Allgemeine-SS - Truppenausweis der SS-Verfügungstruppe ( Leibstandarte SS Adolf Hitler )

für einen SS-Staffelanwärter des Jahrgangs 1921 aus Berlin, Diensteintritt war am 1.11.1938, ausgestellt in Berlin am 3.11.1938 durch einen SS-Hauptsturmführer i.A.; anbei ist sein DRL-Mitgliedsbuch, eingetreten am 19.1.1935, ausgestellt am 1.9.1937 durch den Boxsport-Club " Oberspree " e.V., mit Foto, am 7.2.1939 ist er in die Box-Staffel/LSSAH gewechselt, mit Beitragsmarken 1937-1939, anbei ist noch der Kämpferausweis vom Fachamt Boxen vom 1.10.1937 mit 14 eingetragenen Kämpfen bis zum 3.7.1939.
Der Truppenausweis ist eher leicht gebraucht, jedoch das Mitgliedsbuch ist geteilt mit losen Seiten.
373281
950,00

Allgemeine-SS - Truppenausweis der SS-Verfügungstruppe ( Leibstandarte SS Adolf Hitler )

Die vorliegenden Dokumente repräsentieren ein bedeutendes Zeugnis der frühen Entwicklung der Leibstandarte SS Adolf Hitler (LSSAH) und vermitteln einen Einblick in das Leben eines jungen Mannes, der im November 1938 in diese elitäre Formation eintrat. Der Truppenausweis der SS-Verfügungstruppe dokumentiert den Beginn einer militärischen Laufbahn in einer der bekanntesten bewaffneten Einheiten des NS-Regimes.

Die Leibstandarte SS Adolf Hitler wurde ursprünglich im März 1933 als persönliche Leibwache Adolf Hitlers gegründet und entwickelte sich sukzessive zu einer vollwertigen militärischen Formation. Im Jahr 1938, als der hier dokumentierte SS-Staffelanwärter seinen Dienst antrat, befand sich die LSSAH in einer Phase der Expansion und Professionalisierung. Die Einheit gehörte zur SS-Verfügungstruppe, dem bewaffneten Arm der SS, der später zur Waffen-SS werden sollte.

Der Status als SS-Staffelanwärter bezeichnete die unterste Stufe in der SS-Hierarchie, vergleichbar mit einem Rekruten oder Anwärter. Männer dieses Ranges durchliefen eine intensive militärische Ausbildung und ideologische Schulung. Der Diensteintritt am 1. November 1938 erfolgte zu einem historisch bedeutsamen Zeitpunkt, nur wenige Tage vor den Novemberpogromen und ein Jahr nach der Annexion Österreichs.

Besonders aufschlussreich ist die Verbindung zum DRL-Mitgliedsbuch (Deutscher Reichsbund für Leibesübungen). Das DRL war die zentrale Organisation für Sport im nationalsozialistischen Deutschland und wurde 1938 in den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) umgewandelt. Die Mitgliedschaft seit 1935 zeigt, dass der junge Mann bereits vor seinem SS-Eintritt im organisierten Sport aktiv war. Seine Zugehörigkeit zum Boxsport-Club "Oberspree" e.V. in Berlin weist auf eine sportliche Vorbildung hin, die für die Aufnahme in die LSSAH von Vorteil war.

Der Wechsel zur Box-Staffel der LSSAH am 7. Februar 1939 illustriert die Bedeutung, die die SS sportlichen Aktivitäten beimaß. Die Leibstandarte unterhielt verschiedene Sportabteilungen, um die körperliche Fitness ihrer Angehörigen zu fördern und den Korpsgeist zu stärken. Boxen galt als besonders geeignet zur Ausbildung von Kampfgeist und Härte, Eigenschaften, die im SS-Weltbild hoch geschätzt wurden.

Der Kämpferausweis vom Fachamt Boxen dokumentiert 14 eingetragene Kämpfe zwischen Oktober 1937 und Juli 1939. Dies belegt eine kontinuierliche sportliche Aktivität über einen Zeitraum von fast zwei Jahren. Die Führung solcher detaillierter Aufzeichnungen war charakteristisch für die bürokratische Gründlichkeit des NS-Sportsystems. Die Beitragsmarken für die Jahre 1937-1939 bestätigen die regelmäßige Mitgliedschaft und finanzielle Verpflichtung.

Der Ausstellungsort Berlin ist von besonderer Bedeutung, da die LSSAH dort ihre Hauptkaserne in Berlin-Lichterfelde hatte. Die Kaserne war ein imposanter Komplex, der die militärische Präsenz der SS in der Reichshauptstadt demonstrierte. Die Ausstellung des Ausweises durch einen SS-Hauptsturmführer i.A. (im Auftrag) entspricht den damals gültigen Verwaltungsvorschriften. Dieser Rang entsprach einem Hauptmann in der Wehrmacht.

Die Tatsache, dass der dokumentierte Mann des Jahrgangs 1921 war, bedeutet, dass er zum Zeitpunkt seines Diensteintritts erst 17 Jahre alt war. Dies war nicht ungewöhnlich, da die SS gezielt junge Männer rekrutierte, die noch formbar waren und intensiv ideologisch beeinflusst werden konnten. Die Mindestgröße für die LSSAH lag bei 1,78 Metern, und es wurden strenge rassische und gesundheitliche Kriterien angelegt.

Der Erhaltungszustand der Dokumente – der Truppenausweis als "leicht gebraucht" und das Mitgliedsbuch mit losen Seiten – ist typisch für persönliche Dokumente, die tatsächlich verwendet wurden. Solche Papiere wurden im Alltag mitgeführt und unterlagen entsprechender Abnutzung.

Diese Dokumentengruppe bietet einen authentischen Einblick in die Rekrutierungspraktiken und die organisatorische Struktur der frühen Waffen-SS. Sie zeigt die Verflechtung zwischen zivilen Sportorganisationen und militärischen Formationen und dokumentiert den Lebensweg eines jungen Mannes, der sich im Alter von nur 17 Jahren einer Organisation anschloss, die später für schwerste Verbrechen verantwortlich sein sollte. Die Dokumente sind somit nicht nur militärhistorisch, sondern auch sozialgeschichtlich von Bedeutung, da sie die Mobilisierung und Militarisierung der deutschen Jugend im NS-Staat exemplarisch dokumentieren.

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