsozialistischen Herrschaft integriert. Veranstaltungen wie die Brandenburgische Geländefahrt wurden mit großem propagandistischem Aufwand inszeniert und sollten die Leistungsfähigkeit der deutschen Kraftfahrzeugführer demonstrieren.
Brandenburg als Austragungsort unterstreicht die regionale Bedeutung solcher Veranstaltungen. Die Mark Brandenburg mit ihrem abwechslungsreichen Gelände bot ideale Voraussetzungen für anspruchsvolle Geländefahrten. Die sandigen Böden, Kiefernwälder und zahlreichen Gewässer stellten die Fahrer vor vielfältige Herausforderungen.
Nach Kriegsbeginn im September 1939 wandelte sich die Rolle des NSKK zunehmend. Aus der vormilitärischen Ausbildungsorganisation wurde ein wichtiger Bestandteil der Kriegsmaschinerie, der für die Ausbildung von Kraftfahrern für Wehrmacht und SS sowie für Transportaufgaben verantwortlich war. Veranstaltungen wie die Brandenburgische Geländefahrt verloren in den Kriegsjahren an Bedeutung.
Aus heutiger Sicht sind solche Plaketten wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Alltagskultur und Organisationsstrukturen des NS-Regimes geben. Sie dokumentieren die systematische Durchdringung der Gesellschaft durch nationalsozialistische Organisationen und deren Versuch, alle Lebensbereiche – einschließlich des Motorsports – ideologisch zu instrumentalisieren. Der Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, was für Sammlungen und Museen von besonderem Interesse ist.