Demjansk - Schild 1942 

Eisen getönt, ohne Tuchabdeckung und Rückenplatte, rückseitig fehlen die Splinte.
487581
400,00

Demjansk - Schild 1942 

Der Demjansk-Schild stellt eine der bedeutendsten deutschen Kampfauszeichnungen des Zweiten Weltkriegs dar und erinnert an eine der dramatischsten Episoden an der Ostfront. Diese Auszeichnung wurde für die Teilnahme an der Verteidigung des Kessels von Demjansk zwischen dem 8. Februar und dem 21. Mai 1942 verliehen.

Die Schlacht um den Kessel von Demjansk entwickelte sich, als sowjetische Truppen im Rahmen ihrer Winteroffensive 1941/42 etwa 100.000 deutsche Soldaten der 16. Armee einschlossen. Der Kessel befand sich südlich des Ilmensees im Nordabschnitt der Ostfront. Unter dem Kommando von General Walter von Brockdorff-Ahlefeldt gelang es den eingeschlossenen Truppen, ihre Stellungen zu halten, während sie ausschließlich durch eine Luftbrücke der Luftwaffe versorgt wurden. Diese Luftbrücke war die erste ihrer Art in solchem Umfang und diente später als Vorbild für weitere, weniger erfolgreiche Unternehmungen wie die Versorgung Stalingrads.

Die Stiftung des Demjansk-Schildes erfolgte durch Adolf Hitler am 25. April 1943, fast ein Jahr nach dem Ende der Kämpfe. Die Verleihungsbedingungen waren streng definiert: Anspruchsberechtigt waren alle Soldaten und Angehörigen der Wehrmacht, Waffen-SS und Polizei, die mindestens 60 Tage ununterbrochen im Kessel gekämpft hatten oder durch Verwundung ausgeschieden waren. Auch die Besatzungen der Versorgungsflugzeuge, die mindestens 50 Einsatzflüge in den Kessel geflogen hatten, waren verleihungsberechtigt.

Das vorliegende Exemplar zeigt die typische Konstruktion des Schildes: Er wurde aus Eisen hergestellt und getönt, um eine dunkle Oberfläche zu erzielen. Der Schild hatte eine charakteristische Form mit abgerundeten Ecken und zeigte im oberen Bereich einen stilisierten Reichsadler mit Hakenkreuz, darunter die Aufschrift "DEMJANSK" und im unteren Bereich eine Darstellung einer Winterlandschaft mit Soldaten. Die Gesamthöhe betrug etwa 9 cm bei einer Breite von etwa 7 cm.

Dieses spezielle Stück befindet sich in einem unvollständigen Zustand: Es fehlen sowohl die Tuchabdeckung als auch die Rückenplatte. Die Tuchabdeckung war normalerweise aus feldgrauem Wollstoff gefertigt und bedeckte die Rückseite des Schildes, um die Uniform des Trägers zu schonen. Die Rückenplatte war eine Metallplatte, die mit der Vorderseite durch Splinte verbunden war und die eigentliche Befestigungsvorrichtung trug. Diese fehlenden Splinte, die normalerweise aus Metall gefertigt waren und umgebogen wurden, dienten zur mechanischen Verbindung der beiden Hauptkomponenten.

Verschiedene Hersteller fertigten den Demjansk-Schild, erkennbar an unterschiedlichen Herstellermarkierungen auf der Rückseite. Zu den bekanntesten Produzenten gehörten Firmen wie Wilhelm Deumer aus Lüdenscheid und Otto Schickle aus Pforzheim. Die Qualität und Ausführung variierte je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt, wobei spätere Kriegsproduktionen häufig Material- und Verarbeitungsmängel aufwiesen.

Insgesamt wurden etwa 26.000 Demjansk-Schilde verliehen, was die Auszeichnung zu einer relativ seltenen Kampfauszeichnung macht. Die geringe Anzahl reflektiert die extremen Bedingungen und die hohen Verluste während der Kesselschlacht. Von den ursprünglich eingeschlossenen Truppen fielen etwa 3.000 Mann, weitere 10.000 wurden verwundet.

Der militärhistorische Kontext des Demjansk-Schildes ist von besonderer Bedeutung, da die Schlacht als taktischer Erfolg der Wehrmacht gewertet wurde, obwohl sie strategisch wenig zur Verbesserung der Gesamtlage beitrug. Die erfolgreiche Luftversorgung bestärkte die deutsche Führung fälschlicherweise in der Annahme, dass größere eingeschlossene Verbände über längere Zeit aus der Luft versorgt werden könnten.

Heute sind original erhaltene Demjansk-Schilde begehrte Sammlerstücke militärhistorischer Artefakte. Der unvollständige Zustand des beschriebenen Exemplars mindert zwar seinen Sammlerwert, unterstreicht aber gleichzeitig die Authentizität und das Alter des Stückes. Viele Schilde wurden nach Kriegsende von ihren Trägern auseinandergenommen oder modifiziert, um die NS-Symbolik zu entfernen oder zu verbergen.