Preußen Paar Schulterklappen feldgrau zur Felduniform M 1907 Mannschaften im Infanterie-Regiment Freiherr von Sparr (3. Westfälisches) Nr. 16
Selten!
Die vorliegenden Schulterklappen repräsentieren ein authentisches Ausrüstungsstück der preußischen Armee aus der Zeit unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg. Sie gehörten zur Felduniform Modell 1907 und waren für Mannschaften des Infanterie-Regiments Freiherr von Sparr (3. Westfälisches) Nr. 16 bestimmt, das in Köln stationiert war.
Das Infanterie-Regiment Nr. 16 war eine traditionsreiche Einheit der preußischen Armee, die ihre Wurzeln bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen konnte. Benannt nach dem preußischen Generalfeldmarschall Otto Christoph Freiherr von Sparr (1599-1668), gehörte das Regiment zum VIII. Armee-Korps und war Teil der rheinisch-westfälischen Garnisonslandschaft. Die Stationierung in Köln machte das Regiment zu einem wichtigen Bestandteil der westlichen Verteidigungslinie des Deutschen Kaiserreichs.
Die Einführung der feldgrauen Uniform M 1907 markierte einen bedeutenden Wandel in der Militärbekleidung. Während des 19. Jahrhunderts trugen preußische Infanteristen noch die traditionellen dunkelblauen Waffenröcke mit farbigen Aufschlägen. Die Erfahrungen der modernen Kriegsführung, insbesondere der Burenkrieg (1899-1902) und der Russisch-Japanische Krieg (1904-1905), zeigten jedoch eindringlich die Notwendigkeit von Tarnuniformen. Die leuchtenden Uniformfarben machten Soldaten zu leichten Zielen für moderne Feuerwaffen mit großer Reichweite.
Die Schulterklappen selbst waren nach den preußischen Adjustierungsvorschriften gefertigt. Das feldgraue Tuch entsprach dem neuen Farbstandard, der ab 1907/1910 schrittweise eingeführt wurde. Die in rot aufgestickte Regimentsnummer “16” folgte der Tradition der Waffenfarben der preußischen Infanterie. Rot war die Waffenfarbe für brandenburgische und westfälische Infanterieregimenter mit bestimmten Traditionsnummern.
Besonders bemerkenswert sind die blauen Vorstöße (Paspelierungen) an den Schulterklappen. Diese farbigen Einfassungen dienten der Identifikation der Regimentsangehörigkeit und folgten einem komplexen System, das in den preußischen Uniformvorschriften genau festgelegt war. Für das Infanterie-Regiment Nr. 16 waren blaue Vorstöße charakteristisch und ermöglichten eine schnelle Identifikation der Truppenzugehörigkeit.
Die Schulterklappen waren zum Einnähen bestimmt, was dem Felddienststandard entsprach. Im Gegensatz zu den aufwendigeren Paradeuniformstücken waren diese Schulterklappen funktional und praktisch gestaltet. Der angegebene ungetragene Zustand deutet darauf hin, dass es sich um Depotware oder Reserveausrüstung handelt, die möglicherweise für die Mobilmachung oder als Ersatzausrüstung vorgesehen war.
Die Zeit um 1910 war eine Periode intensiver militärischer Vorbereitung in Europa. Das Deutsche Kaiserreich baute seine Streitkräfte systematisch aus, und die Standardisierung der Ausrüstung spielte dabei eine zentrale Rolle. Die Produktion von Uniformteilen erfolgte sowohl in staatlichen Werkstätten als auch durch zivile Zulieferer, die nach strengen militärischen Spezifikationen arbeiteten.
Für Mannschaften – also einfache Soldaten ohne Unteroffiziers- oder Offiziersrang – waren die Schulterklappen relativ schlicht gehalten. Sie unterschieden sich deutlich von den aufwendigeren Versionen für Unteroffiziere und Offiziere, die oft metallene Tressen oder andere Rangabzeichen aufwiesen. Diese klare Hierarchie in der Uniformgestaltung war charakteristisch für die preußisch-deutsche Militärtradition.
Das Infanterie-Regiment Nr. 16 zog 1914 in den Ersten Weltkrieg und kämpfte an verschiedenen Fronten. Die feldgrauen Schulterklappen, die ab 1907 eingeführt wurden, erwiesen sich im Grabenkrieg als praktisch, auch wenn die farbigen Kennzeichnungen später teilweise reduziert wurden, um die Tarnung weiter zu verbessern.
Heute sind solche authentischen Schulterklappen aus der Vorkriegszeit gesuchte Sammlerstücke. Sie dokumentieren nicht nur die Uniformgeschichte, sondern auch die organisatorische Struktur der kaiserlichen Armee. Die Seltenheit ungetragener Exemplare in ausgezeichnetem Erhaltungszustand macht sie zu wertvollen historischen Zeugnissen einer Epoche, die mit dem Ersten Weltkrieg ihr dramatisches Ende fand.