Wehrmacht Nachlass eines Panzersoldaten und Trägers des Deutschen Kreuz in Gold
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Der vorliegende Nachlass eines deutschen Panzersoldaten des Zweiten Weltkriegs stellt ein bemerkenswertes Zeitzeugnis dar, das nicht nur die militärische Karriere seines Trägers dokumentiert, sondern auch die Nachkriegszeit und den Umgang mit nationalsozialistischen Symbolen in der Kriegsgefangenschaft widerspiegelt.
Das Deutsche Kreuz in Gold, eingeführt am 28. September 1941 durch Adolf Hitler, stand in der Rangfolge zwischen dem Eisernes Kreuz 1. Klasse und dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Diese Auszeichnung wurde für wiederholte Tapferkeit oder herausragende Führungsleistungen verliehen, die nicht die höchste Stufe des Ritterkreuzes erreichten, aber deutlich über dem für das EK 1 erforderlichen Maß lagen. Die Stoffausführung wurde auf Uniformen getragen und war aufwendig gestickt. Die Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold war eine seltene Ehrung - während des gesamten Krieges wurden etwa 24.204 Verleihungen vorgenommen.
Das Eiserne Kreuz 1. Klasse von 1939, hier mit der Herstellermarke "20" versehen (Schinkel, Berlin), wurde als Anstecknadel auf der linken Brustseite getragen. Diese Auszeichnung erforderte bereits außergewöhnliche Tapferkeit im Kampf und war deutlich seltener als die 2. Klasse. Die Herstellermarke auf der Nadel ermöglicht heute die genaue Zuordnung zu Produktionsstätten und Zeiträumen.
Das Panzerkampfabzeichen in Silber wurde am 20. Dezember 1939 gestiftet und an Angehörige der Panzerbesatzungen verliehen. Die Silberstufe erforderte drei verschiedene Einsatztage an drei verschiedenen Tagen oder die Verwundung in einem Panzereinsatz. Das Abzeichen zeigt einen Panzer, umgeben von einem Eichenlaubkranz. Die Verleihungsvoraussetzungen wurden im Kriegsverlauf mehrfach angepasst, was die steigenden Anforderungen an die Panzerbesatzungen widerspiegelte.
Das Kriegsverdienstkreuz (KVK) wurde am 18. Oktober 1939 gestiftet und in zwei Klassen mit oder ohne Schwerter verliehen. Die Version mit Schwertern wurde für Verdienste im unmittelbaren Kampfgeschehen oder in Frontnähe vergeben. Die 1. Klasse wurde als Anstecknadel getragen, während die 2. Klasse am Band auf der Brust hing. Die Kombination beider Klassen mit Schwertern deutet auf einen Soldaten hin, der sich sowohl durch Tapferkeit als auch durch länger andauernde Verdienste auszeichnete.
Das Verwundetenabzeichen in Silber von 1939 wurde für drei bis vier Verwundungen oder Erfrierungen verliehen, alternativ für den Verlust einer Hand, eines Fußes oder eines Auges. Die Silberstufe zeigt deutlich, dass der Träger mehrfach im Kampf verletzt wurde. Das Abzeichen wurde am 1. September 1939 von Hitler gestiftet und ersetzte die entsprechende Auszeichnung des Ersten Weltkriegs.
Die "Entnazifizierung" in der Kriegsgefangenschaft ist ein besonders interessanter Aspekt dieses Nachlasses. Nach der Kapitulation 1945 wurden deutsche Soldaten in alliierten Gefangenenlagern häufig aufgefordert oder gezwungen, Hakenkreuze und andere NS-Symbole von ihren Auszeichnungen zu entfernen. Dies geschah durch mechanisches Abschleifen, Auskratzen oder Abbrechen der entsprechenden Symbole. Viele Soldaten führten diese Veränderungen selbst durch, um ihre Auszeichnungen behalten zu können oder um Repressalien zu vermeiden. Die Tatsache, dass praktisch alle Auszeichnungen dieses Nachlasses auf diese Weise verändert wurden, deutet darauf hin, dass der Träger sie trotz der politischen Umwälzungen bewahren wollte, allerdings in einer für die Nachkriegszeit akzeptablen Form.
Die Aufbewahrung in einer Blechdose mit eingekratztem Deutschen Kreuz auf dem Deckel zeigt die persönliche Bedeutung dieser Auszeichnungen für den Träger. Diese improvisierten Behältnisse waren typisch für Soldaten, die ihre wertvollen Besitztümer unter schwierigen Bedingungen schützen wollten.
Der stark getragene Zustand aller Auszeichnungen bestätigt ihre Authentizität und zeigt, dass sie nicht nur verliehen, sondern auch aktiv auf Uniformen getragen wurden. Dies unterscheidet sie von reinen Sammlerstücken oder nachträglichen Erwerbungen.
Zusammengenommen zeichnet dieser Nachlass das Bild eines erfahrenen Panzersoldaten, der den Großteil des Krieges überlebt hat, mehrfach verwundet wurde, außergewöhnliche Tapferkeit bewies und mit dem Deutschen Kreuz in Gold eine der höchsten Auszeichnungen erhielt. Die Kombination dieser Orden war selbst unter Wehrmacht-Soldaten selten und spricht für einen langjährigen und gefährlichen Frontdienst.