1. Weltkrieg Ehrenbecher "Dem Sieger im Luftkampf" 

Es handelt sich hierbei um eine frühe Ausführung in Silber. Die geprägten kämpfenden Adler in besonders starker Ausführung. Der Sockel umlaufend mit geprägter Inschrift "Dem Sieger im Luftkampf", seitlich mit den Silberpunzen Halbmond, Krone "800" und Adler. Auf der Unterseite mit Stempel "Chef des Feldflugwesens". Der Ehrenbecher hat ein paar leichte Dellen, mit schöner Patina, Zustand 2.

Ehrenbecher wurden für den ersten Sieg im Luftkampf bis 1917 in Silber verliehen. Aufgrund der Materialknappheit zu Kriegsende wurden die Ehrenbecher ab 1917 dann in Eisen gefertigt und auch erst nach dem 3. Luftsieg verliehen.
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Ehrenbecher für den Sieger im Luftkampf – Ein Höhepunkt deutscher Militärgeschichte des Ersten Weltkriegs

Unter den Auszeichnungen des Ersten Weltkriegs nimmt der Ehrenbecher für den Sieger im Luftkampf eine ganz besondere Stellung ein. Als eine der bedeutendsten Ehrungen für Kampfpiloten der Kaiserlichen Luftstreitkräfte verkörpert dieser silberne Pokal den Geist einer Epoche, in der der Luftkampf noch in seinen Anfängen steckte und die Piloten als Ritter der Lüfte verehrt wurden. Das hier vorliegende Exemplar gehört zu den frühen Ausführungen in Silber und stellt damit ein besonders begehrtes Sammlerstück dar.

Entstehungsgeschichte

Die Geschichte des Ehrenbechers beginnt im Jahr 1915, als eine anonyme Gruppe deutscher Unterstützer der Luftstreitkräfte Mittel bereitstellte, um eine besondere Auszeichnung für Siege im Luftkampf zu schaffen. Die Gelder wurden Hermann von der Lieth-Thomsen anvertraut, der im März 1915 zum Chef des Feldflugwesens der deutschen Armee ernannt worden war. Von der Lieth-Thomsen war damit die zentrale Figur in der Schaffung dieser prestigeträchtigen Ehrung. Die erste Verleihung des Ehrenbechers fand am 27. Januar 1916 statt – ein Datum, das fortan einen festen Platz in der Geschichte der deutschen Militärluftfahrt einnehmen sollte.

Gestaltung und Fertigung

Der Ehrenbecher besticht durch seine eindrucksvolle Gestaltung. Er zeigt zwei kämpfende Adler im Relief, wobei ein Adler den anderen überholt – eine kraftvolle Symbolik für den Sieg im Luftkampf. Die Inschrift “Dem Sieger im Luftkampf” umläuft den sich verjüngenden Griff des Pokals oberhalb von vier kugelförmigen Standfüßen. Mit einer ungefähren Höhe von 19,3 cm und einem Durchmesser von etwa 96,40 mm ist der Becher ein handliches, aber eindrucksvolles Objekt. Der Pokal ist kunstvoll aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzt, wobei die vier unteren Kugelfüße aus einer zweiteiligen Konstruktion bestehen. Das Gewicht der Silberversion beträgt etwa 335 Gramm.

Die frühen Ausführungen wurden in 800er Silber (80% reiner Silbergehalt) gefertigt und tragen die entsprechenden deutschen Silberpunzen: Halbmond, Krone, “800” und Adler. Auf der Unterseite befindet sich der Stempel “Chef des Feldflugwesens”. Zu den Herstellern zählten renommierte Silberschmiede wie Bruckmann & Söhne aus Heilbronn und Johann Wagner & Sohn aus Berlin.

Verleihungskriterien und Materialwechsel

Der Ehrenbecher wurde in der Regel für den ersten Sieg im Luftkampf verliehen, wobei die tatsächliche Übergabe durchaus einige Zeit nach dem Sieg erfolgen konnte. Die Anforderungen für die Verleihung stiegen im Laufe des Krieges, da der Luftkampf immer häufiger wurde. Ab Ende 1917 vollzog sich ein bedeutender Wandel: Aufgrund der kriegsbedingten Materialknappheit wurden die Ehrenbecher nicht mehr in Silber, sondern in Eisen (versilbert) gefertigt und erst nach dem dritten Luftsieg verliehen. Gegen Ende des Krieges wurden teilweise nur noch die Urkunden zum Ehrenbecher ausgestellt, ohne dass der physische Pokal übergeben werden konnte.

Berühmte Empfänger

Die Liste der Empfänger liest sich wie ein “Who’s Who” der deutschen Luftfahrtgeschichte des Ersten Weltkriegs. Zu den bekanntesten Trägern gehört Oswald Boelcke, der seinen Ehrenbecher am 24. Dezember 1915 erhielt – einer der bedeutendsten deutschen Fliegerasse, der auch mit dem Pour le Mérite ausgezeichnet wurde. Ernst Udet, der zweithöchste deutsche Fliegerass des Ersten Weltkriegs, erhielt seinen Ehrenbecher am 17. August 1916. Theo Osterkamp, Marineflieger und ebenfalls Pour le Mérite-Träger, wurde am 18. April 1917 mit dem Ehrenbecher ausgezeichnet. Auch weitere legendäre Flieger wie Hermann Göring, Max Immelmann und Manfred von Richthofen zählten zu den Empfängern dieser begehrten Ehrung.

Gesamtzahl und Seltenheit

Insgesamt wird die Zahl der während des Ersten Weltkriegs verliehenen Ehrenbecher auf rund 2.411 Stück geschätzt. Dabei ist zu beachten, dass es neben dem hier beschriebenen Ehrenbecher für den Sieger im Luftkampf auch eine separate, noch seltenere Auszeichnung gab: den Ehrenbecher für erfolgreiche Angriffe aus der Luft.

Historische Bedeutung und Nachfolger

Die Ehrenbecher waren weit mehr als dekorative Pokale – sie galten als hochgeschätzte Trophäen, vergleichbar mit einer offiziellen Tapferkeitsmedaille. Sie dienten als wichtigster Vorläufer späterer deutscher Fliegerauszeichnungen. Am 27. Februar 1940 schuf Hermann Göring – selbst ein Empfänger des Ehrenbechers im Ersten Weltkrieg – den Ehrenpokal der Luftwaffe als direkten Nachfolger dieser Auszeichnung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gerieten die Ehrenbecher in Vergessenheit, was möglicherweise auf ihre Assoziation mit der Kriegszeit zurückzuführen ist. Heute jedoch gehören sie zu den begehrtesten Sammlerstücken der Militärgeschichte. Besonders die frühen Silberausführungen, wie das hier vorliegende Exemplar mit seinen besonders kräftig geprägten kämpfenden Adlern und der schönen Patina, sind bei Sammlern außerordentlich geschätzt.

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