Extraseitengewehr KS 98, 1.Weltkrieg oder Reichswehr .

Saubere vernickelte Klinge mit Herstellermarke Hörster Solingen, Stahlgefäß, zweifach vernietete Griffschalen, die Scheide komplett verputzt und etwas rostig, getragen mit  Altersspuren. Zustand 2-
498282
220,00

Extraseitengewehr KS 98, 1.Weltkrieg oder Reichswehr .

Das Extraseitengewehr KS 98 (auch bekannt als Karabiner-Seitengewehr 98) stellt einen bedeutenden Abschnitt der deutschen Militärgeschichte vom Ersten Weltkrieg bis zur Reichswehrzeit dar. Entwickelt als Begleitwaffe zum berühmten Karabiner 98, verkörpert dieses Bajonett die militärische Tradition und handwerkliche Präzision der deutschen Waffenindustrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Die Bezeichnung “Extraseitengewehr” bezieht sich auf die spezielle Ausführung dieses Bajonetts, das sich von den standardmäßigen Seitengewehren durch bestimmte konstruktive Merkmale unterschied. Das hier beschriebene Exemplar trägt die Herstellermarke Hörster Solingen, einem der renommiertesten Klingenhersteller des deutschen Reiches. Die Firma Hörster war bereits seit dem 19. Jahrhundert für ihre qualitativ hochwertigen Blank- und Stichwaffen bekannt und belieferte sowohl die preußische Armee als auch später die deutsche Wehrmacht.

Während des Ersten Weltkrieges (1914-1918) spielten Seitengewehre eine entscheidende Rolle in der Ausrüstung der deutschen Soldaten. Obwohl der Krieg durch Artillerie, Maschinengewehre und Giftgas geprägt war, blieben Nahkampfwaffen wie das KS 98 unverzichtbar für den Grabenkampf. Die Soldaten nutzten diese Bajonette nicht nur als Waffen, sondern auch als Werkzeuge für alltägliche Aufgaben wie das Öffnen von Konservendosen oder als Grabwerkzeug.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Unterzeichnung des Versailler Vertrags 1919 unterlag die deutsche Armee strengen Beschränkungen. Die neu gebildete Reichswehr durfte nur 100.000 Mann umfassen und war in ihrer Bewaffnung stark limitiert. Dennoch blieben Seitengewehre ein wichtiger Bestandteil der Grundausrüstung, da sie sowohl symbolischen als auch praktischen Wert besaßen.

Die technischen Merkmale des beschriebenen Exemplars zeigen die typischen Eigenschaften dieser Epoche: Die vernickelte Klinge war nicht nur aus ästhetischen Gründen gewählt, sondern bot auch besseren Schutz gegen Korrosion unter den harten Bedingungen des Krieges. Das Stahlgefäß mit den charakteristischen zweifach vernieteten Griffschalen gewährleistete eine robuste Konstruktion, die den Belastungen des Militärdienstes standhalten konnte.

Die Solinger Waffenindustrie, zu der auch Hörster gehörte, hatte eine jahrhundertelange Tradition in der Herstellung von Klingen und war international für ihre Qualität anerkannt. Während der Kriegsjahre mussten diese Unternehmen ihre Produktion massiv ausweiten, um den enormen Bedarf der Streitkräfte zu decken. Dies führte teilweise zu Qualitätsschwankungen, doch etablierte Hersteller wie Hörster konnten ihren Standard größtenteils aufrechterhalten.

Nach 1933 und der Machtübernahme der Nationalsozialisten erfuhr die deutsche Rüstungsindustrie eine erneute Expansion. Viele der in der Reichswehrzeit produzierten Waffen, einschließlich der KS 98 Bajonette, blieben weiterhin im Einsatz und wurden teilweise bis in den Zweiten Weltkrieg verwendet.

Heute sind Exemplare wie das beschriebene KS 98 wichtige historische Artefakte, die Zeugnis ablegen von einer turbulenten Epoche der deutschen und europäischen Geschichte. Sammler und Historiker schätzen diese Objekte nicht nur wegen ihrer handwerklichen Qualität, sondern auch als materielle Überreste einer Zeit, die das 20. Jahrhundert nachhaltig geprägt hat. Der Erhaltungszustand mit den typischen Altersspuren und der Patina verleiht solchen Stücken zusätzliche Authentizität und historischen Wert.