Wehrmacht Schiffchen für einen Offizier der Panzertruppe (Robert Lubstein)

Kammerstück, dieses wurde bei der Beförderung des Offiziers mitbefördert, gewebter Adler, per Hand vernäht, dunkelblaue Kokarde, sowie rosa Soutachewinkel, umlaufende eine Unteroffiziers-Litze. Seitlich mit je 1 Lüftungsloch. Innen braunes Futter mit Herstellerstempel "Robert Lubstein Berlin NO 55 1940 V", Grösse 58", Zustand 2.

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3.400,00

Wehrmacht Schiffchen für einen Offizier der Panzertruppe (Robert Lubstein)

Das Schiffchen (auch als Feldmütze oder Lagermütze bezeichnet) gehörte zur deutschen Militärtradition und war ein unverzichtbarer Bestandteil der Uniform der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Dieses spezielle Exemplar stammt aus dem Jahr 1940 und wurde von Robert Lubstein in Berlin NO 55 hergestellt, einem bekannten Hersteller militärischer Ausrüstung in der Reichshauptstadt.

Das vorliegende Schiffchen ist als Kammerstück gekennzeichnet, was bedeutet, dass es sich um ein persönliches Eigentum des Offiziers handelte, das bei seiner Beförderung “mitbefördert” wurde. Diese Praxis war in der Wehrmacht üblich, da Offiziere ihre Uniformteile häufig auf eigene Kosten beschaffen mussten und diese bei Beförderungen entsprechend anpassen ließen.

Die Panzertruppe war eine der modernsten und wichtigsten Waffengattungen der Wehrmacht. Nach ihrer Gründung im Jahr 1935 entwickelte sie sich rasch zur Speerspitze der deutschen Blitzkrieg-Taktik. Die Waffenfarbe der Panzertruppe war Rosa (manchmal auch als Pink bezeichnet), die deutlich auf diesem Schiffchen durch die rosa Soutachewinkel erkennbar ist. Diese Winkel dienten zur Kennzeichnung des Dienstgrades und der Zugehörigkeit zur Waffengattung.

Der gewebte Adler, der per Hand auf das Schiffchen vernäht wurde, entspricht den Vorschriften der Wehrmacht. Der Hoheitsadler war das nationale Symbol und musste auf allen Kopfbedeckungen angebracht werden. Die handwerkliche Qualität und die Tatsache, dass der Adler gewebt und nicht gestanzt ist, deutet auf eine hochwertige Anfertigung hin, wie sie für Offiziere üblich war.

Die dunkelblaue Kokarde in den Nationalfarben Schwarz-Weiß-Rot war ein weiteres charakteristisches Merkmal deutscher Militärkopfbedeckungen seit dem Kaiserreich und wurde in der Wehrmacht fortgeführt. Die umlaufende Unteroffiziers-Litze ist ein interessantes Detail, das auf die militärische Laufbahn des Trägers hinweist. Offiziere, die aus dem Unteroffizierskorps hervorgegangen waren, behielten manchmal diese Litze als Zeichen ihrer Herkunft.

Das Jahr 1940 war für die Wehrmacht und besonders für die Panzertruppe von großer Bedeutung. In diesem Jahr fand der erfolgreiche Westfeldzug gegen Frankreich und die Benelux-Staaten statt, bei dem die deutschen Panzerverbände ihre taktische Überlegenheit demonstrierten. Die Produktion von Uniformteilen wurde in dieser Phase des Krieges noch mit hoher Qualität und nach strengen Vorschriften durchgeführt.

Robert Lubstein war einer von vielen Uniformschneidern und Ausrüstern in Berlin, die sowohl für private Kunden als auch für militärische Aufträge arbeiteten. Die Adresse Berlin NO 55 (Nordost 55) war Teil des historischen Postleitsystems Berlins. Viele dieser Handwerksbetriebe hatten langjährige Traditionen in der Herstellung militärischer Ausrüstung.

Die Größe 58 entspricht einem Kopfumfang von 58 Zentimetern und war eine durchschnittliche Größe. Die beiden seitlichen Lüftungslöcher waren ein praktisches Detail, das den Tragekomfort verbesserte. Das braune Futter war Standard bei Wehrmacht-Kopfbedeckungen dieser Zeit.

Schiffchen wurden in verschiedenen Situationen getragen: im Dienst in der Kaserne, bei nicht-zeremoniellen Anlässen und häufig auch im Feldgebrauch, wenn keine Stahlhelme erforderlich waren. Sie waren kompakt, leicht zu verstauen und gehörten zur Grundausstattung jedes Soldaten und Offiziers.

Die Beurteilung mit Zustand 2 deutet nach gängigen Sammlerkategorien auf einen sehr gut erhaltenen Zustand hin, was bei einem über 80 Jahre alten Objekt bemerkenswert ist. Dies spricht für eine sorgfältige Aufbewahrung über die Jahrzehnte hinweg.

Solche persönlichen Ausrüstungsgegenstände sind heute wichtige historische Dokumente, die Einblick in die materielle Kultur der Wehrmacht geben. Sie dokumentieren nicht nur militärische Hierarchien und Vorschriften, sondern auch das Handwerk und die Produktionsweise der damaligen Zeit.