Allgemeines Sturmabzeichen - cut out swaz

Feinzink hohl.
475882
450,00

Allgemeines Sturmabzeichen - cut out swaz

Das Allgemeine Sturmabzeichen gehört zu den bedeutendsten Kampfauszeichnungen des Deutschen Reiches während des Zweiten Weltkriegs. Diese Auszeichnung wurde am 1. Juni 1940 durch den Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, gestiftet und sollte die Tapferkeit und den persönlichen Einsatz von Soldaten im direkten Kampf würdigen.

Die Entstehung des Allgemeinen Sturmabzeichens geht auf die Erfahrungen der Feldzüge in Polen 1939 und in Westeuropa 1940 zurück. Während bereits im Ersten Weltkrieg das Sturmabzeichen existierte, erkannte die militärische Führung die Notwendigkeit einer waffengattungsübergreifenden Auszeichnung für Infanteristen und andere Truppengattungen, die an vorderster Front kämpften. Die Verleihungskriterien waren streng definiert: Soldaten mussten an mindestens drei Sturmangriffstagen oder an drei Panzerjagd- bzw. Nahkampftagen teilgenommen haben.

Das beschriebene Exemplar wurde in Feinzink hergestellt und weist eine hohle Prägung auf, was für die Massenproduktion während der Kriegsjahre charakteristisch war. Die Verwendung von Zinklegierungen anstelle von Bronze oder anderen Metallen reflektiert die zunehmende Materialknappheit im Deutschen Reich, besonders ab 1942. Die “cut out” oder durchbrochene Ausführung mit Hakenkreuz-Symbol war typisch für spätere Produktionsvarianten.

Das Design des Allgemeinen Sturmabzeichens zeigt zentral ein Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett, umrahmt von einem Eichenlaubkranz. Über dem Gewehr befand sich das Hoheitszeichen des Dritten Reiches. Die symbolische Darstellung sollte die Wehrhaftigkeit und den Kampfgeist der deutschen Infanterie verkörpern. Verschiedene Hersteller fertigten diese Auszeichnung, wobei jeder Produzent leichte Variationen im Design und der Ausführungsqualität aufwies.

Die Verleihung erfolgte im Namen des Oberbefehlshabers des Heeres durch die jeweiligen Truppenkommandeure. Das Abzeichen wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb des Eisernen Kreuzes, sofern dieses verliehen worden war. Die genaue Position war in den Tragebestimmungen der Wehrmacht detailliert festgelegt.

Während des Kriegsverlaufs wurden verschiedene Varianten des Sturmabzeichens eingeführt, darunter das Infanterie-Sturmabzeichen in Bronze und Silber sowie spezialisierte Versionen für Panzergrenadiere und andere Waffengattungen. Das Allgemeine Sturmabzeichen blieb jedoch die grundlegende Auszeichnung für den Nahkampf.

Die Herstellung in Hohlprägung mit Feinzink war ein technischer Prozess, der es ermöglichte, große Stückzahlen kostengünstig zu produzieren. Die Rückseiten dieser Abzeichen waren typischerweise mit einer Nadel oder einem Schraubmechanismus versehen, um die Befestigung an der Uniform zu ermöglichen. Verschiedene Herstellermarken und Fertigungsnummern auf der Rückseite erlauben heute die Zuordnung zu spezifischen Produktionsstätten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Tragen aller nationalsozialistischen Symbole und Auszeichnungen in Deutschland verboten. Das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 erlaubte später das Tragen von Orden und Ehrenzeichen aus der Zeit vor 1945, allerdings nur in modifizierter Form ohne verfassungsfeindliche Symbole. Für militärhistorische Forschung und museale Zwecke sind diese Objekte jedoch von erheblicher Bedeutung, da sie wichtige Zeugnisse der Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts darstellen.

Heute werden solche Auszeichnungen von Militärhistorikern, Museen und Sammlern als Studienobjekte betrachtet. Die Erforschung von Herstellungstechniken, Materialien und Varianten trägt zum Verständnis der industriellen Produktion und der militärischen Kultur dieser Zeit bei. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Objekten ist essentiell für die historische Aufarbeitung und Bildung.