Allgemeines Sturmabzeichen mit Einsatzzahl "75"

Fertigung der Firma JFS. Feinzink, der Adler grau getönt, die original Vergoldung des Eichenlaubkranz zu 65 % erhalten. Rückseitig mit Markierung des Herstellers "JFS", die breite Nadel und der Haken sind magnetisch. Das Stück ist leicht getragen in sehr gutem Zustand. 
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12.500,00

Allgemeines Sturmabzeichen mit Einsatzzahl "75"

Das Allgemeine Sturmabzeichen mit Einsatzzahl stellt eine der bedeutendsten Auszeichnungen der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese besondere Variante mit der Einsatzzahl “75” dokumentiert die wiederholte Teilnahme an Kampfhandlungen und wurde erst in der späteren Phase des Krieges eingeführt.

Das Allgemeine Sturmabzeichen wurde am 1. Juni 1940 durch Adolf Hitler gestiftet und sollte Soldaten aller Waffengattungen auszeichnen, die nicht bereits Anspruch auf das Infanterie-Sturmabzeichen hatten. Die Verleihungsbedingungen wurden in der Heeres-Verordnungsblatt-Ausgabe vom 20. Juli 1940 präzisiert. Ursprünglich war die Teilnahme an drei verschiedenen Kampftagen oder die Verwundung während eines Sturmangriffs erforderlich.

Die Einsatzzahlen wurden ab 1943 eingeführt, um die außergewöhnliche Leistung von Soldaten zu würdigen, die weit über das ursprüngliche Verleihungskriterium hinausgingen. Die Zahlen 25, 50, 75 und 100 wurden auf kleinen Metallplättchen angebracht, die am unteren Teil des Abzeichens befestigt wurden. Jede Zahl repräsentierte die entsprechende Anzahl von Kampfeinsätzen. Die Zahl 75 bedeutete somit die Teilnahme an 75 verschiedenen Kampftagen - eine außergewöhnliche und gefährliche Leistung, die nur wenige Soldaten erreichten.

Das hier beschriebene Exemplar wurde von der Firma JFS (Josef Feix & Söhne) aus Gablonz an der Neiße hergestellt, einem bedeutenden Produzenten von militärischen Auszeichnungen während des Krieges. Die Markierung “JFS” auf der Rückseite bestätigt die Authentizität und Herkunft des Stückes. Die Firma war für ihre qualitativ hochwertigen Arbeiten bekannt und verwendete verschiedene Materialien, darunter auch Feinzink, wie bei diesem Exemplar.

Die technische Ausführung zeigt typische Merkmale der Kriegsproduktion: Der Adler ist grau getönt, während der Eichenlaubkranz ursprünglich vergoldet war. Die zu 65% erhaltene Vergoldung deutet auf tatsächliche Tragezeit hin, was bei militärischen Auszeichnungen ein wichtiges Authentizitätsmerkmal darstellt. Die magnetische breite Nadel und der Haken entsprechen den Herstellungsstandards jener Zeit, als zunehmend eisenhaltige Materialien verwendet wurden, um Buntmetalle für die Rüstungsproduktion zu sparen.

Das Design des Allgemeinen Sturmabzeichens folgt der typischen NS-Symbolik: Ein nach links blickender Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der ein Hakenkreuz in den Fängen hält, umgeben von einem Eichenlaubkranz. Der Eichenlaubkranz symbolisierte in der deutschen militärischen Tradition Tapferkeit und Treue. Die Gesamthöhe des Abzeichens betrug etwa 52-54 mm, die Breite circa 40-42 mm.

Die Verleihung von Sturmabzeichen mit hohen Einsatzzahlen war selten und dokumentiert die extreme Belastung der Soldaten, besonders an der Ostfront und in den späteren Kriegsjahren. Ein Träger mit 75 Kampfeinsätzen hatte mit hoher Wahrscheinlichkeit mehrere Jahre Fronterfahrung und war den ständigen Gefahren des Nahkampfes ausgesetzt. Die Überlebensrate bei solch häufigen Kampfeinsätzen war statistisch sehr gering.

Die Verleihungsurkunden wurden vom jeweiligen Regiments- oder Divisionskommandeur ausgestellt und im Soldbuch sowie in den Personalakten vermerkt. Die strengen Verleihungsrichtlinien verlangten die genaue Dokumentation jedes Kampfeinsatzes, wobei ein “Kampftag” als Tag mit direktem Feindkontakt definiert wurde.

Aus historischer Perspektive sind solche Auszeichnungen heute wichtige Zeitdokumente, die die militärische Organisationsstruktur, die Produktionsbedingungen und die Materialsituation des Dritten Reiches widerspiegeln. Sie dienen der wissenschaftlichen Forschung und der musealen Dokumentation einer dunklen Epoche deutscher Geschichte. Der leicht getragene Zustand dieses Exemplars mit seinen erhaltenen Originalmerkmalen macht es zu einem authentischen Zeugnis jener Zeit.