Reichsbund vaterländischer Arbeiter- und Werksvereine ( RvA ) - Mitgliedsabzeichen
Das Reichsbund vaterländischer Arbeiter- und Werksvereine (RvA) war eine bedeutende Organisation in der deutschen Geschichte der Weimarer Republik, die zwischen 1920 und 1933 existierte. Das vorliegende Mitgliedsabzeichen in seiner zweiten Form stellt ein wichtiges zeithistorisches Dokument dieser konservativen Arbeiterbewegung dar.
Der Reichsbund wurde 1920 als Zusammenschluss verschiedener christlich-nationaler und vaterländischer Arbeitervereine gegründet. Die Organisation verstand sich als konservative Alternative zu den sozialistischen und kommunistischen Gewerkschaften und Arbeitervereinen der Weimarer Zeit. Der RvA propagierte eine Synthese aus nationaler Gesinnung, christlichen Werten und sozialer Fürsorge für die Arbeiterschaft.
Die Mitgliedschaft im RvA erreichte in den 1920er Jahren mehrere hunderttausend Mitglieder, die vorwiegend aus dem Handwerk, kleineren Industriebetrieben und dem ländlichen Raum stammten. Die Organisation betonte die Zusammengehörigkeit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im nationalen Interesse und lehnte den Klassenkampf ab. Stattdessen propagierte sie das Konzept der Betriebsgemeinschaft und der nationalen Solidarität.
Das hier beschriebene Mitgliedsabzeichen in seiner zweiten Form wurde von der renommierten Bonner Fahnenfabrik in Bonn am Rhein hergestellt. Diese Firma war ein bekannter Hersteller von Fahnen, Abzeichen und Vereinsinsignien im Rheinland. Die Ausführung mit langer Nadel entspricht der typischen Trageweise solcher Vereinsabzeichen in der Weimarer Republik, die an der Kleidung befestigt wurden und die Organisationszugehörigkeit öffentlich sichtbar machten.
Die Existenz einer “zweiten Form” deutet darauf hin, dass das Abzeichen im Laufe der Zeit modifiziert wurde, was bei Vereinsinsignien durchaus üblich war. Solche Änderungen konnten aus ästhetischen, fertigungstechnischen oder organisatorischen Gründen erfolgen. Die erste Form wurde vermutlich in den frühen 1920er Jahren eingeführt, während die zweite Form möglicherweise Ende der 1920er Jahre in Gebrauch kam.
Der RvA war in seiner politischen Ausrichtung nationalistisch und stand der politischen Rechten nahe, ohne jedoch anfänglich mit der NSDAP identisch zu sein. Die Organisation unterstützte die Revision des Versailler Vertrages und betonte die nationale Ehre und Würde. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde der Reichsbund wie alle anderen unabhängigen Arbeiterorganisationen aufgelöst und in die Deutsche Arbeitsfront (DAF) überführt.
Solche Mitgliedsabzeichen dienten mehreren Zwecken: Sie waren Ausdruck der Organisationszugehörigkeit, stärkten das Gemeinschaftsgefühl unter den Mitgliedern und waren ein sichtbares Bekenntnis zu den Werten und Zielen des Vereins. Bei öffentlichen Veranstaltungen, Aufmärschen und Versammlungen trugen die Mitglieder ihre Abzeichen mit Stolz.
Aus sammlerischer Sicht sind solche Abzeichen heute wichtige Zeugnisse der deutschen Sozial- und Politikgeschichte der Zwischenkriegszeit. Sie dokumentieren die Vielfalt der politischen und sozialen Organisationen in der Weimarer Republik und zeigen die Bandbreite der Arbeiterbewegung jenseits der bekannteren sozialistischen Gewerkschaften.
Die handwerkliche Qualität solcher Abzeichen war in der Regel hoch, da sie als Dauerobjekte konzipiert waren und die Mitglieder sie über Jahre hinweg tragen sollten. Die Verwendung von Metall und Email war üblich, wobei die Farbgebung meist die Vereinsfarben oder nationale Farben Schwarz-Weiß-Rot widerspiegelte.