Reichstreubund ehemaliger Berufssoldaten ( RTB ) - silberne Ehrennadel für 10 jährige Mitgliedschaft
Die silberne Ehrennadel für 10-jährige Mitgliedschaft des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten (RTB) stellt ein bedeutendes Zeugnis der Veteranenorganisationen im nationalsozialistischen Deutschland dar. Diese von der renommierten Berliner Firma Gante Berlin hergestellte Auszeichnung dokumentiert die komplexe Geschichte militärischer Traditionsverbände in der Zeit zwischen 1933 und 1945.
Der Reichstreubund ehemaliger Berufssoldaten wurde als Teil der nationalsozialistischen Gleichschaltungspolitik etabliert, um ehemalige Berufsoffiziere und Unteroffiziere der Reichswehr und späteren Wehrmacht zu organisieren. Die Organisation diente als Bindeglied zwischen den aktiven Streitkräften und den pensionierten Militärangehörigen und sollte die traditionellen militärischen Werte im Sinne der NS-Ideologie bewahren und fördern.
Die hier vorliegende silberne Ehrennadel wurde speziell für Mitglieder verliehen, die dem Bund zehn Jahre lang die Treue gehalten hatten. Dies war eine beachtliche Zeitspanne, die in der relativ kurzen Existenz des Dritten Reiches nur von jenen erreicht werden konnte, die bereits in den frühen bis mittleren 1930er Jahren beigetreten waren. Die zehnjährige Mitgliedschaft war somit ein Zeichen besonderer Verbundenheit mit der Organisation und ihren Zielen.
Die Firma Gante Berlin, gekennzeichnet durch die Prägung “GES.GESCH.” (Gesetzlich Geschützt), gehörte zu den etablierten Herstellern von militärischen Auszeichnungen und Ehrenzeichen in der Reichshauptstadt. Berliner Hersteller wie Gante unterstanden strengen Qualitätskontrollen und mussten sich an die vom Reichskriegsministerium und später vom Oberkommando der Wehrmacht vorgegebenen Standards halten. Die Verwendung der langen Nadel entsprach der traditionellen deutschen Militärtradition bei Ehrenabzeichen und Ordensspangen.
Die technische Ausführung solcher Ehrennadeln folgte präzisen Vorgaben. Sie wurden typischerweise aus Silber oder versilbertem Metall gefertigt, wobei die Qualität der Verarbeitung ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal war. Die Nadel selbst wurde so konzipiert, dass sie sicher an der Zivilkleidung oder an Veteranenuniformen befestigt werden konnte. Das Design vereinte meist traditionelle militärische Symbolik mit den ideologischen Elementen des NS-Regimes.
Der RTB war Teil eines umfassenden Systems von Veteranenorganisationen, zu denen auch der Kyffhäuserbund und andere Traditionsverbände gehörten. Diese Organisationen spielten eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung ehemaliger Soldaten für die Ziele des Regimes. Sie organisierten Kameradschaftsabende, Gedenkveranstaltungen und dienten als Plattform für die Verbreitung nationalsozialistischer Propaganda unter den ehemaligen Militärangehörigen.
Die Verleihung solcher Ehrennadeln war mit bestimmten Zeremonien verbunden und wurde in den Mitgliedsunterlagen dokumentiert. Die Träger dieser Auszeichnungen demonstrierten damit öffentlich ihre langjährige Zugehörigkeit zur Organisation und ihre Verbundenheit mit den militärischen Traditionen. In der hierarchischen Struktur der NS-Organisationen hatten solche Auszeichnungen durchaus soziale und teilweise auch praktische Bedeutung.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden der RTB und alle anderen NS-Organisationen durch die Alliierten aufgelöst. Die Ehrennadeln und andere Insignien dieser Organisationen wurden zu historischen Relikten, die heute als Studienobjekte für die Erforschung der NS-Zeit dienen. Sie dokumentieren die umfassende Durchdringung der Gesellschaft durch nationalsozialistische Organisationen und die Instrumentalisierung militärischer Traditionen für politische Zwecke.
Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wichtige Quellen für die Geschichtswissenschaft. Sie ermöglichen Einblicke in die Organisationsstruktur, die Belohnungssysteme und die Mobilisierungsstrategien des NS-Regimes. Gleichzeitig erinnern sie an die problematische Verstrickung traditioneller militärischer Strukturen mit der nationalsozialistischen Ideologie und Kriegsführung.