Preussen Erinnerungsmedaille zum 40. jährigen Gedächtnis der Siege 1870-1871

Aluminium, Zustand 2.
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40,00

Preussen Erinnerungsmedaille zum 40. jährigen Gedächtnis der Siege 1870-1871

Die Preußische Erinnerungsmedaille zum 40-jährigen Gedächtnis der Siege 1870-1871 stellt ein bedeutendes Stück deutscher Militärgeschichte dar, das an einen der entscheidendsten Konflikte des 19. Jahrhunderts erinnert. Diese Medaille wurde 1910-1911 zur Feier des 40. Jahrestages der deutschen Siege im Deutsch-Französischen Krieg von 1870-1871 gestiftet, einem Krieg, der zur Gründung des Deutschen Kaiserreiches führte.

Der Deutsch-Französische Krieg begann am 19. Juli 1870 und endete am 10. Mai 1871 mit dem Frieden von Frankfurt. Dieser Konflikt war das Ergebnis jahrzehntelanger Spannungen zwischen Preußen und Frankreich und wurde durch die Emser Depesche ausgelöst, die Otto von Bismarck geschickt manipuliert hatte. Die entscheidenden Schlachten bei Sedan am 1. und 2. September 1870, wo Kaiser Napoleon III. gefangen genommen wurde, sowie die Belagerung von Paris markierten den Triumph der preußisch-deutschen Streitkräfte.

Die Erinnerungsmedaille wurde durch königlichen Erlass gestiftet, um die noch lebenden Veteranen und ihre Verdienste zu ehren. Zum 40-jährigen Jubiläum waren viele der Kriegsteilnehmer bereits verstorben oder in fortgeschrittenem Alter, was dieser Gedenkmedaille eine besondere emotionale Bedeutung verlieh. Die Medaille wurde an alle Soldaten und Offiziere verliehen, die am Krieg teilgenommen hatten, sowie an zivile Personen, die zur Kriegsanstrengung beigetragen hatten.

Die hier beschriebene Ausführung aus Aluminium ist besonders interessant. Während offizielle Medaillen üblicherweise aus Bronze oder anderen Metallen gefertigt wurden, waren Aluminiumversionen oft private Nachprägungen oder Erinnerungsstücke, die für die breite Öffentlichkeit hergestellt wurden. Aluminium war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein relativ neues und modernes Material, das für seine Leichtigkeit und seinen silbrigen Glanz geschätzt wurde.

Die Vorderseite solcher Medaillen zeigte typischerweise die Büsten von Kaiser Wilhelm I. und seinem Sohn Kaiser Friedrich III., manchmal auch Kaiser Wilhelm II., der 1910 regierte. Die Rückseite trug häufig patriotische Inschriften, Daten der wichtigsten Schlachten oder das Eiserne Kreuz als Symbol preußischer Militärtugend. Die Gravuren verherrlichten die Einigung Deutschlands und die militärischen Erfolge, die dies ermöglichten.

Der historische Kontext dieser Gedenkmedaille ist untrennbar mit dem wachsenden Militarismus und Nationalismus im Deutschen Kaiserreich verbunden. Im Jahr 1910, nur vier Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, befand sich Europa bereits in einem Zustand angespannter Bündnispolitik. Die Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der Siege von 1870-1871 dienten nicht nur dem historischen Gedenken, sondern auch der Stärkung des nationalen Zusammenhalts und der militärischen Tradition.

Die Medaille reflektiert die Erinnerungskultur des wilhelminischen Deutschland, in der militärische Erfolge und dynastische Kontinuität zentrale Elemente der nationalen Identität darstellten. Die Siege von 1870-1871 hatten das Deutsche Reich geschaffen und Preußen zur dominierenden Macht in Mitteleuropa gemacht. Die Proklamation Wilhelms I. zum Deutschen Kaiser am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles symbolisierte den Höhepunkt preußischer Machtentfaltung.

Für Sammler militärhistorischer Objekte bieten solche Erinnerungsmedaillen wichtige Einblicke in die Gedenkpraxis und politische Kultur der Kaiserzeit. Der angegebene Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das nur leichte Gebrauchsspuren aufweist. Aluminiummedaillen haben oft besser überdauert als Bronzeausführungen, da sie weniger zur Korrosion neigen, können aber auch Oxidationsspuren zeigen.

Diese Medaillen wurden in großer Stückzahl hergestellt und verteilt, was ihre relativ weite Verbreitung erklärt. Sie wurden bei Veteranentreffen getragen, in Vitrinen ausgestellt und als Familienerbstücke weitergegeben. Jede Medaille erzählt nicht nur von den historischen Ereignissen von 1870-1871, sondern auch von der Art und Weise, wie das Deutsche Kaiserreich seine Geschichte interpretierte und für politische Zwecke nutzte.