Elastolin - Kriegsmarine 2 Matrosen in weißer Uniform marschierend
Die vorliegenden Elastolin-Figuren stellen zwei Matrosen der Kriegsmarine in weißer Uniform dar, die im Marschschritt präsentiert werden. Mit einer Höhe von 7 cm gehören diese Figuren zur klassischen Standardgröße der Elastolin-Produktion, die zwischen den 1920er und 1940er Jahren hergestellt wurde.
Elastolin war eine eingetragene Marke der Firma O. & M. Hausser aus Ludwigsburg, die 1904 gegründet wurde. Der Name leitete sich vom Material ab, einer elastischen Masse aus Kasein, Leim, Kreide und anderen Füllstoffen, die über Drahtgerüste modelliert wurde. Diese Technik ermöglichte eine detaillierte Darstellung militärischer Figuren und machte Elastolin zum führenden deutschen Hersteller von Spielzeugsoldaten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Die weiße Uniform der Kriegsmarine war die offizielle Sommeruniform der deutschen Marine, die in den wärmeren Monaten und in tropischen Gebieten getragen wurde. Diese Uniform bestand aus weißer Tuchjacke und weißer Hose für Offiziere, während Mannschaften und Unteroffiziere die charakteristische weiße Matrosenbluse trugen. Die Einführung der weißen Tropenuniform geht auf die kaiserliche Marine zurück und wurde in der Kriegsmarine der Wehrmacht fortgeführt.
Die Kriegsmarine war von 1935 bis 1945 die offizielle Bezeichnung der deutschen Seestreitkräfte unter dem NS-Regime. Sie entstand aus der Reichsmarine der Weimarer Republik und wurde am 21. Mai 1935 durch das Wehrgesetz offiziell begründet. Unter der Führung von Großadmiral Erich Raeder (bis 1943) und später Karl Dönitz wuchs die Kriegsmarine erheblich, obwohl sie nie die geplante Stärke des Z-Plans erreichte.
Elastolin produzierte ab Mitte der 1930er Jahre umfangreiche Serien von Kriegsmarine-Figuren, die alle Waffengattungen und Uniformvarianten abdeckten. Diese Figuren dienten nicht nur als Spielzeug, sondern auch als Sammelobjekte und erfüllten propagandistische Zwecke. Die detailgetreue Darstellung der Uniformen entsprach den offiziellen Vorschriften der Anzugsordnung für die Kriegsmarine, die minutiös festlegte, wann welche Uniform zu tragen war.
Die marschierenden Matrosen repräsentieren vermutlich eine Parade- oder Wachformation. Der gleichschrittige Marsch war ein wesentlicher Bestandteil des militärischen Drills und diente der Darstellung von Disziplin und Ordnung. In der Kriegsmarine wurden solche Formationen bei offiziellen Anlässen, Flottenparaden und bei der Wachablösung in Marinestützpunkten wie Wilhelmshaven, Kiel oder Flensburg-Mürwik präsentiert.
Aus sammlerischer Sicht befinden sich diese Figuren im Zustand 2, was auf eine sehr gute Erhaltung hindeutet. Die Elastolin-Figuren sind heute gesuchte Sammlerobjekte, da die Produktion während des Zweiten Weltkriegs zunehmend unter Materialmangel litt und nach 1945 zunächst eingestellt wurde. Die Firma Hausser stellte später auf Kunststoff um, doch die klassischen Elastolin-Figuren aus der Vorkriegs- und Kriegszeit gelten als die qualitativ hochwertigsten Exemplare.
Die kulturhistorische Bedeutung solcher Spielzeugfiguren ist ambivalent. Einerseits dokumentieren sie die Militarisierung der Gesellschaft und die Idealisierung des Soldatentums im NS-Staat, andererseits sind sie heute wichtige Zeugnisse der Alltags- und Spielzeuggeschichte sowie der historischen Uniformkunde.