Reichsarbeitsdienst der weiblichen Jugend ( RAD/wJ ) - Erinnerungsbrosche in Silber
Die Reichsarbeitsdienst der weiblichen Jugend (RAD/wJ) Erinnerungsbrosche stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Jugendorganisation dar, die von 1935 bis 1945 existierte. Diese silberne Brosche aus Feinzink wurde vom Hersteller J.B.u.Co. gefertigt und diente als Erkennungszeichen und Erinnerungsstück für weibliche Teilnehmerinnen des Reichsarbeitsdienstes.
Der Reichsarbeitsdienst (RAD) wurde 1935 durch das “Gesetz über den Reichsarbeitsdienst” als obligatorische Arbeitsdienstorganisation etabliert. Während der RAD für männliche Jugendliche bereits früher bestand, wurde der RAD/wJ speziell für junge Frauen zwischen 17 und 25 Jahren eingerichtet. Die Organisation verfolgte das Ziel, junge Menschen im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie zu erziehen und gleichzeitig praktische Arbeiten für das Reich zu verrichten.
Die weiblichen Arbeitsmaiden, wie sie genannt wurden, leisteten typischerweise sechs Monate Dienst in ländlichen Gebieten. Ihre Aufgaben umfassten landwirtschaftliche Arbeiten, Kinderbetreuung, Haushaltsführung in kinderreichen Familien und später auch kriegswichtige Tätigkeiten. Die Teilnehmerinnen trugen einheitliche Uniformen und lebten in Gemeinschaftslagern, wo sie einer strengen Disziplin unterworfen waren.
Solche Erinnerungsbroschen wurden als Abzeichen und Andenken an die Dienstzeit vergeben. Sie symbolisierten die Zugehörigkeit zur Organisation und dienten als sichtbares Zeichen der absolvierten Dienstpflicht. Die Herstellung aus Feinzink war während der Kriegsjahre üblich, da wertvollere Metalle für die Rüstungsproduktion benötigt wurden.
Der Hersteller J.B.u.Co. gehörte zu den zahlreichen Unternehmen, die offizielle NS-Abzeichen und -schmuck produzierten. Die Qualität und Ausführung solcher Stücke variierte je nach Herstellungszeitpunkt und verfügbaren Materialien erheblich.