Das Goldene Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes stellt eine der seltensten und außergewöhnlichsten Auszeichnungen des nationalsozialistischen Deutschlands dar. Diese höchste Stufe des Kriegsverdienstkreuzes 1939 wurde durch einen Erlass vom 19. August 1940 geschaffen und sollte außerordentliche Verdienste in der Kriegswirtschaft und Rüstungsproduktion würdigen.
Das Kriegsverdienstkreuz selbst wurde am 18. Oktober 1939 durch Adolf Hitler gestiftet und war für Verdienste im Krieg vorgesehen, die nicht unmittelbar im Kampfeinsatz erbracht wurden. Es konnte sowohl an Militärpersonen als auch an Zivilisten verliehen werden und existierte in zwei Klassen sowie mit und ohne Schwertern. Die Version mit Schwertern war für militärische Verdienste fernab der Front bestimmt, während die Version ohne Schwerter zivile Kriegsverdienste ehrte.
Die Stufenfolge der Auszeichnung umfasste das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse, 1. Klasse, das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes und schließlich als höchste Stufe das Goldene Ritterkreuz. Letzteres sollte nur in absoluten Ausnahmefällen verliehen werden und war faktisch die zivile Entsprechung zum militärischen Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten.
Die Fertigung dieser hochrangigen Auszeichnungen oblag nur wenigen ausgewählten Herstellern. Die Firma Deschler & Sohn aus München gehörte zu den renommiertesten Produzenten von Orden und Ehrenzeichen des Dritten Reiches. Die Werkstatt war bekannt für ihre qualitativ hochwertige Arbeit und fertigte zahlreiche bedeutende Auszeichnungen. Die Herstellerpunze “1” identifiziert eindeutig diese Manufaktur, während der Stempel “900” den hohen Silbergehalt des versilberten und anschließend vergoldeten Grundmaterials belegt.
Die gestalterischen Merkmale des Goldenen Ritterkreuzes entsprachen grundsätzlich denen der niedrigeren Stufen: ein griechisches Kreuz mit leicht verbreiterten Armen, in dessen Zentrum ein Hakenkreuz und ein Kranz aus Eichenlaub zu sehen waren. Die Rückseite trug die Jahreszahl 1939. Der entscheidende Unterschied lag in der vollständigen Vergoldung des gesamten Kreuzes, was ihm seinen Namen und seinen besonderen Status verlieh.
Die historische Bedeutung dieser Auszeichnung liegt vor allem in ihrer außerordentlichen Seltenheit. Nach gesicherten historischen Quellen fand lediglich eine einzige offizielle Verleihung am 20. April 1945, Hitlers 56. Geburtstag, statt. Empfänger war Franz Hahne, Obermeister bei den Rheinmetall-Altmärkischen Kettenwerken, der sich durch außergewöhnliche Leistungen in der Rüstungsproduktion hervorgetan hatte.
Eine zweite geplante Verleihung an Karl Saur, Hauptdienststellenleiter und Amtschef im Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion unter Albert Speer, konnte aufgrund des unmittelbar bevorstehenden Kriegsendes nicht mehr durchgeführt werden oder blieb in der Phase des Vorschlags stecken. Die Quellenlage hierzu ist nicht vollständig eindeutig.
Der Zeitpunkt dieser Verleihung(en) ist historisch bedeutsam: Am 20. April 1945 befand sich Deutschland in den allerletzten Kriegstagen. Die Rote Armee kämpfte bereits in Berlin, amerikanische und britische Truppen waren tief nach Deutschland vorgedrungen. Die Verleihung höchster Auszeichnungen in dieser verzweifelten Situation unterstreicht die Realitätsferne der nationalsozialistischen Führung in den letzten Kriegstagen.
Die Ordenskanzlei in Berlin, die für die Verwaltung und Ausgabe von Orden zuständig war, hatte ihre wertvollen Bestände aufgrund der intensiven Bombenangriffe auf die Reichshauptstadt nach Schloss Klessheim bei Salzburg ausgelagert. Dieses barocke Schloss diente in den letzten Kriegsmonaten als Ausweichquartier für verschiedene Berliner Dienststellen. Nach der Kapitulation im Mai 1945 wurden diese Ordensbestände von amerikanischen Truppen beschlagnahmt. Viele dieser Stücke gelangten als Kriegstrophäen in private Hände oder wurden später dem Sammlermarkt zugeführt.
Die Authentifizierung solcher hochrangigen und seltenen Auszeichnungen erfordert detaillierte Kenntnisse über Herstellungsmerkmale, Materialbeschaffenheit und historische Produktionsdetails. Die Herstellerpunze, der Silberstempel, die Prägungsqualität und nicht zuletzt die Provenienz sind entscheidende Faktoren bei der Beurteilung der Echtheit. Das originale Verleihungsetui mit blauem Samt und vergoldetem Verschluss gehört zur kompletten Ausstattung dieser höchsten Stufe.
Heute stellen solche Objekte bedeutende zeitgeschichtliche Dokumente dar, die Einblick in das Auszeichnungswesen und die Hierarchien des nationalsozialistischen Deutschlands geben. Sie sind Zeugnisse einer untergegangenen Epoche und werden von Museen, Forschungseinrichtungen und Sammlern als historische Quellen bewahrt und studiert.