Luftwaffe Stahlhelm M 38 für Fallschirmjäger mit 2 Abzeichen
Extrem selten, einer der eindrucksvollsten Fallschirmjäger Helme, den wir in den letzten Jahren anbieten können.
Der hier vorliegende Fallschirmjägerhelm Modell 1938 gehört zu den eindrucksvollsten und seltensten Ausrüstungsgegenständen der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Mit seiner frühen apfelgrünen Originallackierung, der doppelten Abzeichenkonfiguration und dem vollständigen Innenfutter repräsentiert dieses Exemplar die allererste Serienproduktion eines Helms, der speziell für die Anforderungen des Luftlandekrieges entwickelt wurde.
Die Entstehungsgeschichte des M38 reicht bis in das Jahr 1936 zurück, als die deutsche Militärführung – inspiriert durch die Beobachtung sowjetischer Fallschirmexperimente ab 1928 – begann, eigene Luftlandeeinheiten aufzustellen. Am 29. Januar 1936 wurden die ersten Fallschirmjägereinheiten der Luftwaffe gegründet, gefolgt von einer Heereseinheit am 31. März 1937. Anfang 1937 wurde die Fallschirmjägerschule in Stendal eröffnet.
Schnell zeigte sich, dass der damals standardmäßig verwendete Stahlhelm M35 für den Fallschirmeinsatz völlig ungeeignet war. Der hohe Luftwiderstand, die Gefahr des Helmverlustes während des Sprungs und das Erstickungsrisiko durch den zu engen Kinnriemen machten eine Neuentwicklung zwingend notwendig. Der Ingenieur Karl Heisler übernahm ab 1936 die Konstruktionsarbeiten und entwarf einen stromlinienförmigen Helm mit reduziertem Schirm und eingezogenem Rand, der den spezifischen Anforderungen des Fallschirmsprungs gerecht wurde. 1938 wurde das Ergebnis als M38 offiziell in Dienst gestellt.
Die Stahlglocken des M38 wurden ausschließlich von den Eisenhüttenwerken AG in Thale am Harz gefertigt – ein Monopol, das die gesamte Produktionsdauer anhielt. Die Herstellerkennzeichnung „ET“ wurde bis etwa 1942 verwendet, danach wechselte man zur Tarnbezeichnung „CKL“ für die Spätkriegsproduktion. Die Helmglocke bestand aus einem einzigen Stück Stahlblech mit einer Wandstärke von 1,5 mm und wurde in drei Größen produziert: 66, 68 und 71 cm.
Das Innenfutter wurde von verschiedenen Zulieferern hergestellt, darunter Karl Heisler (Berlin C2), Schubert-Werk Braunschweig und F.W. Müller Jr. Das vorliegende Exemplar trägt die Innenstempelung „ET 68“ (Hersteller Eisenhüttenwerke Thale, Größe 68 cm) sowie die Losnummer „3847“. Das Futter ist mit „Kopfweite Gr. 56, Stahlhaube Gr. 68“ sowie dem Kammerstempel „L.B.A. 38“ versehen.
Das Innensystem bestand aus einer Lederkappe mit Aluminiumring als Rahmen und stoßdämpfenden Schaumgummipolstern, die in sieben „Arme“ geschnitten waren und eine Stärke von 10 bis 13 mm aufwiesen, überzogen mit Baumwollstoff. Das Kinnriemensystem war als vierpunktige Y-förmige Aufhängung konstruiert – ein wesentlicher Unterschied zum einfachen Kinnriemen des Standard-Stahlhelms.
Die Doppelabzeichen-Konfiguration dieses Helms – mit dem Luftwaffe-Adler auf der linken Seite und dem Nationalwappen (Schwarz-Weiß-Rot-Schild) auf der rechten Seite – ist ein eindeutiges Merkmal der Vorkriegs- oder sehr frühen Kriegsproduktion vor 1940. Im Jahr 1940 erging der Befehl, das Nationalwappen zu entfernen, weshalb spätere Helme nur noch ein einzelnes Abzeichen trugen.
Dem Fallschirmjägerhelm M38 gingen zwei Vorgängermodelle voraus: der äußerst seltene experimentelle M36 und der ebenfalls rare M37. Der M38 war das Standardmodell, das von 1938 bis 1945 in Serie produziert wurde. Die Frühkriegsproduktion (1938–1940) zeichnete sich durch glatte apfelgrüne Lackierung, doppelte Abzeichen und Aluminiumkomponenten im Futter aus. In der mittleren Kriegsphase (1940–1942) wechselte man zu feldgrauer Lackierung mit rauer Textur, einzelnem Abzeichen und Stahlkomponenten. Die Spätkriegsproduktion (1942–1945) verwendete raue feldgraue Lackierung, oft ohne Abzeichen, mit Schlitzschrauben und der CKL-Herstellerkennung.
Ab dem 1. Januar 1939 unterstanden sämtliche deutschen Fallschirmjägereinheiten der Luftwaffe. Die Fallschirmjäger erzielten mit dem M38 legendäre Erfolge: Die Erstürmung der belgischen Festung Eben-Emael im Mai 1940, die Einsätze in Polen, Norwegen, Belgien und den Niederlanden – allein in den Niederlanden sprangen rund 12.000 Fallschirmjäger ab – sowie die Schlacht um Kreta (Operation Merkur, 1941), die als größte Luftlandeoperation des Krieges in die Geschichte einging. Später kämpften Fallschirmjäger in Verteidigungsoperationen bei Monte Cassino (1943–1944), in der Normandie (1944) und an der Ostfront.
Die Fallschirmjägertruppe umfasste im Laufe des Krieges etwa zehn Divisionen, von denen drei jedoch nie vollständig aufgestellt wurden. Diese im Vergleich zu den regulären Heeresverbänden geringe Truppenstärke erklärt die relative Seltenheit der M38-Helme gegenüber den Standard-Stahlhelmen der Wehrmacht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Fallschirmjägerhelme M38 zu hochbegehrten Sammlerobjekten – eine Folge sowohl ihrer Seltenheit als auch des legendären Rufs der Einheiten, die sie trugen. Viele Exemplare gelangten als Kriegstrophäen alliierter Soldaten in die Nachkriegssammlungen Europas und Amerikas. Die hohe Nachfrage und die damit verbundenen erheblichen Marktpreise haben allerdings auch zu einer bedeutenden Fälschungsproblematik geführt. Tschechische Hersteller produzierten in der Nachkriegszeit hochwertige Repliken und Ersatzfutter in Museumsqualität, die zur Restaurierung originaler Glocken verwendet wurden.
Ein frühes Doppelabzeichen-Exemplar wie das vorliegende, mit weitgehend erhaltener apfelgrüner Originallackierung, komplettem Innenfutter und originalem Kinnriemen, stellt in seiner unberührten Originalität eine außergewöhnliche Rarität auf dem Sammlermarkt dar.