Wehrmacht Foto, Selbstfahrlafette mit 2 cm Flak 38 in Tarnlackierung

Maße ca. 9 x 6 cm, Zustand 2.
478782
35,00

Wehrmacht Foto, Selbstfahrlafette mit 2 cm Flak 38 in Tarnlackierung

Das vorliegende Foto dokumentiert eine Selbstfahrlafette mit 2 cm Flak 38 in Tarnlackierung, ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Luftabwehrtechnik während des Zweiten Weltkriegs. Solche fotografischen Dokumente aus der Zeit zwischen 1939 und 1945 sind von besonderem historischem Wert, da sie die tatsächliche Verwendung und den Einsatzzustand militärischer Ausrüstung im Feld dokumentieren.

Die 2 cm Flak 38 (Flugabwehrkanone 38) wurde von der Firma Mauser-Werke entwickelt und stellte eine Weiterentwicklung der älteren Flak 30 dar. Ab 1940 in Serienproduktion gegangen, wurde sie zum meistproduzierten leichten Flugabwehrgeschütz der Wehrmacht. Mit einer theoretischen Feuerrate von 420 bis 480 Schuss pro Minute und einer effektiven Reichweite von etwa 2.000 Metern war sie primär für die Bekämpfung tieffliegender feindlicher Flugzeuge konzipiert.

Die Selbstfahrlafetten, auf denen die Flak 38 montiert wurde, variierten erheblich. Häufig verwendete Fahrgestelle waren Sd.Kfz. 10/4 (basierend auf dem leichten Zugkraftwagen 1t), Sd.Kfz. 7/1 (mittlerer Zugkraftwagen 8t) sowie verschiedene eroberte Fahrzeugtypen. Diese Mobilisierung der Flugabwehrwaffen war eine direkte Reaktion auf die zunehmende Bedrohung durch alliierte Luftangriffe und die Notwendigkeit, Truppen und Nachschubkolonnen während der Bewegung zu schützen.

Die auf dem Foto erkennbare Tarnlackierung entspricht den verschiedenen Tarnschemas, die die Wehrmacht im Verlauf des Krieges einsetzte. Bis 1943 war Dunkelgrau RAL 7021 die Standardfarbe für Fahrzeuge. Ab Februar 1943 führte die Heereswaffenamt das neue Grundfarbschema mit Dunkelgelb RAL 7028 als Basis ein, das im Feld mit Olivgrün und Rotbraun ergänzt werden konnte. Die Tarnmuster sollten die Fahrzeuge vor Luftaufklärung und feindlichem Beschuss schützen und wurden den jeweiligen Einsatzgebieten angepasst.

Fotografien wie diese waren während des Krieges weit verbreitet. Soldaten dokumentierten ihren Dienst, und offizielle Kriegsberichterstatter erstellten Material für Propaganda- und Dokumentationszwecke. Die Propagandakompanien (PK) der Wehrmacht produzierten systematisch Bild- und Filmmaterial. Privataufnahmen von Soldaten unterlagen theoretisch strengen Regelungen, wurden aber in der Praxis häufig toleriert, solange keine sensitiven militärischen Informationen preisgegeben wurden.

Der Einsatz von Selbstfahrlafetten mit 2 cm Flak 38 erstreckte sich über alle Kriegsschauplätze. An der Ostfront schützten sie Panzerverbände und Nachschubkolonnen vor sowjetischen Schlachtflugzeugen wie der Il-2 Sturmovik. In Nordafrika unter dem Afrikakorps wurden sie gegen britische und amerikanische Tiefangreifer eingesetzt. Im Westfeldzug 1944/45 versuchten diese Waffen, die massive alliierte Luftüberlegenheit abzumildern, was angesichts der Übermacht nur begrenzt erfolgreich war.

Interessanterweise entwickelte sich die 2 cm Flak 38 auch zu einer effektiven Waffe gegen Bodenziele. Ihre hohe Feuerrate und die panzerbrechende Munition machten sie nützlich gegen leicht gepanzerte Fahrzeuge und Infanteriestellungen, obwohl dies nicht ihre primäre Bestimmung war. In den späten Kriegsjahren wurden zunehmend Vierlingslafetten entwickelt, bei denen vier 2 cm Flak 38 kombiniert wurden, um die Feuerkraft zu vervielfachen.

Die Produktion der 2 cm Flak 38 belief sich auf über 140.000 Exemplare während des Krieges, was ihre Bedeutung für die deutsche Kriegsführung unterstreicht. Sie blieb bis Kriegsende im Einsatz, auch wenn ihre Wirksamkeit gegen die zunehmend besser gepanzerten und schnelleren alliierten Jagdbomber abnahm.

Solche historischen Fotografien sind heute wichtige Quellen für die Militärgeschichtsforschung. Sie ermöglichen die Rekonstruktion von Tarnschemas, Einsatzkonfigurationen und taktischen Verwendungen. Für Sammler und Historiker bieten sie authentische Einblicke in die Realität des Krieges, fernab von offizieller Propaganda. Das vorliegende Foto mit seinen Maßen von etwa 9 x 6 cm entspricht dem Standardformat zeitgenössischer Amateuraufnahmen und wurde wahrscheinlich mit einer handelsüblichen Kleinbildkamera erstellt, wie sie viele Soldaten besaßen.