Luftwaffe Stahlhelm M35 mit 2 Emblemen

,blaugrauer Lack, auf der linken Seite der Luftwaffenadler zu 50% erhalten, Nationalschild zu 85% vorhanden. Innen die Glocke seitlich gestempelt "Q66" und im Nacken mit "5170". Mit Futter am Aluminiumring und Kinnriemen. Größe ca. 60. Aluminiumring ist beschädigt und liegt zum teil lose in der Glocke, Oberfläche zum Teil mit Flugrost. Getragen, Zustand 3.

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Luftwaffe Stahlhelm M35 mit 2 Emblemen

Der Stahlhelm M35 der Luftwaffe repräsentiert einen bedeutenden Abschnitt in der Geschichte der deutschen Militärausrüstung des Zweiten Weltkriegs. Das hier beschriebene Exemplar mit der charakteristischen blaugrauen Lackierung und zwei Hoheitsabzeichen ist ein typisches Beispiel für die Kopfbedeckung der deutschen Luftstreitkräfte zwischen 1935 und den frühen 1940er Jahren.

Die Entwicklung des Modells 35 begann in den frühen 1930er Jahren als Weiterentwicklung der Stahlhelme aus dem Ersten Weltkrieg. Im Jahr 1935 wurde das neue Modell offiziell eingeführt und löste damit den M16 und M18 ab. Der M35 zeichnete sich durch eine verbesserte Metallurgie, eine schlankere Silhouette und geringere Belüftungsöffnungen aus. Die charakteristische Form bot besseren Schutz bei gleichzeitig reduziertem Gewicht von etwa 1,3 Kilogramm.

Die blaugraue Lackierung (Luftwaffe Blaugrau) war spezifisch für die Luftwaffe und unterschied sie von den feldgrauen Helmen des Heeres. Diese Farbgebung entsprach den Uniformfarben der Luftstreitkräfte und wurde durch technische Vorschriften genau definiert. Der Lack diente nicht nur der Tarnung, sondern auch dem Schutz vor Witterungseinflüssen.

Das Zwei-Abzeichen-System war charakteristisch für die frühen Kriegsjahre. Auf der rechten Seite befand sich das Nationalschild in den schwarz-weiß-roten Reichsfarben, während auf der linken Seite der Luftwaffenadler angebracht war. Der stilisierte Adler mit ausgebreiteten Schwingen und Hakenkreuz in den Fängen war das Hoheitszeichen der Luftwaffe. Diese Abzeichen wurden zunächst aufgemalt, später oft als Abziehbilder (Decals) aufgebracht.

Die Herstellerkennzeichnung "Q66" an der Innenseite der Glocke identifiziert den Produzenten. Im deutschen Rüstungssystem des Zweiten Weltkriegs wurden Hersteller durch Codes verschleiert. Q66 stand für die Quist-Firma in Esslingen, einen der vielen Zulieferer für Stahlhelme während des Krieges. Die Nummerierung "5170" im Nacken war eine Chargennummer oder Produktionskennung, die eine genaue Zuordnung ermöglichte.

Der Aluminiumring im Inneren diente zur Befestigung des Futters und war ein wichtiges Konstruktionsmerkmal. An diesem Ring wurde das gepolsterte Lederfutter befestigt, das aus mehreren Segmenten bestand und für Tragekomfort sorgte. Die Größenangabe von etwa 60 entspricht einem Kopfumfang von circa 60 Zentimetern und war eine der Standardgrößen, in denen die Helme produziert wurden.

Der Kinnriemen bestand typischerweise aus Leder und war mit einer Aluminiumschnalle versehen. Er wurde durch seitliche Ösen an der Helmglocke befestigt und diente dazu, den Helm bei Bewegung oder im Gefecht sicher am Kopf zu halten. Die Konstruktion erlaubte eine individuelle Anpassung an den Träger.

Ab 1940 begann die Wehrmacht aus Kostengründen und zur Produktionsbeschleunigung, nur noch ein Abzeichen (den Adler oder das Nationalschild) anzubringen. Ab 1943 wurden die Helme oft ohne jegliche Abzeichen ausgeliefert, und die sichtbare Tarnung wurde wichtiger als die Kennzeichnung der Waffengattung. Dies macht Helme mit beiden Abzeichen zu Exemplaren aus der Frühphase des Krieges.

Die Produktionszahlen der M35-Helme waren enorm. Zwischen 1935 und 1940 wurden mehrere Millionen Exemplare hergestellt. Die Luftwaffe als jüngste und prestigeträchtigste Teilstreitkraft erhielt hochwertige Ausrüstung, wobei die Helme für Bodenpersonal, Flak-Einheiten und andere nicht-fliegende Einheiten bestimmt waren. Flugzeugbesatzungen trugen spezielle Fliegerhauben.

Der erhaltene Zustand mit Flugrost und partiell erhaltenen Abzeichen ist typisch für getragene Originale. Die Beschädigung des Aluminiumrings deutet auf intensive Nutzung oder unsachgemäße Lagerung hin. Solche Gebrauchsspuren verleihen dem Objekt historische Authentizität und erzählen von seinem Einsatz vor über 80 Jahren.

Heute sind original Luftwaffe-Stahlhelme M35 mit zwei Abzeichen gesuchte Sammlerstücke und wichtige historische Artefakte. Sie dokumentieren die Materialkultur der Wehrmacht und sind Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte. Ihre Erhaltung in Museen und Sammlungen dient der historischen Bildung und der Erinnerungskultur.

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