Deutsches Reichssportabzeichen in Bronze DRL mit Hakenkreuz - Miniatur

17 mm, Hersteller: Hensler, Pforzheim., an Clipnadel, Zustand 2.
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40,00

Deutsches Reichssportabzeichen in Bronze DRL mit Hakenkreuz - Miniatur

Das Deutsche Reichssportabzeichen (DRL) stellt eine der bedeutendsten sportlichen Auszeichnungen des nationalsozialistischen Deutschlands dar. Die hier vorliegende Miniaturversion in Bronze, gefertigt von Hensler aus Pforzheim, repräsentiert eine tragbare Variante dieser Auszeichnung, die für den alltäglichen Gebrauch oder für spezielle Anlässe konzipiert wurde.

Das Deutsche Reichssportabzeichen wurde am 19. Januar 1937 durch den Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten offiziell eingeführt und ersetzte das seit 1913 existierende Deutsche Sportabzeichen. Die Umbenennung und Neugestaltung erfolgte im Rahmen der nationalsozialistischen Gleichschaltungspolitik, bei der sämtliche Turn- und Sportverbände unter der Dachorganisation des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen (DRL) zusammengefasst wurden.

Die Auszeichnung konnte in drei Stufen erworben werden: Bronze, Silber und Gold. Um das Abzeichen in Bronze zu erlangen, mussten die Bewerber Leistungsnachweise in verschiedenen Disziplinen erbringen, darunter Schwimmen, Leichtathletik und weitere sportliche Übungen. Die Anforderungen waren nach Alter und Geschlecht gestaffelt und sollten die körperliche Ertüchtigung der deutschen Bevölkerung fördern.

Das Design des Abzeichens zeigte typischerweise einen Adler mit gespreizten Schwingen, der auf einem Eichenkranz mit Hakenkreuz thronte. Die ikonografische Gestaltung entsprach der nationalsozialistischen Symbolsprache und verband sportliche Leistung mit politischer Ideologie. Das Hakenkreuz als zentrales Element unterstreicht die enge Verflechtung von Sport und Politik im Dritten Reich.

Die hier vorliegende Miniaturversion mit einer Größe von 17 mm war deutlich kleiner als die reguläre Ausführung und wurde üblicherweise an der Zivilkleidung oder an Uniformen getragen, wenn eine dezentere Darstellung gewünscht war. Solche Miniaturen waren besonders bei offiziellen Anlässen beliebt, bei denen mehrere Auszeichnungen gleichzeitig getragen wurden. Die Befestigung erfolgte mittels einer Clipnadel, die ein einfaches An- und Ablegen ermöglichte.

Der Hersteller Hensler aus Pforzheim war einer von mehreren autorisierten Produzenten von Auszeichnungen und Orden während der NS-Zeit. Pforzheim hatte sich bereits im 19. Jahrhundert als Zentrum der deutschen Schmuck- und Bijouterieindustrie etabliert. Während der Zeit des Dritten Reiches fertigten die dortigen Betriebe neben zivilen Schmuckstücken auch militärische Auszeichnungen und Ehrenzeichen in großer Stückzahl.

Die Vergabe des Deutschen Reichssportabzeichens war mit einem umfangreichen bürokratischen Verfahren verbunden. Die Leistungen mussten vor autorisierten Prüfern abgelegt und dokumentiert werden. Nach erfolgreichem Abschluss erhielten die Ausgezeichneten neben dem Abzeichen auch eine Verleihungsurkunde. Das Abzeichen konnte jährlich erneut erworben werden, wobei für mehrfache Verleihungen Zusätze in Form von Jahreszahlen oder speziellen Kennzeichnungen existierten.

Während des Zweiten Weltkrieges erhielt das Sportabzeichen zusätzliche Bedeutung im Kontext der militärischen Ausbildung. Viele Wehrmachtsangehörige erwarben das Abzeichen im Rahmen ihrer körperlichen Ertüchtigung. Die sportliche Leistungsfähigkeit wurde als wichtiger Bestandteil der militärischen Vorbereitung betrachtet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Zusammenbruch des NS-Regimes wurden alle Auszeichnungen mit Hakenkreuz-Symbolik durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 vom 20. September 1945 verboten. Das Tragen solcher Abzeichen in der Öffentlichkeit ist in Deutschland und anderen Ländern seither strafrechtlich relevant, sofern es nicht im wissenschaftlichen, historischen oder aufklärerischen Kontext erfolgt.

Heute sind solche Objekte wichtige Zeugnisse der Geschichte und werden von Museen, Sammlern und Historikern bewahrt und erforscht. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche durch die nationalsozialistische Ideologie und die Instrumentalisierung des Sports für politische Zwecke. Die Erhaltung und wissenschaftliche Betrachtung solcher Objekte dient der historischen Aufarbeitung und Mahnung.