1. Weltkrieg U-Bootwaffe: Nachlass aus dem Besitz Kapitän z.S. Hans Schüler - Kommandant UC 34

UC 34 gehörte zu den erfolgreichsten deutschen U-Booten im Ersten Weltkrieg, was seine Einsätze und Versenkungen betrifft.
Große Ordensschnalle mit Eisernem Kreuz 1914, Hamburg Hanseatenkreuz, Ehrenkreuz für Frontkämpfer, Olympia-Erinnerungsmedaille, Medaille Dienstauszeichnung 12 Jahre mit Bandadler, Medaille Dienstauszeichnung 4 Jahre mit Bandadler, K.u.K. Silbernes Verdienstkreuz, Liakat Medaille mit Spange. Mit der passenden Bandspange und der Miniaturkette.
Eisernes Kreuz 1914 mit rückseitiger Gravur " 24.Mai 1917 "
U-Bootkriegsabzeichen, Tombak vergoldet
Eiserner Halbmond- Stern von Gallipoli , 925 Silber
Kriegsverdienstkreuz 1939 1.Klasse mit Schwertern

Telegrammabschrift mit Briefumschlag vom Chef des Admiralstabes der Marine Seekriegsleitung 7 Op.II an den Kommandanten UC 34 Oberleutnant zu See Schüler vom 2. September 1918 " nach 26 tägiger Unternehmung , Minen vor Port Said gelegt, hat im östlichen Mittelmeer versenkt ... zusammen rund 19800 b.r.t."

Chronik Crew 1911 mit der Aufführung aller Kameraden und deren bekannter Verbleib, teilweise Fotos bzw. Todesnachrichten. 
Schmuck-Geschenkalbum zur Besichtigung des Marine-Nachrichten-Arsenals Rathenow am 5. Mai 1944 mit ca. 75 beschrifteten Fotos.
Dabei eine ausgewehte Kriegsflagge der kaiserlichen Marine mit Markierung "Sturm Fl." und eine erbeutete italienische Hoheitsflagge.
Kommandierung SMS Kaiser, Torpedoboot-Schule, Torpedoboot-Halbflottille, U-Boot-Schule Ausbildung 1916, UC 34 Wach.Offz, UC 34 Kommandant, UC 74 Kommandant 1918, Internierung Spanien bis April 1919. Zivilist 1919 bis 1933. Kriegsmarine Referent Nachrichtenwesen, 1938 Resortleiter Werft Kiel, ab Kriegseintritt Kommandos in Nordfrankreich und Brest, 1941 Abteilungsleiter OKM, 1943 Chef Amtsgruppe NWA. Britische Gefangenschaft, Entlassung 1948.




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1. Weltkrieg U-Bootwaffe: Nachlass aus dem Besitz Kapitän z.S. Hans Schüler - Kommandant UC 34

Das U-Boot-Kriegsabzeichen 1918 steht als eines der markantesten Symbole der deutschen U-Boot-Waffe des Ersten Weltkriegs. Gestiftet von Kaiser Wilhelm II. am 1. Februar 1918, würdigte diese Auszeichnung die Besatzungen der U-Boote der Kaiserlichen Marine in einer Phase, als der uneingeschränkte U-Boot-Krieg seinen Höhepunkt erreicht hatte. Die Einführung des Abzeichens fiel in eine Zeit intensivierter Unterwasserkriegführung, in der deutsche U-Boote eine entscheidende Rolle in der maritimen Strategie des Kaiserreichs spielten.

Das hier beschriebene Exemplar aus vergoldetem Tombak entstammt dem Nachlass von Hans Schüler, der als Oberleutnant zur See im Ersten Weltkrieg diente und später zum Kapitän zur See aufstieg. Schülers Karriere verkörpert die Kontinuität deutscher Marineoffiziere durch zwei Weltkriege und die Zwischenkriegszeit. Das Abzeichen wurde ohne Abstufungen oder Klassen verliehen und zeigte eine horizontale ovale Form mit einem Lorbeerkranz, der Kaiserkrone und einem deutschen U-Boot im Zentrum.

Die Verleihungskriterien des Abzeichens spiegelten die Gefahren des U-Boot-Krieges wider. Ursprünglich wurde es an Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften verliehen, die mindestens drei erfolgreiche Kriegsfahrten absolviert oder Verwundungen im Kampf erlitten hatten. Die Kriterien wurden später vereinfacht und umfassten Besatzungsmitglieder, die an zwei Fahrten teilgenommen hatten, sofern sie mindestens 150 Tage aktiven Hochseedienst nachweisen konnten, wobei küstennahe Wartezeiten nicht einberechnet wurden. Das Abzeichen wurde auf der linken unteren Seite der Uniform getragen.

UC-34, das U-Boot, auf dem Schüler diente, war ein Minenleger vom Typ UC II, der am 25. September 1916 in Dienst gestellt wurde und hauptsächlich im Mittelmeer operierte. In neun Feindfahrten versenkte UC-34 insgesamt 21 Schiffe. Eine besonders folgenreiche Aktion fand am 30. Dezember 1917 statt, als das Boot vor Alexandria den britischen Truppentransporter HMT Aragon und den Zerstörer HMS Attack torpedierte, wobei 610 Menschen ums Leben kamen. Das U-Boot wurde am 28. Oktober 1918 bei Pola selbstversenkt, als Österreich-Ungarn kapitulierte.

Ein aufschlussreiches Dokument aus Schülers Nachlass ist die Telegrammabschrift vom Chef des Admiralstabes der Marine Seekriegsleitung vom 2. September 1918. Dieses Telegramm bestätigt eine erfolgreiche 26-tägige Unternehmung, bei der UC-34 unter Schülers Kommando Minen vor Port Said legte und im östlichen Mittelmeer Schiffe mit einer Gesamttonnage von ungefähr 19.800 BRT versenkte. Diese Fahrt dokumentiert die weitreichenden Operationen deutscher U-Boote bis in das östliche Mittelmeer.

Schüler diente zunächst als Wachoffizier und später als Kommandant von UC-34, bevor er 1918 das Kommando über UC-74 übernahm. UC-74, das in zehn Feindfahrten 37 Schiffe versenkte, wurde am 21. November 1918 in Barcelona interniert, nachdem dem Boot der Treibstoff ausgegangen war. Schüler verblieb bis April 1919 in spanischer Internierung. UC-74 wurde am 26. März 1919 an Frankreich übergeben und im Juli 1921 in Toulon abgewrackt.

Nach dem Ersten Weltkrieg lebte Schüler von 1919 bis 1933 als Zivilist, bevor er zur Kriegsmarine zurückkehrte. Seine Laufbahn im Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich auf das Nachrichtenwesen: 1938 wurde er Resortleiter bei der Werft Kiel, ab Kriegseintritt übernahm er Kommandos in Nordfrankreich und Brest, 1941 wurde er Abteilungsleiter im Oberkommando der Marine (OKM) und 1943 Chef der Amtsgruppe NWA. Nach britischer Gefangenschaft wurde er 1948 entlassen.

Das U-Boot-Kriegsabzeichen 1918 wurde nach Kriegsende von seinen Trägern behalten. Am 13. Oktober 1939 wurde das Abzeichen in modifizierter Form neu gestiftet, wobei die Kaiserkrone durch den nationalsozialistischen Adler ersetzt wurde. Die frühen Exemplare aus Tombak blieben Zeugnisse einer vergangenen Ära der deutschen Marinegeschichte, die von den verheerenden U-Boot-Kampagnen des Ersten Weltkriegs geprägt war.

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