U-Bootkriegsabzeichen 1918 - Meybauer
Ein verliehenes Stück aus dem Jahr 1918.
Das vorliegende Stück ist ein U-Boot-Kriegsabzeichen 1918, gefertigt von der renommierten Berliner Firma Paul Meybauer. Es handelt sich um ein verliehenes und getragenes Exemplar aus dem letzten Kriegsjahr des Ersten Weltkriegs, hergestellt aus vergoldetem Tombak – einer goldfarbenen Messinglegierung, die für Auszeichnungen dieser Art häufig Verwendung fand. Die rückseitige Wappenpunze identifiziert den Hersteller eindeutig als Paul Meybauer, Berlin. Der fehlende Nadelhaken auf der Rückseite sowie die sichtbaren Tragespuren bezeugen, dass dieses Abzeichen tatsächlich am Uniformrock eines U-Boot-Fahrers getragen wurde – ein authentisches Relikt der kaiserlichen Marine.
Das U-Boot-Kriegsabzeichen wurde am 1. Februar 1918 durch Kaiser Wilhelm II. für die Kaiserliche Marine gestiftet. Diese Stiftung erfolgte auf dem Höhepunkt des uneingeschränkten U-Boot-Krieges, der im Februar 1917 begonnen hatte und eine der zentralen Säulen der deutschen Marinestrategie im Ersten Weltkrieg darstellte. Mit dem Abzeichen sollte die besondere Gefährlichkeit des U-Boot-Dienstes gewürdigt, der sich gegen die alliierte Handelsschifffahrt richtete und unter ständiger Bedrohung durch feindliche Marineblockaden und Geleitzugabwehr stand.
Der U-Boot-Krieg war ein entscheidender Bestandteil der deutschen Seekriegsführung. Deutsche Unterseeboote operierten unter extremen Bedingungen, und die Verlustrate unter den Besatzungen war außerordentlich hoch. Die Einführung eines speziellen Kriegsabzeichens unterstrich die Anerkennung, die dem kaiserlichen U-Boot-Dienst von höchster Stelle entgegengebracht wurde.
Das Abzeichen besitzt eine horizontal-ovale Form und zeigt einen Lorbeerkranz, in dessen Mitte ein U-Boot nach rechts weisend dargestellt ist. Der Entwurf orientiert sich am Typ U-5. Über dem Kranz thront die Reichskrone, während der Kranz am unteren Ende mit einem Band zusammengebunden ist. Das Abzeichen wurde an der linken unteren Brustseite der Uniform getragen. Neben Paul Meybauer waren auch andere Hersteller wie Wilhelm Deumer, Steinhauer & Lück und Walter Schott an der Produktion beteiligt.
Das Abzeichen wurde an Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der kaiserlichen U-Boot-Waffe verliehen, die mindestens drei Feindfahrten absolviert hatten. Die Kriterien wurden im Verlauf vereinfacht, sodass auch Besatzungsmitglieder mit zwei Feindfahrten und mindestens 150 Tagen aktivem Seedienst berechtigt waren. Für verwundete Besatzungsmitglieder konnte die Anforderung erlassen werden. Küstendienst während der Wartezeit auf Kampfeinsätze wurde dabei nicht auf die Seefahrtzeit angerechnet.
Die Gesamtzahl der während des Ersten Weltkriegs und der unmittelbaren Nachkriegszeit verliehenen Abzeichen wird auf 4.500 bis 5.000 Stück geschätzt. Bemerkenswert ist, dass die Fertigung des kaiserlichen U-Boot-Kriegsabzeichens weit über das Kriegsende hinaus fortgesetzt wurde. Trotz der Abdankung des Kaisers im November 1918 und dem Ende des Krieges wurde das Abzeichen während der gesamten Weimarer Republik in den 1920er und bis in die Mitte der 1930er Jahre für Veteranen der Reichsmarine weiter hergestellt. In begrenztem Umfang setzte sich die Produktion sogar bis in die 1950er Jahre fort.
Am 13. Oktober 1939 wurde das U-Boot-Kriegsabzeichen durch Großadmiral Erich Raeder in einer modernisierten Form neu gestiftet. In dieser Version ersetzte ein nationalsozialistischer Adler mit Hakenkreuz die kaiserliche Reichskrone. Viele Träger des Abzeichens von 1918, die auch im Zweiten Weltkrieg dienten, trugen beide Versionen nebeneinander. Admiral Karl Dönitz, der im Ersten Weltkrieg als U-Boot-Kommandant gedient hatte, gehörte zu jenen, die das Abzeichen von 1918 auch neben ihren Auszeichnungen des Zweiten Weltkriegs weiterhin trugen.
Das Abzeichen musste nach dem Ausscheiden aus der Kaiserlichen Marine nicht zurückgegeben werden und verblieb im persönlichen Besitz der Träger. Der U-Boot-Krieg blieb in der deutschen Marinetradition eine Quelle des Stolzes, und das kaiserliche Abzeichen behielt seinen hohen symbolischen Wert über Jahrzehnte hinweg.
Das vorliegende Exemplar von Paul Meybauer stellt ein authentisches, verliehenes Stück aus dem Jahr 1918 dar. Der getragene Zustand und die Herstellerpunze machen es zu einem bedeutenden Sammlerstück, das die Geschichte des deutschen U-Boot-Dienstes im Ersten Weltkrieg greifbar werden lässt. Abzeichen der Firma Meybauer gehören zu den begehrten Herstellervarianten und bezeugen die Handwerkskunst der Berliner Ordensmanufaktur. Trotz des fehlenden Nadelhakens unterstreicht der Gesamtzustand die Authentizität dieses Stücks als tatsächlich getragene Auszeichnung eines kaiserlichen U-Boot-Fahrers.