Preussen Kriegsdenkmünze 1870/1871 für Kämpfer - Miniatur

15 mm, an Band, Zustand 2.
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45,00

Preussen Kriegsdenkmünze 1870/1871 für Kämpfer - Miniatur

Die Preußische Kriegsdenkmünze für die Feldzüge 1870/1871 in Miniaturausführung stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Militärgeschichte dar und erinnert an einen der entscheidendsten Konflikte des 19. Jahrhunderts – den Deutsch-Französischen Krieg, der zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs führte.

Die reguläre Kriegsdenkmünze wurde durch Allerhöchste Kabinetts-Order vom 20. Mai 1871 von König Wilhelm I. von Preußen, der kurz zuvor zum Deutschen Kaiser proklamiert worden war, gestiftet. Diese Auszeichnung sollte allen preußischen Soldaten verliehen werden, die aktiv an den Kampfhandlungen gegen Frankreich teilgenommen hatten. Die Medaille unterschied zwischen Kämpfern und Nichtkämpfern durch unterschiedliche Bänder: Kämpfer erhielten ein Band aus schwarz-weißen Streifen (die preußischen Farben), während Nichtkämpfer ein gelbes Band trugen.

Die Miniaturausführung dieser Kriegsdenkmünze, wie das vorliegende Exemplar mit 15 mm Durchmesser, war für das Tragen an der Zivilkleidung oder bei weniger formellen Anlässen vorgesehen. Die reguläre Medaille maß 27 mm im Durchmesser, während die Miniatur etwa die Hälfte dieser Größe aufwies. Trotz ihrer reduzierten Abmessungen behielt die Miniatur alle wesentlichen Gestaltungselemente der Originalmedaille bei.

Die Vorderseite der Medaille zeigte das bekrönte Monogramm “W” (für Wilhelm) unter der preußischen Königskrone, umgeben von der Inschrift “WILHELM I DEUTSCHER KAISER KÖNIG V PREUSSEN”. Die Rückseite trug die Inschrift “KRIEGSDENKMÜNZE 1870/71” in vier Zeilen, umgeben von einem Eichenlaubkranz – einem traditionellen Symbol des Sieges und der Tapferkeit in der deutschen Militärikonographie.

Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/1871 war das Ergebnis zunehmender Spannungen zwischen dem aufstrebenden Preußen und dem Zweiten Kaiserreich Frankreich unter Napoleon III. Die Kriegserklärung Frankreichs erfolgte am 19. Juli 1870, doch die militärische Überlegenheit lag eindeutig auf deutscher Seite. Unter der strategischen Führung von Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke errangen die deutschen Armeen eine Reihe entscheidender Siege, darunter bei Weißenburg, Wörth, Spichern, Mars-la-Tour, Gravelotte und die katastrophale französische Niederlage bei Sedan am 2. September 1870, bei der Napoleon III. selbst in Gefangenschaft geriet.

Die Belagerung von Paris dauerte von September 1870 bis Januar 1871 und endete mit der Kapitulation der französischen Hauptstadt. Am 18. Januar 1871 wurde im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles das Deutsche Kaiserreich proklamiert – ein symbolträchtiger Akt im Herzen Frankreichs. Der Friede von Frankfurt am 10. Mai 1871 besiegelte die deutsche Vorherrschaft und forderte von Frankreich die Abtretung von Elsass-Lothringen sowie erhebliche Reparationszahlungen.

Über 1,2 Millionen Kriegsdenkmünzen wurden ausgegeben, was die massive Mobilisierung des preußischen Militärapparats während dieses Konflikts widerspiegelt. Die Kämpfer-Version mit schwarzem Band, wie das vorliegende Exemplar, war die weitaus häufigere Variante, da die Mehrheit der mobilisierten Truppen direkt an Kampfhandlungen beteiligt war.

Die Miniaturausführungen dieser Auszeichnungen wurden von verschiedenen privaten Manufakturen hergestellt und von den Trägern selbst erworben. Sie waren nicht offiziell verliehen, sondern dienten als tragbare Alternative zur regulären Medaille. Offiziere und Veteranen trugen diese Miniaturen häufig an der Zivilkleidung oder an Uhrketten, um ihre Teilnahme am siegreichen Feldzug diskret zur Schau zu stellen.

Der Zustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Miniatur hin, die wahrscheinlich getragen wurde, aber ohne größere Beschädigungen oder starke Abnutzungserscheinungen überliefert ist. Das originale Band in den preußischen Farben verstärkt die Authentizität und historische Bedeutung dieses Objekts.

Diese Kriegsdenkmünze steht symbolisch für einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte. Der Sieg über Frankreich beendete die französische Hegemonie auf dem Kontinent und etablierte Deutschland als dominante Macht in Mitteleuropa – eine geopolitische Verschiebung, die die Entwicklungen bis zum Ersten Weltkrieg prägen sollte. Für die zeitgenössischen Träger war diese Medaille nicht nur eine militärische Auszeichnung, sondern ein Symbol des nationalen Stolzes und der Teilnahme an der Schaffung des geeinten deutschen Nationalstaats.