Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Silber

2. Form, an langer Nadel, Zustand 2-
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30,00

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Silber

Die Schießauszeichnung in Silber des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser (DRKB) stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Veteranenorganisationen der Weimarer Republik und der frühen NS-Zeit dar. Diese Auszeichnung wurde an Mitglieder des Kyffhäuserbundes für hervorragende Schießleistungen verliehen und spiegelt die militärische Tradition und das Wehrdenken dieser Epoche wider.

Der Kyffhäuserbund wurde 1900 als Dachorganisation deutscher Kriegsvereine gegründet und entwickelte sich zur größten Veteranenvereinigung des Deutschen Reiches. Nach dem Ersten Weltkrieg zählte die Organisation in den 1920er Jahren über 2,8 Millionen Mitglieder. Der Bund pflegte das Andenken an die gefallenen Soldaten, förderte den Kameradschaftsgeist und organisierte militärische Übungen, zu denen auch Schießwettbewerbe gehörten.

Die vorliegende Auszeichnung repräsentiert die 2. Form der Schießauszeichnung, die nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 eingeführt wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Kyffhäuserbund in das NS-Herrschaftssystem integriert und 1938 offiziell in NS-Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund) umbenannt. Die Organisation wurde Teil der nationalsozialistischen Wehrertüchtigungspolitik und diente der vormilitärischen Ausbildung.

Die Schießauszeichnung wurde in verschiedenen Stufen verliehen: Bronze, Silber und Gold. Die silberne Ausführung stellte dabei die mittlere Leistungsstufe dar und erforderte qualifizierte Schießergebnisse bei den regelmäßig durchgeführten Schießübungen der Kyffhäuserkameradschaften. Die Verleihungskriterien waren in den Satzungen und Ausführungsbestimmungen des Bundes genau festgelegt.

Das Abzeichen wurde charakteristischerweise an einer langen Nadel getragen, wie es bei vielen zivilen und paramilitärischen Auszeichnungen dieser Zeit üblich war. Diese Trageweise unterschied die Auszeichnung von militärischen Orden und Ehrenzeichen, die an Bändern auf der Brust getragen wurden. Die Nadel ermöglichte das Anbringen am Zivilanzug oder der Vereinsuniform.

Die Gestaltung solcher Schießauszeichnungen folgte typischerweise militärischen Motiven und inkorporierte oft das Kyffhäuser-Denkmal als zentrales Symbol, das seit seiner Einweihung 1896 als nationales Monument und Zeichen deutscher Einheit galt. Die Auszeichnungen wurden von autorisierten Herstellern produziert und trugen häufig Herstellerpunzen.

Der historische Kontext dieser Auszeichnungen ist untrennbar mit der deutschen Geschichte zwischen 1933 und 1945 verbunden. Die Schießausbildung im Rahmen des Kyffhäuserbundes diente nicht nur sportlichen Zwecken, sondern war Teil der umfassenden Wehrhaftmachung der deutschen Gesellschaft. Die Veteranenorganisation wurde instrumentalisiert, um die Bevölkerung mental und praktisch auf den Krieg vorzubereiten.

Nach 1945 wurden alle Organisationen des NS-Regimes, einschließlich des Kyffhäuserbundes, von den Alliierten aufgelöst. Das Tragen von Auszeichnungen dieser Organisationen wurde zunächst verboten. In der Bundesrepublik Deutschland wurde 1952 der Kyffhäuserbund als demokratische Veteranenvereinigung neu gegründet, die sich jedoch deutlich von der NS-Organisation distanzierte.

Heute besitzen solche Auszeichnungen primär historischen und sammlungstechnischen Wert. Sie dokumentieren ein Kapitel deutscher Militär- und Vereinsgeschichte und sind wichtige Quellen für die Erforschung der Veteranenbewegung, der paramilitärischen Strukturen der Weimarer Republik und des NS-Staates sowie der Alltagskultur dieser Epochen.

Für Sammler und Historiker sind besonders die verschiedenen Ausführungsformen, Herstellervarianten und Verleihungskriterien von Interesse. Die Unterscheidung zwischen der 1. Form (Weimarer Republik) und der 2. Form (NS-Zeit) ermöglicht eine zeitliche Einordnung und dokumentiert die politischen Transformationen der Organisation.