NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " 1. Saar Geländefahrt der Motorstandarte Saar "
Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette zur 1. Saar Geländefahrt der Motorstandarte Saar des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) repräsentiert ein charakteristisches Beispiel für die Erinnerungs- und Auszeichnungskultur dieser NS-Organisation. Hergestellt aus vergoldetem Buntmetall mit einem Durchmesser von 80 mm durch den Hersteller W. Redo Saarlautern, dokumentiert diese Plakette die sportlichen und propagandistischen Aktivitäten des NSKK im Saargebiet.
Das NSKK wurde im April 1930 als motorisierte Gliederung der NSDAP gegründet und am 23. August 1934 durch Adolf Hitler zur selbständigen Organisation erklärt. Unter der Leitung von NSKK-Korpsführer Adolf Hühnlein entwickelte sich das Korps zu einer massenhaften Organisation mit über 500.000 Mitgliedern bis 1939. Die Hauptaufgabe bestand in der kraftfahrtechnischen Ausbildung und Vorbereitung der deutschen Bevölkerung auf eine mögliche Kriegsmobilisierung.
Das Saargebiet nahm eine besondere Stellung in der NS-Propaganda ein. Nach dem Versailler Vertrag von 1919 stand das Saargebiet unter Völkerbundsverwaltung, und die Bevölkerung sollte nach 15 Jahren über ihre staatliche Zugehörigkeit abstimmen. Die Saarabstimmung am 13. Januar 1935 brachte eine überwältigende Mehrheit von über 90 Prozent für die Rückkehr zum Deutschen Reich. Dieser propagandistische Erfolg wurde vom NS-Regime intensiv ausgeschlachtet.
Die Motorstandarte Saar war eine regionale Gliederungseinheit des NSKK, die nach der Rückgliederung des Saargebietes 1935 aufgebaut wurde. Die Organisation gliederte sich hierarchisch in Motorgruppen, Motorbrigaden, Motorstandarten und weitere Untereinheiten. Eine Motorstandarte entsprach etwa einem Regiment in der militärischen Terminologie und umfasste mehrere hundert bis tausend Mitglieder.
Geländefahrten waren zentrale Veranstaltungen des NSKK, die mehrere Zwecke erfüllten. Sie dienten der kraftfahrtechnischen Ausbildung, der Schulung von Orientierung und Navigation im Gelände, der körperlichen Ertüchtigung und nicht zuletzt der Kameradschaftspflege und politischen Indoktrination. Diese Veranstaltungen waren sportliche Wettbewerbe, bei denen Geschicklichkeit, Zuverlässigkeit und technisches Können der Fahrer und ihrer Fahrzeuge auf die Probe gestellt wurden. Die Strecken führten häufig über unbefestigte Wege, forderten die Bewältigung natürlicher Hindernisse und testeten die Orientierungsfähigkeit der Teilnehmer.
Die Bezeichnung “1. Saar Geländefahrt” deutet darauf hin, dass es sich um die erste derartige Veranstaltung der Motorstandarte Saar handelte. Solche Premierenveranstaltungen wurden besonders feierlich begangen und propagandistisch ausgeschlachtet. Sie sollten die Leistungsfähigkeit und den Organisationsgrad der lokalen NSKK-Einheit demonstrieren.
Nichttragbare Plaketten bildeten eine eigene Kategorie von Erinnerungsstücken. Im Gegensatz zu tragbaren Auszeichnungen und Abzeichen, die an der Uniform befestigt wurden, waren diese größeren Plaketten für die Aufbewahrung in Vitrinen oder auf Sockeln gedacht. Sie dienten als dauerhaftes Andenken an die Teilnahme bei besonderen Veranstaltungen und wurden häufig in repräsentativen Räumen ausgestellt.
Der Hersteller W. Redo aus Saarlautern (heute Saarlouis) war einer von zahlreichen Betrieben, die sich auf die Produktion von NS-Devotionalien, Abzeichen und Auszeichnungen spezialisiert hatten. Die lokale Fertigung solcher Gegenstände war üblich und wirtschaftlich bedeutsam für kleinere und mittlere Unternehmen der Metallverarbeitung. Die Qualität der Ausführung mit Vergoldung und detaillierter Gestaltung spricht für handwerkliches Können und die Bedeutung, die solchen Erinnerungsstücken beigemessen wurde.
Die Sammlungs- und Dokumentationswürdigkeit solcher Objekte liegt heute in ihrem historischen Zeugniswert. Sie dokumentieren die Durchdringung der Gesellschaft durch NS-Organisationen, die Verbindung von Sport, Technik und Propaganda sowie die regionale Verankerung des Regimes. Für die historische Forschung bieten sie Einblicke in Organisationsstrukturen, Veranstaltungsformen und die materielle Kultur des Nationalsozialismus.
Im Kontext der Militärgeschichte zeigt das NSKK die systematische Vorbereitung der Zivilbevölkerung auf militärische Erfordernisse. Die kraftfahrtechnische Ausbildung diente direkt der Schaffung eines Reservoirs ausgebildeter Kraftfahrer für die Wehrmacht. Viele NSKK-Mitglieder wurden später in Kraftfahr-Einheiten der Wehrmacht oder als Fahrer in verschiedenen militärischen Funktionen eingesetzt.